Für Chef und Chauffeur

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Der ganz große Luxus auf vier Rädern: Der Bentley Mulsanne

Wenn man an die großen Luxus-Limousinen denkt, kommen einem zuerst Bentley, Rolls-Royce und Maybach in den Sinn. Aber einen Rolls-Royce zu fahren, traut sich in Deutschland kaum jemand. Zu groß, zu protzig, zu neiderzeugend. Das beweisen auch die Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes.

Gerade mal 38 handverlesene Exemplare konnte die Marke mit der irrtümlich „Emily“ genannten „Spirit-of-Ecstasy“-Kühlerfigur im vergangenen Jahr an die betuchte Kundschaft bringen. Bei Maybach sieht das alles andere als besser aus. So ganz anders hingegen sind da die Zahlen bei der VW-Tochter Bentley. Stolze 201 „Flying B’s“ wurden 2010 zwischen dem Nobelort Kampen auf Sylt und dem Starnberger See verkauft.

Die unglaubliche 5,57 Meter lange Top-Limousine von Bentley hat den schönen, melodischen, französischen Namen Mulsanne.

Nicht nur die Länge des Mulsanne fällt sofort begeisternd ins Auge. Auch die Breite (1,93 Meter, mit eingeklappten Außenspiegeln), die Höhe (1,52 Meter) und die gewaltige Motorhaube zeigen von Anfang an, dass hier der ganz große Luxus zu Hause ist. Damit möglichst kein Bentley dem anderen gleicht, hat der Erwerber des mindestens 289 170 Euro teuren Mulsanne erst einmal viel Arbeit mit der Individualisierung (insgesamt sind wohl eine Milliarde Variationen möglich) vor sich. Das kann Wochen dauern, scheint allerdings auch große Freude zu bereiten, denn im Schnitt kostet der nach den Wünschen der anspruchsvollen Kundschaft fertiggestellte Super-Bentley 325 000 Euro.

Gewählt wird beispielsweise unter 114 verschiedenen, extra angemischten Karosseriefarben, 24 Farben stehen für das edel duftende Leder der Sitze und der Innenverkleidung zur Verfügung (17 Häute werden pro Fahrzeug verarbeitet) und bei den kuschelweichen Teppichen fällt die Wahl unter 21 Farben schwer. Apropos kuschelweich: wem danach ist, den Dachhimmel zu streicheln, der überrascht seine Hände mit extra weichem Kaschmir.

450 Stunden Bauzeit

Nach einer Bauzeit von zirka 450 Stunden, davon fallen allein 170 Stunden für den Innenausbau an, wird das schmucke Einzelstück an seinen stolzen Besitzer ausgeliefert. Ein weiteres Extra sollte nicht unerwähnt bleiben. Die wohl leistungsstärkste Soundanlage in einem Serienauto hat klangvolle 2200 Watt, die über 20 Lautsprecher die Ohren der Passagiere verwöhnen und kommt vom High-End-Hersteller Naim.

Nach dem schlüssellosen Einsteigen wird der V8-Biturbo-Motor per Startknopf zum Leben erweckt. 376 kW / 512 PS kommen aus der klassisch britischen Hubraumgröße für Luxus-Limousinen von 6750 Kubikzentimetern. Das Drehmoment von gewaltigen 1020 Newtonmetern steht quasi ab sofort, bei 1750 Umdrehungen pro Minute, zur Verfügung. Übertragen wird die Kraft an die Hinterräder von einer Acht-Gang-Automatik, die ZF liefert. Darauf angelegt, schafft der 2,6-Tonner den Sprint auf Tempo 100 in geradezu lächerlichen 5,3 Sekunden. Bei knapp unter 300 km/h endet die Höchstgeschwindigkeit des Bentley-Dampfers. Damit der Verbrauch im Schnitt von 16,9 Litern auf 100 Kilometer auch gewährleistet werden kann, schalten sich vier der acht Zylinder ab, wenn sie nicht wirklich gebraucht werden. (ampnet/ww)

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