Cleverer kleiner Bruder: Der Skoda Citigo im Test

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Funktion geht vor Form: Im Vergleich zum Up wirkt der Citigo von außen fast etwas bieder, von innen überzeugt er jedoch mit Funktionalität und Verarbeitung.

Geschwister werden von ihrer Umgebung ständig miteinander verglichen – das ist in Autofamilien nicht anders. Auch beim Skoda Citigo, der dem VW Up und dem spanischen Seat-Bruder Mii folgt bleibt die brüderliche Konkurrenz nicht aus.

Der Citigo gehört optisch eindeutig zur tschechischen Blutlinie. Die Front mit Chromgrill trägt das neue Skoda-Logo, die Karosserie ist unauffälliger als beim Up, fast etwas bieder. „Anders als beim stylischen Up liegt beim Citigo der Fokus mehr auf dem funktionellen Aspekt“, betont Skoda-Sprecher Peik von Bestenbostel.

Skoda Citigo: Der tschechische Bruder des VW Up

Doch entschuldigen muss er sich für den Citigo gar nicht. Wir sitzen ordentlich auf den bequemen Sitzen mit integrierten Kopfstützen, auf denen auch größer gewachsene Menschen Platz finden. Auch hinten ist das Platzangebot ausreichend. Überraschend sind die praktischen Details, die der Citigo dem Up voraus hat. An einem ausklappbaren Haken im Handschuhfach findet die Handtasche Platz, ein Clip auf dem Armaturenbrett hält Fotos und Notizen fest – oder auch einen Strafzettel.

Gute Verarbeitung

Knapp bemessen, aber mit Finesse: der Kofferraum des Citigo.

Dass sich darunter überwiegend Hartplastik befindet und nicht Klavierlack wie im Up, stört nicht – trotz Kunststoff wirkt der Citigo gut verarbeitet und nicht billig. Clever gemacht sind auch die vielen Haken im Kofferraum sowie die Haltenetze seitlich an den Rückenlehnen der Vordersitze. Im Handyfach vorne umhüllt eine Gummilasche Handys jeder Bauart und hindert sie am Umherfliegen. Kleines Manko: Die Kritik der Passagiere auf der Hinterbank, dass die hinteren Seitenfenster nur ausstellbar sind. Sie können froh sein, dass sie nicht im Dreitürer sitzen – dort sind die Scheiben hinten gar nicht erst zu öffnen.

Wie seine Brüder wird der Citigo zunächst ausschließlich mit zwei neuen Ein-Liter-Dreizylinder-Benzinern angeboten, die 60 und 75 PS leisten. Der 60-PS-Benziner reichte uns im 929 Kilogramm leichten Citigo für den Stadtverkehr völlig aus. Im Vergleich zum vorher gefahrenen 75-PS-Motor fühlt sich das Basisaggregat noch nicht mal schwächer an. Kein Wunder: Das Maximaldrehmoment von 95 Newtonmeter ist bei beiden gleich.

Durst hält sich in Grenzen

Deutlicher merkt man den Unterschied, wenn es denn mal schneller zur Sache oder bergauf gehen soll. Dann müssen wir über die leichtgängige Fünfgangschaltung fleißig rauf und runter schalten. Die Geräuschkulisse bleibt angenehm ruhig, und auch der Durst hält sich trotz der Anstrengung in Grenzen: Beim 60-PS-Aggregat kamen wir dem angegebenen Wert von 4,5 Litern auf 100 Kilometer mit sensiblem Gasfuß schon sehr nahe. Noch einmal 0,4 Liter weniger soll die Sparversion Green tec mit Start-Stopp-Automatik, Bremsenergierückgewinnung und Leichtlaufreifen verbrauchen.

Über Preise und Ausstattungen hüllt sich Skoda bis zum Genfer Salon noch in Schweigen. Der Up kostet in Deutschland mindestens 9850 Euro, in Tschechien ist der Citigo für umgerechnet 7200 Euro zu haben. Dazwischen wird der Preis für den Citigo wohl liegen.

Von Solveig Grewe

Datenblatt: Skoda Citigo

Hubraum: 999 ccm

• kW (PS) bei U/min: 44 (60) bei 5000-6000

• Max. Drehmoment (Nm bei U/min): 95 bei 3000 bis 4300

• Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h

• Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 14,4 Sek.

• Abgas CO2: 108 - 79 g/km

• Verbrauch (Schnitt nach EU-Norm): innerorts 5,9 - 5,0, außerorts 4,0 - 3,6, kombiniert 4,7 - 4,1 Liter pro 100 Kilometer

• Energieeffizienzklasse: C

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