Designerin bei Mazda: Maria Greger ist auf der Suche nach neuen Trends

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Designerin bei Mazda: Maria Greger ist auf der Suche nach neuen Trends

Grün wird also das Rennen machen. Die Suche nach der neuen Trendfarbe für Autos beginnt für Maria Greger nicht mit einem Blick in eine Glaskugel, die ja bekanntlich die Zukunft offenbaren soll.

Vielmehr vertraut die leitende Designerin der Abteilung „Colour & Material“ beim japanischen Automobilhersteller Mazda eher den Regeln des Marktes, nach denen Farbvorlieben der Kunden meist ein Spiegelbild der Stimmung in der Gesellschaft sind.

Das gestiegene ökologische Bewusstsein lässt die gelernte Textil- und Produktdesignerin fest an Grün als beliebteste Autofarbe in vier bis fünf Jahren glauben. Designstudio in Oberursel Autodesigner müssen lange in die Zukunft blicken. Gerade die Innenausstattung sollte den Kunden über Jahre überzeugen. Schließlich verbringen die meisten von ihnen viel Zeit in ihren Autos und dürfen die Sache nicht leid werden. „Kurzweilige und sogar überdrehte Effekte haben da keine Chance“, verrät uns Maria Greger bei unserem Rundgang durch die Designstudios im hessischen Oberursel.

Die Chefin über Farben und Materialien greift jetzt aus einem der übervollen Regale mit zahlreichen Gegenständen des täglichen Lebens eine Schale mit tiefblauer Glasur und hält sie gegen die Sonnenstrahlen, die durch die Glasfenster des Backsteinbaus fallen. „Oft sind es ganz einfache Effekte, die uns zu Farbkompositionen und gewollten Effekten mit Licht und Schatten animieren“, erzählt Maria Greger. Unsere Blicke streifen die übervollen Tische hinter ihr, die wie die Spieltische in einem Kindergarten anmuten. Doch anstelle von Legosteinen oder Puzzles breiten sich unzählige Stoff- und Ledermuster, Knöpfe und Griffe aus Stahl oder Aluminium, Leisten aus Holz, Kunststoff oder Metall in allen möglichen Größen und Farbabstufungen darauf aus. Für Konzeptstudien oder auch für Serienmodelle von Mazda wählt Maria Greger in einem aufwändigen Abstimmungsprozess mit ihrem Team aus, welche Materialien und welche Farben am besten miteinander harmonieren. „Das kommt natürlich ganz auf das jeweilige Modell an“, gibt Maria Greger zu bedenken. Ein frecher Mazda 2 kann natürlich ganz anders bestückt werden als eine reifere Limousine wie der Mazda 6. Stets ist aber das Ziel ein Gesamtkonzept mit zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten für den Kunden.

Nicht immer funktioniert die Zusammenarbeit mit den Kollegen der technischen Entwicklung reibungslos, gesteht uns die zierliche Designerin. Was schön und ästhetische anmutet, kann schnell am unzureichenden funktionalen Nutzen scheitern. Doch mit genügend Hartnäckigkeit, guten Argumenten und Überzeugungskraft findet sich eigentlich immer eine Lösung.

Die Entwürfe aus Oberursel gehen wie die aus den anderen Designstudios von Mazda in Irvine/Kalifornien und Yokohama in die Mazda Design-Zentrale in Hiroshima. Dort wird geprüft, inwieweit sie auch für die jeweils anderen Märkte passen. Innenraumoberflächen Bei der Suche nach neuen Karosserie- und Innenraumoberflächen orientiert sich Maria Greger an den neuesten Strömungen bei Möbeln und Konsumgütern. Bei unserem Rundgang über die diesjährige Konsumgütermesse „Ambiente“ in Frankfurt erfahren wir zu unserer Verwunderung, dass auch schon mal der schwungvoll aus satiniertem Stahl geformte Griff einer Nagelschere das Mazda-Designteam zum Detail einer Innenausstattung inspirieren kann. Oder Frühstücksbrettchen aus hauchdünn gefalztem Holz. Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt bei dem, was uns in einem neuen Modell von Mazda erwarten darf.

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