In diesen Städten ist Benzin am teuersten

München - Wegen des steigenden Ölpreises und des schwachen Euro haben die Tankstellen den Sprit weiter verteuert, er kostet derzeit im Schnitt über 1,60 Euro. Doch es gibt Schwankungen.

In 17 von 20 deutschen Großstädten kostete Super E10 Anfang dieser Woche mehr als 1,60 Euro je Liter, wie ein am Dienstag in München veröffentlichter ADAC-Vergleich ergab. „Dem Ölpreisanstieg und der Euroschwäche ist es geschuldet, dass die leichte Entspannung an den Zapfsäulen während der vergangenen Wochen nur von kurzer Dauer war“, teilte der ADAC am Dienstag mit. In der vergangenen Woche hatte der bundesweite Durchschnittspreis von E10 bei 1,57 Euro gelegen.

Die höchsten Preise mussten Autofahrer in Frankfurt am Main, Hannover und Koblenz zahlen. Ein Liter E10 kostete in diesen Städten durchschnittlich jeweils 1,639 Euro. In Erfurt dagegen verlangten die Tankstellen im Mittel 1,594 Euro, in Freiburg 1,596 Euro und in Köln 1,599 Euro pro Liter.

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

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Bei Diesel sind die Unterschiede zwischen der billigsten und der teuersten Stadt mit 5,8 Cent noch größer als bei Super E10. In Freiburg war der Liter Diesel mit 1,441 Euro am günstigsten. In Frankfurt am Main und in Kiel lag der Durchschnittspreis dagegen bei 1,499 Euro. Diesel kostete in der Vorwoche im bundesweiten Mittel 1,43 Euro.

Akzeptanz von E10 Münster steigt

Der umstrittene Biosprit E10 findet nach Angaben der Westfalen AG allmählich größere Akzeptanz an den Zapfsäulen. Bei den Tankstellen der Westfalen AG komme E10 inzwischen auf einen Anteil von 13,7 Prozent an den Super-Kraftstoffen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Münster mit. „Das ist ein Fortschritt, aber der große Durchbruch ist es noch nicht“, sagte ein Sprecher. Zum Jahresende 2011 sei auf den Biosprit nur ein Zehntel des verkauften Super-Kraftstoffs entfallen. „Bis Jahresende 2012 wären 20 Prozent toll“, sagte der Sprecher.

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Der Tankstellen-Betreiber hatte E10 im August 2011 an allen seinen rund 260 Stationen bundesweit eingeführt. „In Süd- und Ostdeutschland hat der Verkauf schon Anfang 2011, also mehr als ein halbes Jahr vorher begonnen.“

Mit dem Tankstellengeschäft im vergangenen Jahr ist der Betreiber nach eigenen Angaben „zufrieden“, wie der Sprecher sagte. Der Kraftstoffabsatz sei stärker als im Branchenschnitt gewachsen. „Überproportional stieg mit 6,5 Prozent der Absatz von Diesel.“ Vorstandschef Wolfgang Fritsch-Albert begründete das mit der Investition in separate Lkw-Tankstellen.

Mehr als 300 Mal erhöhte die Westfalen AG an ihren Tankstellen 2011 die Preise - 64 Mal mehr als im Jahr davor. Die Erhöhungen seien dem „extrem harten Wettbewerb“ geschuldet.

Insgesamt legte die Westfalen AG 2011 beim Konzernumsatz um zehn Prozent auf rund 1,84 Milliarden Euro zu (plus 168,1 Millionen Euro). Auf das Tankstellengeschäft entfiel dabei mit rund 1,21 Milliarden Euro der größte Teil, wie der Sprecher erklärte. Der Jahresüberschuss im Konzern stieg leicht auf 20,7 Millionen (2010: 20,2 Millionen Euro). Für 2012 erwartet die Westfalen AG wegen des gebremsten wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland und der EU Ergebnisse unter dem Niveau von 2011.

dpa/dapd

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