Umweltbonus und Co.

E-Auto-Förderung: So sieht die Regelung aus

+
Der Kauf eines Elektroautos soll sich lohnen. Deshalb plant die Bundesregierung Anzreize. Foto: Jan Woitas

Noch wollen die deutschen Autofahrer von Elektroautos nichts wissen. Nun führt die Bundesregierung umstrittene Kaufprämien, die sie "Umweltbonus" nennt, und Steueranreize ein.

Die Bundesregierung will den Absatz von Elektroautos neben Kaufprämien auch mit Steueranreizen fördern. Wie aus einem Gesetzentwurf von Finanzminister Schäuble (CDU) hervorgeht, sollen Käufer von Elektroautos künftig für zehn statt bisher fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden.

Die Regelung soll rückwirkend zum 1. Januar 2016 gelten. Auf die längere Steuerbefreiung hatten die Spitzen der Koalitionsfraktionen von Union und SPD gepocht. Auch wird es steuerliche Vorteile geben, wenn Arbeitgeber Mitarbeitern ermöglichen, ihr privates E-Auto oder Hybrid-Mobil in der Firma aufzuladen.

So hoch ist der Kaufzuschuss

Das Kabinett will an diesem Mittwoch die Einführung von Kaufzuschüssen beschließen.

  • 4000 Euro für reine Elektroautos
  • 3000 Euro für Hybride mit aufladbarer Batterie plus Verbrennungsmotor.
  • Dabei darf das Basismodell nach Listenpreis nicht teurer als 60.000 Euro sein. 

Die Kosten von 1,2 Milliarden Euro teilen sich Bund und Autoindustrie. Neben deutschen Herstellern werden auch zahlreiche ausländische Autobauer für ihre Elektro-Modelle die Prämie anbieten.

Ab wann gibt es den Umweltbonus für die E-Autos?

Einen Tag, nachdem die Förderrichtlinien im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, können die Verbraucher die Prämien beim zuständigen Bundesamt Bafa beantragen. Ein genaues Datum war zuletzt offen. So wartet Berlin noch auf grünes Licht aus Brüssel.  

Wie Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) an seine Kabinettskollegen schreibt, steht die Prüfung der EU-Kommission, ob es sich bei den als "Umweltbonus" umschriebenen Kaufprämien um eine unerlaubte Beihilfe oder nicht handelt, noch aus.

Gabriel verteidigt die umstrittene Subventionierung, die die Steuerzahler 600 Millionen Euro kosten wird: Dies sei "eine Antwort auf die steigenden Anforderungen an Klimaschutz (CO2-Ausstoß) und Luftreinhaltung (Stickoxid, Rußpartikel)". Die Elektromobilität sei als Bindeglied zwischen der Stromerzeugung aus Erneuerbaren und dem Verkehrsbereich ein wichtiger Baustein der Energiewende. Die gemeinsame Förderung von Staat und Industrie werde dazu führen, dass mit dem stärkeren Absatz umweltschonender Elektrofahrzeuge auch "Wertschöpfung und Arbeitsplätze" gestärkt würden, erklärt der SPD-Chef.  

Laufzeit der Kaufprämien

Das Kaufprämien haben eine befristete Laufzeit bis spätestens 2019. Es gilt aber das Prinzip, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wenn die Summe von 1,2 Milliarden Euro ausgeschöpft ist, endet die Prämie. Zum Förderprogramm der Elektromobilität gehört auch der Aufbau von 15 000 neue Ladestellen im ganzen Land. Sie sollen etwa auch an Supermärkten oder Sportplätzen entstehen. Dafür gibt der Bund von 2017 bis 2020 rund 300 Millionen Euro. 

Die Bundesregierung hofft, dass bald mehr als 500 000 E-Fahrzeuge in Deutschland unterwegs sind. In ihrem Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD zu dem Ziel bekannt, dass es 2020 eine Million E-Autos gibt. Zu Jahresbeginn 2016 waren aber erst 25 500 E-Autos und 130 000 Hybride zugelassen - bei 45 Millionen Pkw insgesamt. Als Hauptprobleme gelten die vergleichsweise hohen Preise für die E-Fahrzeuge, die geringe Kilometer-Reichweite und eine schwache Ladestation-Infrastruktur.

Diese Elektroautos können Sie schon kaufen

Der Stadtflitzer Twizy ist 2,3 Meter lang und 1,2 Meter breit. Mit 18 PS erreicht der Elektrozweisitzer Tempo 80 und sprintet von 0 auf 45 km/h in 6,1 Sekunden. Der Twizy 45 mit 5 PS darf bereits ab 15 Jahren mit der Führerscheinklasse AM gefahren werden. Reichweite: bis zu 120 Kilometer. Einstiegpreis ab 6.950 Euro.
Der Stadtflitzer Twizy ist 2,3 Meter lang und 1,2 Meter breit. Mit 18 PS erreicht der Elektrozweisitzer Tempo 80 und sprintet von 0 auf 45 km/h in 6,1 Sekunden. Der Twizy 45 mit 5 PS darf bereits ab 15 Jahren mit der Führerscheinklasse AM gefahren werden. Reichweite: bis zu 120 Kilometer. Einstiegpreis ab 6.950 Euro. © Renault
Renault ZOE
Renault ZOE: Einstiegspreis von 21.500 Euro. Reichweite 240 Kilometer. © Renault
Renault Kangoo Maxi Z.E.: Der rein elektrisch betriebene Transporter ist 4,67 Meter lang.
Renault Kangoo Maxi Z.E.: Der rein elektrisch betriebene Transporter ist 4,67 Meter lang. Reichweite 170 Kilometer. Preis: ab 27.013 Euro. © Renault
Stadtlieferwagen Kangoo Z.E.
Stadtlieferwagen Kangoo Z.E.: Der rein elektrisch betriebene Transporter ist 4,28 Meter lang. Preis ab 24.157 Euro. © Renault
Tesla Model X P90D ist ab 131.300 Euro zu haben. 773 PS und eine Reichweite von 450 Kilometern.
Tesla Model X P90D ist ab 131.300 Euro zu haben. 773 PS und eine Reichweite von 450 Kilometern. © Tesla
Das Modell Tesla S schafft es je nach Batteriekapazität über 500 Kilometer Reichweite. Preis: ab 96.100 Euro.
Das Modell Tesla S schafft es je nach Batteriekapazität über 500 Kilometer Reichweite. Preis: ab 96.100 Euro. © Tesla
VW e-up.
Der VW e-up ist ab 26.900 Euro zu haben. Mit einem 44 PS Benzinmotor gibt es den Kleinen schon ab 9.975 Euro. © VW
VW e-Golf ist schon bei der Polizei im Einsatz.
VW e-Golf ist schon bei der Polizei im Einsatz. Preis: Mit 85 PS Antrieb ab 34.900 Euro. © VW
Der e-Smart ist seit 2007 zu haben. Seit 2012 ist die dritte Generation des Fortwo Electric Drive unterwegs. Preis ab cirka 23.680 Euro mit Batterie. © Smart
BMW i3: Der i3 der Münchner kostet in der Einstiegsvariante knapp 35.000 Euro.
BMW i3: Der i3 der Münchner kostet in der Einstiegsvariante knapp 35.000 Euro. © BMW
Mercedes-Benz B-Klasse Electric Drive
Mercedes-Benz B-Klasse Electric Drive. © Mercedes
Kia Soul EV.
Der Kia Soul EV kostet 30.790 Euro. © Auto-Medienportal.Net/Kia
Citroën C-Zero
Der Citroën C-Zero kostet ab 17.850 Euro.  Der Kleinwagen ist 3,48 Meter lang. Mit einem 49 kW (67 PS) Elektromotor beschleunigt in 15,9 Sekunden von Null auf Tempo 100 und fährt 130 km/h Höchstgeschwindigkeit. © Citroën
Peugeot i0n
Peugeot i0n ist ab 17.850 Euro zu haben. DEr E-Motor leistet 67 PS auf die Batterie gibt es eine Garantie über acht Jahre bzw. 100.000 Kilometer. © Peugeot

 dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.