E10: Ölkonzerne sehen ADAC-Anzeige gelassen

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Ein Auto wird mit dem umstrittenen Kraftstoff E10 betankt.

Berlin - Die Ölkonzerne geben der Politik die Schuld an dem E10-Chaos. Die Einführung des Biosprits werde durch einen fehlenden gesellschaftlichen Konsens erschwert.

Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands, Klaus Picard, am Mittwoch im ZDF-“Morgenmagazin“.

Der Verbraucher wisse sehr wohl, ob er sein Auto mit E10 betanken könne, lehne den neuen Kraftstoff aber trotzdem ab. Dabei spiele auch die “Teller-Tank-Diskussion“ eine Rolle, also die Debatte über die Nutzung landwirtschaftlicher Rohstoffe für die Benzinherstellung. Hierzu eine öffentliche Diskussion zu führen, sei Aufgabe der Politik.

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Die am Dienstag erstattete Anzeige des Autoclubs ADAC gegen die Konzerne Aral, BP, Jet, OMV und Shell sieht Picard “relativ gelassen“. Die Unternehmen verhielten sich gesetzeskonform, indem sie eine Schutzsorte anböten. Vorgaben zu deren Qualität gebe es aber nicht.

Der ADAC bemängelt, dass die Konzerne nach der Einführung von Super E10 an Tankstellen kein Super E5 mit 95 Oktan anbieten. Damit verstießen die Ölmultis gegen die Bestandsschutzregelung, derzufolge Anbieter von Super E10 auch ein entsprechendes Superbenzin mit E5-Qualität vorhalten müssen. Stichproben des ADAC an Münchner Tankstellen hätten ergeben, dass die angezeigten Anbieter unter der Bezeichnung Super einen Kraftstoff der Qualität Super Plus mit mindestens 98 Oktan verkauften. Dieser habe pro Liter mindestens acht Cent mehr als das angebotene Super E10 gekostet.

dapd

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