Hochspannende Reparaturen

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Vor der Wartung von E-Autos werden die Bauteile spannungsfrei geschaltet: Mit einem Messgerät wird das zur Sicherheit nochmals überprüft.

Elektroautos sind in aller Munde - auf den Straßen längst aber noch nicht alltäglich. Doch schon heute stellen sich viele Fragen rund um Wartung und Reparatur, denn erste Großserienfahrzeuge sind marktreif und bald zu kaufen.

Doppelter Kraftspender: Im Motorraum von Hybriden ist es eng - wie dieses Schnittmodell eines Toyota Prius zeigt.

Wie oft muss ein Hochspannungsfahrzeug zur Inspektion? Was passiert, wenn Hybrid- und Elektroautos in die Werkstatt müssen? Sind die Werkstätten vorbereitet? Kann der Kunde mit Kostenersparnis rechnen? Und welche Unterschiede gibt es zwischen Elektro- und Hybridautos?
Pkw mit reinem Elektroantrieb sind den Experten zufolge pflegeleichter als Fahrzeuge mit Verbrenner. Schließlich entfallen klassische Komponenten wie Luft-, Kraftstoff- und Ölfilter oder Zündkerzen. Bei Hybridfahrzeugen sieht die Situation anders aus: Neben einem Elektromotor kommt ein Verbrenner zu Einsatz. Die Technik unter der Haube ist also komplexer.

Die Wartungskosten dürften in den meisten Fällen dennoch nicht teurer als bei einem herkömmlichen Wagen ausfallen. Schließlich sind die elektronischen Komponenten nahezu wartungsfrei. Hinzu kommt, dass herkömmliche Bauteile durch neue Technologien haltbarer werden - zum Beispiel die Bremse. Die Beläge müssen seltener erneuert werden, wenn zusätzlich über einen Generator gebremst wird. Das ist bei den Autos der Fall, die mit sogenannter Rekuperationstechnik Bremsenergie zurückgewinnen.

Die 10 günstigsten Hybridmodelle in Deutschland

Hybridmodelle in Deutschland
Hybrid gehört zu den Antriebskonzepten der Zukunft: Honda Insight (19 9950 Euro), 1,3 Vierzylinder Benziner mit 88 PS kombiniert mit einem 14 PS Elektromotor. Verbrauch 4,4 Liter pro 100 Kilometer. © Hersteller
Hybridmodelle in Deutschland
Honda CR-Z (21 990 Euro): Das Coupé hat einen 1,5 Liter-i-VTEC Motor mit Parallel-Hybrid. Der Honda CR-Z hat 124 PS und verbraucht laut Hersteller 5,0 Liter auf 100 Kilometer.  © Hersteller
Hybridmodelle in Deutschland
Toyota Auris HSD (22 950 Euro): Der HSD kann einige Kilometer voll elektrisch fahren und soll im Herbst auf den Markt kommen. Laut Toyota verbraucht Auris 3,8 Liter pro 100 Kilometer. © Hersteller
Hybridmodelle in Deutschland
Honda Civic Hybrid (23 9990 Euro): 1,3 Liter-Vierzylinder mit 95 PS. Der E-Motor unterstützt den Benziner mit 20 PS. Über 1000 Kilometer kann der Honda mit einer Tankfüllung fahren. Verbrauch 4,6 Liter pro 100 Kilometer. © Hersteller
Hybridmodelle in Deutschland
Toyota Prius (25 450 Euro): Der Prius gilt als das Öko-Auto schlechthin. 3,9 Liter verbraucht der Prius auf 100 Kilometer. © Hersteller
Hybridmodelle in Deutschland
Lexus CT 200h (29 000 Euro): Die Technik stammt aus dem Toyota Prius. © Hersteller
Hybridmodelle in Deutschland
Lexus RX 450h (59 690 Euro): Der SUV mit 299 PS und verbraucht 6,3 Liter auf 100 Kilometer. © Hersteller
Hybridmodelle in Deutschland
Lexus GS 450h (60 150 Euro): Dieser Hybrid hat einen 3,5-Liter-V6 mit 296 PS. Der Elektromotor steuert weitere 145 PS bei. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 240 elektronisch begrenzt. © Hersteller
Hybridmodelle in Deutschland
VW Touareg Hybris (73 500 Euro): Der SUV ist ein Statement für das Ökobewußtsein seines Besitzers. Der V-6 Benziner mit 333 PS und einem 46 PS starken Elektromotor verbraucht 8,2 Liter pro 100 Kilometer. © Hersteller
Hybridmodelle in Deutschland
Porsche Cayenne S Hybrid (78 640 Euro): Im Cayenne leistet der Dreiliter-V6-Benziner 333 PS, die E-Maschine hat 47 PS. Der Verbraucht gleicht , wie der Motor, dem VW Touareg. © Hersteller
Hybridmodelle in Deutschland
Mercedes S400 BlueHybrid ( 74 000 Euro): Der 3,5-Liter-Benzinmotor 79 PS ist mit einem Elektromotor 20 PS kombiniert. Verbrauch der Limousine liegt bei 7,9 Liter pro 100 Kilometer. © Hersteller
Ohne Auspuff und Ölfilter: Bei Elektroautos wie dem Peugeot iOn fehlen die Komponenten eines Verbrenners - deshalb sind weniger Bauteile zu warten.

Hohe Kosten kann bei allen elektrifizierten Fahrzeugen die Batterie verursachen. Sie ist mit Abstand das teuerste Bauteil. Geht sie kaputt, droht der wirtschaftliche Totalschaden. Wobei kein Mensch weiß, wie lange solche Batterien durchhalten. Beim Toyota Prius, dem Vorreiter unter den Hybrid-Pkw, sind die Erfahrungen mit dem Akku gut. Abgesehen vom Plug-In-Modell fährt der Prius allerdings mit einer Nickel-Metallhydrid- Batterie und nicht mit Lithium-Ionen-Technik. Bei den Inspektionskosten für reine E-Fahrzeuge gibt es noch keine Erfahrungswerte. Neben den stromführenden Teilen gibt es da immer noch eine Lenkung, Klimaanlagen, Räder und Reifen, die allein aus Sicherheitsgründen in gleicher Regelmäßigkeit überprüft werden müssen. Bei batteriebetrieben Autos ist auch der Nässeschutz sensibler Elektrokomponenten wichtig.

Doch kann jede Werkstatt Fahrzeuge mit Elektro-Komponenten ohne Risiko für Mensch und Maschine kompetent warten?

Elektroantriebe benötigen deutlich weniger Platz als Verbrennungsmotoren: Doch wer kann sie kompetent warten?

Der TÜV Süd bezweifelt das. Laut Umfrage sind in mehr als 80 Prozent der Werkstätten die Mechaniker nicht für Arbeiten an E-Fahrzeugen ausgebildet. Außerdem wagen sich mehr als ein Viertel der Betriebe auch ohne Schulung an ein unbekanntes Elektroauto heran. Der Verband für das Kfz- Gewerbe bietet schon seit Anfang 2009 über seine Akademie Schulungen für den Umgang mit Hochvoltfahrzeugen an - also Hybrid-, Elektro- und Brennstoffzellenwagen. Dort wird den Mitarbeitern beigebracht, das Hochvoltsystem spannungsfrei zu schalten, um dann normal am Fahrzeug arbeiten zu können. Denn ab einer Bordspannung von 25 Volt Wechselstrom und 60 Volt Gleichstrom sind Reparaturen ohne Sicherheitsvorkehrungen nicht ungefährlich. Elektro-Pkw liegen noch weit darüber.

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