Sportlich und schnell

Jaguar F-Type: Was für eine scharfe Katze!

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Autor Heinz ­Wilhelm testete das Jaguar F-Type ­Coupé.

In einem schnittigen Jaguar Coupé E-Type ging Film- und Romanheld Jerry Cotton als US-Geheimagent in den 60er- und 70er-Jahren auf Verbrecherjagd.

Der junge Franz Beckenbauer hatte ebenfalls ein Faible für den britischen Sportwagen: 1971 kaufte der FC-Bayern-Star seinem Nationalelfkollegen Günter Netzer das nach eigenem Bekunden „schönste Auto der Welt“ mit 12 Zylindern und 276 Pferdestärken ab. Über 40 Jahre später bläst Jaguar jetzt mit dem Nachfolger des legendären Flitzers zur Jagd auf Porsche & Co. Dem schicken Oben-ohne-Roadster F-Type folgt ab 12. April ein nicht minder attraktives, zweitüriges Sportcoupé mit drei dynamischen, pfeilschnellen Motoren von 340 bis 550 PS. Die Preise für die Raubkatzen beginnen bei 67.000 Euro.

Das neue Jaguar F-Type Coupé fällt sofort auf: Nicht nur wegen seiner edlen, sportlich-eleganten Optik – sondern auch wegen des röhrenden, blubbernden und sprotzelnden (künstlichen) Sportabgassounds aus den zwei- bzw. vierflutigen Auspuffendrohren.

Besonders edel, das Cockpit 

Eyecatcher ist zudem bei schneller Fahrt ein kleiner Spoiler am Heck, der ab einer Geschwindigkeit von 110 km/h automatisch ausfährt. Negativer Aspekt dabei: Der ohnehin schlechte Durchblick durch die Rückscheibe verringert sich nochmals um die Hälfte.

Doch wer im edel verarbeiteten, bequemen und hellen Cockpit am Steuer eines Jaguar F-Type Coupé sitzt, blickt in der Regel nach vorn und schaut, dass er die mächtigen Kräfte, die vom Antrieb durch die Hinterräder auf den Sportwagen wirken, in den Griff bekommt. Denn Allradantrieb, wie beim Konkurrenten Porsche, gibt’s beim Jaguar nicht.

Das Beherrschen der britisch-indischen Wildkatzen fällt uns leichter als erwartet. Denn die Modelle F-Type S und der V8 S haben zusätzlich ein adaptives Sportfahrwerk, das die Dämpfereinstellung selbstständig und stufenlos regelt. Auf Wunsch lassen sich auch Lenkung oder Schaltgeschwindigkeit der Achtgang-Automatik in verschiedene Modi einstellen. Auch ein manueller Gangwechsel ist möglich – durch die etwas schrill gefärbten Schaltwippen oder den Sport­Shift-Wahlhebel auf der Mittelkonsole.

Das edle Cockpit im Jaguar F-Type S.

Rennsportfeeling kommt auf, als wir den Race-Modus-Schalter im Topmodell, dem 550 PS starken Jagaur F-Type Coupé R, umlegen: Schon beim leichten Tritt aufs Gaspedal brüllt die Wildkatze auf, sprintet los und drückt uns in die bequemen Sportsitze. Fahrspaß auch bei Bergfahrten: Die knackige, direkte, servounterstützte Lenkung geleitet uns auch bei höherem Tempo und nasser Fahrbahn sicher wie auf Schienen durch die Kurven.

Der 5,0-Liter-V8-Kompressor beschleunigt das bis zu 300 km schnelle Spitzenmodell in nur 4,2 Sekunden von null auf 100km/h. Ein echter Rennsportler, der Fahrten im Grenzbereich ermöglicht. Stolzer Preis für den Super-Jaguar: ab 103 700 Euro.

Der Spoiler fährt bei Tempo 110 aus.

Durchaus ausreichend für sportliche Fahrerlebnisse ist unserer Meinung nach das F-Type Coupé S, das ab 78 500 Euro erhältlich ist: Mit dem 380 PS starken V6-Motor sind 275 km/h möglich sowie eine Beschleunigung von 4,9 Sekunden von null auf 100 km/h. Das „kleinste“ F-Type Coupé mit 340 PS schafft 260 km/h Spitze und ist ab 67.000 Euro zu haben – rund 7000 Euro günstiger als der Basispreis für den Roadster.

Überrascht sind wir vom Spritverbrauch der getesteten Raubkatzen mit 380 bzw. 550 Pferdestärken: Den werkseitig angegebenen kombinierten Durchschnittsverbrauch von 9,1 und 11,1 Litern überschreiten wir trotz flotter Fahrt nur um knapp zwei Liter.

Jaguar E Type - eine Autolegende

Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type 86 PJ Lightweight. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Die Enthüllung des Jaguar E-Type im März 1961 auf dem Genfer Autosalon war eine Sensation. Der E-Type wurde am 15. März 1961 im Genfer Restaurant du Parc des Eaux Vives der Weltpresse vorgestellt. Von den Anfragen elektrisierter Medienvertreter nach Demonstrationsfahrten auf einem nahegelegenen Bergstück bestürmt, beorderte Jaguar-Gründer Sir William Lyons seinen Chef-Testfahrer Norman Dewis mit einem weiteren E-Type in einer Nachtfahrt von Coventry in die Schweiz. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Sogar Enzo Ferrari gestand in Genf ein, dass es "das schönste Auto der Welt" sei. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Die aerodynamisch perfekt gestaltete Karosserie des E-Type war das Werk des gelernten Luftfahrtingenieurs Malcolm Sayer, der seine Genialität als Designer zuvor bereits bei den Le Mans Siegerautos C- und D-Type unter Beweis gestellt hatte. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Bei seinem Erscheinen kostete der E-Type £2.256, inklusive Steuer und Speichenrädern als unverzichtbares Extra. Das entspricht einem heutigen Preis von gerade einmal £38,000. Der Preis für das Cabriolet betrug in Deutschland seinerzeit DM 25.000, für das Coupé DM 26.000. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Mit der ästhetischen Perfektion seiner Proportionen und der einzigartigen Linienführung hat der E-Type Stylinggeschichte geschrieben und steht seit 1996 sogar als Dauerexponat im New Yorker Museum of Modern Art. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type 86 PJ Lightweight © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type E2A-Prototype © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type E2A-Prototype © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type Modern Racer © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Bumper Blade © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I California © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Coupe © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Coupe © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Las Vegas © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
 © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type Owners Handbooks © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Production Ledger © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Production Ledger © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Dashboard © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Dashboard USA © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Las Vegas © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Nevada Desert © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Open Two Seater. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I OTS © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I OTS Cabin © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I OTS Rear © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Steering Wheel Boss © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type SeriesI Straight-Six © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Wire Wheel © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Final E-Type © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Final E-Type © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
First E-Type 77RW © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
First E-Type 77RW © Jaguar

Fest steht schon jetzt: Der neue Jaguar F-Type kommt auch als Sportcoupé an. Dem Piloten versetzt die losgelassene Wildkatze Adrenalinschübe, den Passanten und anderen Automobilisten nötigt sie Respekt und Bewunderung ab – vor allem beim männlichen Geschlecht. Unser schicker Flitzer erntet bei unseren Testfahrten jedenfalls viele bewundernde Blicke von Alt und Jung. Manch einer winkt uns sogar begeistert zu und macht per Handy ein schnelles Erinnerungsfoto. So etwas erlebt man sonst nur bei Überlandfahrten mit einem Oldtimer …

Jaguar F-Type

Jaguar F-Type
Unschlagbar im Preis: Mit dem Jaguar F-Type will die britische Sportwagenschmiede an den legendären Erfolg vom E-Type anknüpfen. Ab 73.400 Euro ist der Zweisitzer zu haben. © Jaguar
Jaguar F-Type
Lange hat Jaguar am F-Type getüftelt. Auf dem Autosalon in Paris ist der Roadster erstmals zu sehen. © Jaguar
Jaguar F-Type
Der offene Sportwagen ist 4,47 Meter lang und damit 30 Zentimeter kürzer als der Jaguar XK. © Jaguar
Die Karosserie ist komplett aus Aluminium gefertig. Mit Stoffverdeck wiegt der Jaguar F-Type 1,6 Tonnen. © Jaguar
Drei Motoren stehen zur Wahl: Zwei V6 Modelle mit 340 PS oder 380 PS. Den F-Type V8 S mit 495 PS wird man für 99.900 Euro bekommen können. Je nach Antrieb fährt der Jaguar F-Type Spitzengeschwindigkeiten von Tempo 260 bis 300. © Jaguar
Jaguar F-Type
Puristisches Design: Die Türgriffe sind versenkt. © Jaguar
Auch der Heckspoiler ist versteckt angebracht. Der Flügel fährt erst ab knapp 100 km/h aus und reduziert dann den Auftrieb um 120 Kilogramm. © Jaguar
Das aktive Auspuffsystem liefert Rennsportgeräusche und ist auf Wunsch mit einer Sound-Taste erhältlich, die ein permanentes Crescendo erzeugt. © Jaguar
Das in allen drei Modellen installierte Acht-Stufen-Quickshift-Automatikgetriebe erlaubt eine manuelle Bedienung über einen zentralen Wählhebel oder Lenkrad-Wippen. © Jaguar
Im Aluminium-Zweisitzer-Sportwagen steckt die modernste Technologie und Design. © Jaguar
lle Triebwerke leiten ihre Kraft über eine Achtstufen-Automatik auf die Hinterräder; ab Werk kommt auch im jüngsten Jaguar Sportwagen das verbrauchsmindernde Jaguar Intelligent Stop/Start-System zum Einsatz. © Jaguar
Das ist der neue Jaguar F-Type © Jaguar

Heinz Wilhelm

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