Für die Umwelt

Bald Tempolimit für Kleinlaster?

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Europaabgeordnete wollen Geschwindigkeit bei Kleinlastern bis 3,5 Tonnen drosseln

Brüssel - Weniger CO2 ist gut für die Umwelt. Mitglieder der EU-Komission fordern deswegen ein Tempolimit für Laster bis 3,5 Tonnen. Vor allem die Autobauer sollen in die Pflicht genommen werden. 

Kleinlaster sollen nach dem Willen von Europaabgeordneten noch höchstens 120 Kilometer pro Stunde fahren können. Der Umweltausschuss im Europaparlament votierte am Dienstag in Brüssel für elektronische Geschwindigkeitsbegrenzer für kommerziell genutzte Kleinlaster bis zu 3,5 Tonnen Gewicht. Autohersteller müssten die notwendigen elektronischen Apparate ab 2014 einbauen. Sie sollen für niedrigeren Treibstoffverbrauch sorgen.

Neben dem Geschwindigkeitsbegrenzer stimmten die Parlamentarier auch für Grenzen für den Ausstoß des Treibhausgases CO2. Demnach sollen Kleinlaster bis zum Jahr 2020 im Durchschnitt 147 Gramm Kohlenstoffdioxid pro Kilometer ausstoßen. Damit bestätigte der Umweltausschuss ein Ziel, das die EU bereits mit einem Gesetz aus dem Jahr 2011 angepeilt hatte.

Zur Erreichung des Ziels können sich die Hersteller besonders emissionsarme Fahrzeuge mehrfach anrechnen lassen und zwar mit dem Faktor 3,5 im kommenden Jahr und mit dem Faktor 1,3 zwischen 2018 und 2023. Dies soll die Produzenten zu Investitionen in CO2-ärmere Fahrzeuge anspornen. Nach der Abstimmung im Umweltausschuss beginnen Vertreter von EU-Kommission, Parlament und EU-Staaten mit Verhandlungen. Wenn sie sich einigen, könnten die neuen Vorgaben in einigen Monaten beschlossen sein.

Klimakiller? Was es aus dem Auspuff bläst 

Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Autos stoßen bei laufendem Motor giftige und klimaschädliche Stoffe aus. Deshalb hat der Gesetzgeber Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOX), Kohlenwasserstoffe (HC) und Rußpartikel (PM) festgelegt. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2009 müssen Hersteller bei der Entwicklung neuer Autos die Abgasnorm Euro 5 einhalten. Seit Januar 2011 müssen auch alle neu zugelassenen Wagen Euro 5 erfüllen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Konkret heißt das: Benziner dürfen zum Beispiel maximal 1 Gramm CO (Kohlenstoffmonoxid) pro Kilometer ausstoßen, Diesel nur die Hälfte. Der Grenzwert für Rußpartikel beim Diesel liegt bei 5 Milligramm je Kilometer. Übrigens, die Euro-4-Norm hatte noch das Fünffache 25 Milligramm zugelassen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Anfang September 2011 wurde als Zwischenschritt die Rußmenge, die ein Auto ausstoßen darf, weiter reduziert - auf 4,5 Milligramm. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2014 müssen alle neu zugelassenen Autos Euro 6 erfüllen. Diese Norm betrifft laut dem TÜV Nord in erster Linie Diesel: Der Grenzwert für Stickoxide, die neue Fahrzeugtypen mit Selbstzündern ausstoßen dürfen, wird auf weniger als die Hälfte des derzeitig gültigen Werts gesenkt - nämlich von 180 Milligramm pro Kilometer (Euro 5) auf 80 Milligramm (Euro 6). © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenmonoxid (CO): Kohlenmonoxid ist ein Gas, das schon in geringen Mengen sehr giftig ist. Es entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen, wenn nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist. Die meisten Abgase entstehen im Leerlauf, also wenn ein Auto an einer Ampel wartet. Während des Fahrens wird hingegen wieder genügend Sauerstoff zugeführt und die CO-Konzentration sinkt wieder. © dpa
Stickoxide (NOX): Die Partikel sind u.a. schädlich für das Ozon. Stickoxid ist ein Sammelbegriff für Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff, die besonders bei hohen Brennraumtemperaturen und -drücken im Motor entstehen. NOX war der Hauptgrund für die Erfindung des Katalysators. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenwasserstoffe (HC): In den Autoabgasen befinden sich neben den Verbrennungsprodukten unverbrannte Bestandteile des Benzins, wie das krebserregende Benzol, ein sogenannter "Kohlenwasserstoff". © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Rußpartikel (PM) gelangen vor allem aus den Auspuffrohren von Dieselmotoren. Durch die Einführung der sogenannten Feinstaubverordnung wird die Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen nach der Höhe ihrer Partikelemission bundesweit einheitlich geregelt. © dpa
Auspuff Auto Schadstoffe
Übrigens ist während der morgendlichen Rush-hour zwischen sieben und acht Uhr der Kohlenmonoxidgehalt der Luft am höchsten. Autofahrer auf stark frequentierten Pendler-Routen atmen mehr Kohlenmonoxid, Benzol und Dieselruß ein als etwa ein erwachsener Fußgänger. © dpa
Die Konzentration der Schadstoffe ist nämlich im Auto um ein mehrfaches höher als auf dem Fußgängerweg. Sie gelangen durch die Lüftung in das Wageninnere, im Stau werden von der Klimaanlage sogar die Abgase des eigenen Autos angesaugt. © dpa

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dpa

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