VW fährt heute Golf-7-Fertigung an

Wolfsburg. Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen richten sich heute alle Blicke auf das Wolfsburger Stammwerk. Dort startet zum Wochenbeginn offiziell die Produktion des neuen Golf 7.

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Die jüngste Auflage seines "Brot-und-Butter-Modells" ist für den Konzern von enormer Bedeutung. Denn der Kompaktwagen soll nicht nur den Marktanteil der VW-Kernmarke im Wettrennen vor allem mit der asiatischen Konkurrenz von Toyota und Hyundai ausbauen. Im Zuge des Golf-7-Anlaufs wollen die Niedersachsen das Fertigungssystem des Modularen Querbaukastens (MQB) außerdem weiter zur Reife bringen.

Eine Sprecherin am VW-Stammsitz bestätigte den "Start of Production", bei dem nach der sogenannten Nullserie nun auch für den Markt bestimmte Fahrzeuge montiert werden. Volkswagen hatte bereits im Juli angekündigt, in der kritische Anlaufphase zusätzliche Sonderschichten zu fahren. Der Betriebsrat gab der Unternehmensspitze grünes Licht für freiwillige Einsätze von Mitarbeitern während der dreiwöchigen Werksferien (30. Juli bis 19. August).

Derzeit werde in der Frühschicht und an einer Linie gearbeitet, hieß es. Am Freitag hatte auch die "Braunschweiger Zeitung" über den Produktionsstart berichtet. Nach ihren Informationen soll Anfang der Woche schon jedes zehnte Fahrzeug, das über die Bänder läuft, eine Ausgabe der wichtigsten Modellneuheit für Volkswagen in diesem Jahr sein. Der Wagen wird auch im sächsischen Werk Zwickau gebaut.

Der Golf 7 ist für den Absatz im sogenannten Volumengeschäft ein extrem wichtiges Modell für VW. Allein im vergangenen Jahr baute der Konzern fast 914.000 Versionen des Vorgängers. Der Golf wird seit 1974 produziert und ist nach Firmenangaben das erfolgreichste Auto in Deutschland. "Bisher wurden über 26 Millionen Exemplare von ihm verkauft", berichtete ein Sprecher über den Trend der Auslieferungen.

Der Golf gelte damit nicht nur als legitimer Nachfolger des VW-Käfers, er habe das legendäre Modell gemessen am Absatz überholt. Die Zahl der Jobs, die er inklusive der Stellen bei Autozulieferern in Deutschland sichere, liege Studien zufolge bei mehr als 50.000.

Die offizielle Weltpremiere des Golf 7 ist für den 4. September in Berlin geplant, auch beim Pariser Autosalon Ende September kann die internationale Öffentlichkeit das Auto sehen. Seine Markteinführung ist für den Spätherbst oder das Jahresende vorgesehen.

Nach dem Audi A3 ist der Golf 7 das zweite Konzernmodell, das auf dem MQB basiert. Das Konzept soll die Fertigung einheitlicher und günstiger machen. VW hatte Milliardenbeträge in die Vorbereitung investiert und zahlreiche Innovationen versprochen. In der Branche wird der Golf-7-Anlauf wird nun als Nagelprobe für den MQB gesehen.

Aber auch in anderen Bereichen beschäftigt Volkswagen in den Ferien Teile der Belegschaft. In Wolfsburg sind es rund 5000 und damit fast ein Zehntel der Stammtruppe. "Die normale Produktion wird runtergefahren, aber es sind jede Menge Experten gefragt", hieß es.

Neben den letzten Vorbereitungen für die seit Jahren wichtigste Neuheit läuft der Betrieb auch an angrenzenden Montagelinien teils weiter. Gleiches gilt für die Kunststoff- und Lenkstangen-Fertigung sowie das Kunden- und Auslieferungszentrum Autostadt. An weiteren deutschen Standorten leisteten die Mitarbeiter ebenfalls Mehrarbeit. (dpa)

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