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Geringes Risiko: Falschparken kann sich laut Studie lohnen

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Von: Sebastian Oppenheimer

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In vielen Fällen rechnet sich laut einer Studie der Verzicht auf den Kauf eines Parktickets – denn das Risiko, erwischt zu werden, ist gering.

Freiburg – Falschparken kann Autofahrer teuer zu stehen kommen – speziell, wenn man sein Fahrzeug unerlaubterweise auf einem Supermarktparkplatz abstellt. Inzwischen ist es sogar möglich, Falschparker durch Smartphone Apps zu melden. Die meisten Fahrzeuglenker wollen allerdings keinen Strafzettel riskieren – und kaufen sich deshalb auf den entsprechend gekennzeichneten Flächen einen Parkschein. Dennoch kann es sich lohnen, auf das Parkticket zu verzichten – das hat nun eine Studie der Hochschule München (HM) ergeben.

In vielen Fällen rechnet sich laut einer neuen Studie der Verzicht auf den Kauf eines Parktickets – das Risiko erwischt zu werden, ist gering.
Laut Forschern kann es sich in vielen Fällen lohnen, keinen Parkschein zu kaufen. (Symbolbild) © Beautiful Sports/Imago

Geringes Risiko: Falschparken kann sich laut Studie lohnen

Als Forschungsobjekt diente den Experten die Stadt Freiburg. Datengrundlage waren sämtliche registrierten Parkvergehen des Jahres 2019 – insgesamt mehr als 180.000 Fälle. Mit enthalten waren jeweils Ort und Zeit der Parkverstöße – und auch die Dienstpläne mit den Kontrollbezirken standen den Forschern von der HM zur Verfügung. Ziel war es, herauszufinden, wie wahrscheinlich es für Falschparker ist, erwischt zu werden.

Geringes Risiko: „Ökonomisch gesehen rechnet es sich also häufig falsch zu parken“,

Das Ergebnis der HM-Studie ist ziemlich eindeutig: In vielen Stadtteilen ist das Risiko, einen Strafzettel zu bekommen, sehr gering –besonders außerhalb des Zentrums. Daher lohnt sich tatsächlich in vielen Fällen auf einen Parkschein zu verzichten – auch wenn es natürlich moralisch gesehen nicht in Ordnung ist. „Ökonomisch gesehen rechnet es sich also häufig falsch zu parken“, erklärt Professor Andreas Humpe von der Fakultät für Tourismus.

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Falschparken kann sich laut Studie lohnen – Lösung laut Experte: Strafen erhöhen

Für die Kommunen ist dieses Ergebnis natürlich problematisch – eine Lösung jedoch nicht ganz einfach. Beispielsweise könnte man nun mehr kontrollieren, doch auch das kostet zusätzliches Geld. In Berlin will man sich deshalb mit dem Einsatz von Technik helfen – sogenannte ScanCars sollen auf Parksünder-Jagd deutlich effizienter sein als Fuß-Patrouillen. Laut den HM-Forschern scheidet auch eine mögliche weitere Lösung aus: Die Parkgebühren so stark zu senken, dass Falschparken wirtschaftlich unrentabel wird – denn das würde den Individualverkehr weiter fördern, was nicht erwünscht ist.

Laut Professor Humpe von der Hochschule München gibt es daher eigentlich nur eine Lösung: „Die einzig logische Konsequenz ist es daher, die Strafen zu erhöhen.“ Allerdings sind diese über die Bußgeldkatalog-Verordnung bundesweit geregelt und können von den Städten nicht individuell angepasst werden.

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