Fiese Werbeaktion mit Botschaft

Videoleinwand schockt Fußgänger für guten Zweck

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Rot gilt auch für Fußgänger. Daran wurden Passanten in Paris auf schockierende Weise erinnert.

Dieser Werbespot arbeitet mit fiesen Mitteln, vermittelt aber eine starke und wichtige Botschaft. Man kann nur hoffen, dass diese Aktion zum Umdenken bewegt.  

Großer Schock, großer Effekt: Die Pariser Behörde für Sicherheit im Straßenverkehr hat sich gemeinsam mit der Werbeagentur Serviceplan einen fiesen Streich mit seinen Bürgern erlaubt, der seine Wirkung aber nicht verfehlen dürfte. 

Fußgänger wurden beim Überqueren einer roten Ampel mit Quietschgeräuschen erschreckt, fotografiert und anschließend auf einer Videoleinwand mit entsprechender Warnbotschaft abgebildet.  

"Virtual Crash Billboard": Videoleinwand simuliert Bremsgeräusche

Zur Vorbereitung hatten die Verantwortlichen an einem zufällig ausgewählten Pariser Fußgängerüberweg eine Videoleinwand samt Kamera aufgestellt, die sogenannte "Virtual Crash Billboard". In dem knapp zweiminütigen Werbespot auf Youtube, den Sie am Ende des Artikels ansehen können, wird die Aktion dann genau beschrieben. 

Überquert ein Passant bei Rot den Zebrastreifen, ereilt ihn wahrscheinlich der Schock seines Lebens. Denn aus den Lautsprechern der Leinwand ertönt plötzlich ein sehr lautes Quietschen von Autoreifen. So als ob tatsächlich ein Fahrzeug wegen ihm scharf abbremsen müsste. Im gleichen Moment macht die Kamera einen S chnappschuss der Situation.  

Im Video ist zu sehen, dass diese Quietsch- und Bremsgeräusche die Fußgängerinnen und Fußgänger so sehr erschrecken, dass sie zunächst völlig geschockt zusammenzucken, lauthals schreien oder ihre Hände schützend vor den Körper halten.

Anschließend merken sie dann, dass sie sich nie in Gefahr befunden haben. Verdutzt oder noch in Schockstarre nähern sie sich dem Bildschirm und erkennen sich auf den Fotos wieder, die im Moment des fiktiven Aufpralls von ihnen gemacht worden waren.

Unter dem Foto finden sich Warnbotschaften wie: "Gehen Sie nicht das Risiko ein, mit dem Tod konfrontiert zu sein. Achten Sie auf die Ampelsignale".     

"Eine falsche Bewegung kann fatale Konsequenzen haben"

Auch wenn die Aktion zunächst fies wirkt, es steckt eine wichtige und richtige Botschaft dahinter: "Eine falsche Bewegung kann fatale Konsequenzen haben".

Laut den Angaben der Videomacher sterben im Großraum Paris jedes Jahr 4500 Fußgänger bei Verkehrsunfällen. Das Video soll auf diesen Missstand aufmerksam machen und die Menschen in und um Paris wachrütteln.

Die Aktion an sich dürfte zumindest bei den betroffenen Passanten einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben und bei ihnen zu einem Umdenken führen.

Es bleibt zu hoffen, dass auch andere Verkehrsteilnehmer durch solche Aktionen für die möglicherweise fatalen Folgen eines Fehlverhaltens im Straßenverkehr sensibilisiert werden und die Regeln im Straßenverkehr zukünftig einhalten.

Populäre Irrtümer rund ums Radfahren

Roter "Teppich" für Radler: Doch ein eigener Weg ist kein Freibrief. Fahrradfahrer müssen sich im Straßenverkehr an viele Regeln halten. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn/dpa
Roter "Teppich" für Radler: Doch ein eigener Weg ist kein Freibrief. Fahrradfahrer müssen sich im Straßenverkehr an viele Regeln halten. © Tobias Hase
Ist ein Radweg vorhanden, ist er für Radler nur verpflichtend, wenn auch das entsprechende Gebotsschild - weißes Rad auf blauem Grund - darauf hinweist. Foto: Kay Tkatzik/pd-f.de/dpa
Ist ein Radweg vorhanden, ist er für Radler nur verpflichtend, wenn auch das entsprechende Gebotsschild - weißes Rad auf blauem Grund - darauf hinweist. © Kay Tkatzik
Helme können bei Unfällen schützen, sind in Deutschland für Fahrradfahrer aber nicht vorgeschrieben. Foto: Gregor Bresser/pd-f.de/dpa
Helme können bei Unfällen schützen, sind in Deutschland für Fahrradfahrer aber nicht vorgeschrieben. © Gregor Bresser
Stopp dem Irrtum: Einige Missverständnisse und Unklarheiten rund um das Fahrradfahren halten sich hartnäckig. Foto: Bodo Marks/dpa-tmn/dpa
Stopp dem Irrtum: Einige Missverständnisse und Unklarheiten rund um das Fahrradfahren halten sich hartnäckig. © Bodo Marks
Je mehr Gänge, desto besser? Das gilt heute nicht mehr generell. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn
Je mehr Gänge, desto besser? Das gilt heute nicht mehr generell. © Inga Kjer

Von Matthias Opfermann

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