Der neue Ford B-Max im Test

Der Ford B-Max: Sprachtalent mit großer Klappe

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„Kannst du nicht mal klar und deutlich sprechen?“ Mit dieser Frage werde ich oft konfrontiert, wenn ich meinen südhessischen Dialekt mal deutlich herauslasse. Der neue Ford B-Max ist da weniger wählerisch.

Als ich „A C D C“ ins Cockpit nuschle, dauert es nur einen Moment, dann zeigt der Bildschirm vor mir eine komplette Titelliste der australischen Rockband an. Trotz undeutlicher Aussprache hat mich das neue Ford-Kommunikations- und Entertainmentsystem verstanden.

Sync heißt es, abgeleitet von „Synchronisieren“. Im B-Max bringt es Ford erstmals auf den europäischen Markt. Mit mehr als 10.000 einfachen Befehlen kann man damit vom Radio bis hin zur Klimaanlage fast alles steuern, ohne spezielle Kommandos lernen zu müssen.

Allerdings geht nicht alles auf Stimmbefehl: Das Starten des 4,10 Meter langen Kleinstvans auf der Basis des Fiesta müssen wir schon selbst in die Hand nehmen. Ford hat beim B-Max die Säule zwischen Vorder- und Hintertür gestrichen. Der Einstieg ins Innere des B-Max ist dadurch mehr als 1,50 Meter breit, wenn die Vordertür geöffnet und die Schiebetür zurückgefahren ist.

Keine B-Säule, keine Verrenkungen: Sind beide Türen geöffnet, bietet der B-Max einen 1,50 Meter breiten Einstieg.

Bequem und ohne lästige Verrenkungen können die übrigen Passagiere zusteigen oder auf ihren Kindersitzen befestigt werden. Die Sicherheitsgurte für Fahrer und Beifahrer finden in den Lehnen der Vordersitze ihren Platz. Für die nötige Sicherheit beim Seitenaufprall sorgen Türrahmen aus ultrahochfestem Stahl, massive Türverschlüsse und verstärkte Verriegelungsmechanismen. Das Platzangebot im Inneren, wo viel hochwertig wirkendes Hartplastik auf uns wartet, überzeugt. Die Köpfe können sich frei bewegen und wenn die vorderen Passagiere ihre Sitze nicht zu weit zurückschieben, lässt es sich auch hinten ganz gut sitzen. Falls doch, fehlt die Variabilität der Rückbank, die sich zwar umklappen, aber nicht verschieben lässt.

Für das Gepäck gibt es 318 Liter Platz, das ist nicht viel. Dafür kann man im B-Max nach einem Besuch im Baumarkt auch Ladung mit bis zu 2,35 Meter Länge verstauen. Farbe und Blumenerde können hinter den Schiebetüren bequem dazugestellt werden.

Als Motoren gibt es einen 1,4-Liter-Benziner mit 90 PS, zwei Versionen eines Dreizylindermotors mit 100 und 120 PS sowie einen 1,6 Liter großen Benziner mit 105 PS. Letzterer steht ausschließlich mit Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung, alle anderen Varianten mit Fünfganggetriebe. Als Diesel stehen ein 1,5-Liter-Aggregat mit 75 PS und eines mit 1,6 Litern und 95 PS zur Wahl.

Im Test gefiel uns vor allem der Dreizylinder mit 120 PS und einem Drehmoment von 170 Newtonmetern, mit dem sich der B-Max ausgesprochen agil durch den dichten Verkehr der Kölner Innenstadt bewegen ließ. Das Einfahren in engere Parklücken ist dank des Wendekreises von etwas über zehn Metern problemlos. Wer dennoch ängstlich ist, kauft sich die Parksensoren und die Rückfahrkamera dazu.

Den B-Max gibt es in der Ausstattungslinie Ambiente zum Einführungspreis ab 13 990 Euro. Dann ist jedoch noch kein Radio und keine Klimaanlage dabei. Das Notbremssystem „Active City Stop“ gibt es ab der nächsten Ausstattungslinie Trend. Damit kann der B-Max dank Radarüberwachung bei Geschwindigkeiten unter 30 Stundenkilometer als erster seiner Klasse automatisch bremsen.

Wer hier dann 1200 Euro für das Infotainmentsystem investiert, kann sich darauf verlassen, dass in einer Notlage automatisch in der jeweiligen Landessprache Hilfe gerufen und der Standort des Fahrzeugs durchgegeben wird.

Von Solveig Grewe

Datenblatt: Ford B-Max Trend 1,0 Liter Ecoboost

• Motor: Dreizylinder-Turbo-Benziner mit Direkteinspritzer

• Hubraum: 999 ccm

• kW (PS) bei U/min: 88 (120) bei 6000

• Max. Drehmoment (Nm bei U/min): 170 bei 1400 – 4000

• Beschleunigung: von null auf 100 km/h in 11,2 Sek.

• Höchstgeschwindigkeit: 189 km/h

• Abgas CO2: 114 g/km

• Verbrauch: 4,9 Liter pro 100 km (Durchschnitt, kombiniert)

• CO2-Effizienzklasse: B

• Preis: ab 18.350 Euro

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