IAA in Frankfurt: Bodenständigkeit ist angesagt

+
Einer der Stars der Messe: Der VW Up.

Futuristische Elektromobile, edle Sportwagen mit 700 PS, Designstudien aus Kohlefaser und Kunststoff: Bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt zeigen die Hersteller, wie Autofahrer mit der Technik von übermorgen Sprit wahlweise sparen oder stilvoll verschwenden können.

Blickt man auf das Messe-Publikum, zählt auf der IAA jedoch vor allem Bodenständigkeit: Zwar drängen sich die Besucher auch um italienische Sportwagen und deutsche Edel-Limousinen der Zukunft. Die eigentlichen Stars sind jedoch kleine Stadtflitzer und große Familienwagen, die schon bald in den Autohäusern erhältlich sein werden.

Galerie: Eindrücke der IAA 2011

Up, Ampera und Co: Bilder der IAA 2011

Ganz oben auf der Liste vieler Messebesucher steht offenbar der VW Up. Der Kleinwagen startet 2012 mit einem Einstiegspreis von unter 10.000 Euro – und sorgte in der Volkswagen-Halle für Gedränge. Die Elektro-Version des Up lässt noch bis 2013 auf sich warten.

Kommt Ende des Jahres: Der Opel Ampera.

Schneller will Opel seinen Ampera auf die Straße bringen: Die Limousine, deren 150-PS-Elektroaggregat von einem Benzinmotor unterstützt wird, soll noch zum Jahresende bei den Opel-Händlern stehen. Ab 42.900 Euro sollen Kunden mit vollen Akkus gut 70 Kilometer fahren können, bevor sich der 86 PS starke Benziner zur Reichweitenverlängerung zuschaltet. Opel will seinen Aufwärtstrend mit dieser Technik fortsetzen – angesichts der Besucherschlangen, die sich auf der IAA für das Probesitzen im Ampera bildeten, stehen die Chancen dazu nicht schlecht.

Auf die Verbindung von Sprit und Strom setzt auch Peugeot mit dem 3008 Hybrid4, der Ende des Jahres als erster Diesel-Hybrid in Großserie startet, und seinem Bruder 508 RXH. Bei beiden wird der 163-PS-Dieselmotor an der Vorderachse von einem 37-PS-Elektroantrieb an den Hinterrädern unterstützt, was den Verbrauch auf etwa vier Liter pro 100 Kilometer drücken soll. Startpreis des 3008: knapp 40.000 Euro. Der 508 RXH dürfte beim Verkaufsstart 2012 deutlich darüber liegen.

Vergleichsweise konservativ geht Mazda mit seinem neuen CX-5 ins Rennen gegen Konkurrenten wie den VW Tiguan. Statt auf E-Antrieb oder Werkstoffe wie Aluminium setzen die Japaner bei dem kompakten SUV auf Stahl-Leichtbau und Skyaktiv-Motorentechnik mit besonders hoher Verdichtung. Ergebnis: Mit 4,5 Litern Diesel auf 100 Kilometern soll der CX-5 besonders genügsam sein – und mit 1,5 Tonnen geradezu ein Leichtgewicht unter den Geländewagen. (ntz)

Wunderbar und sonderbar: Splitter von der IAA

Wunderbar: Klar, bei der IAA geht es um die Autos. Doch was wäre glänzender Lack auf perfekt ausgeleuchteten Bühnen ohne das in Stein gemeißelte Lächeln, mit dem die Messe-Hostessen die neuesten Modelle präsentieren – und auch die plattesten Macho-Witze und Anmachen geduldig überstehen? Übertroffen wird dieses wunderbare Lächeln meist nur durch verdutzte männliche Gesichter.

Zum Beispiel, wenn eine Hostess auf die herablassende Scherzfrage „Und was ist ihr Traumauto? Ein blaues?“ antwortet: „Eigentlich war es immer ein M3, aber seit mir mein Vierer-Golf ständig Ärger mit den Ventilen und der Nockenwelle gemacht hat, spare ich auf einen RX-8 mit Wankelmotor.“

Sonderbar: Dass einige Messebesucher ihre Traumwagen unbedingt aus nächster Nähe begutachten wollen, kann man ihnen nicht verübeln. Sonderbar erschien jedoch ein junger Mann, der zu einem neuen Modell offenbar eine besonders enge Beziehung aufbauen wollte – und dazu das Auto mehrfach umkreiste, um es mit eigenen Händen zu erfühlen.

Noch sonderbarer: Die studentische Aushilfskraft, die das Modell von Staub und Fingerabdrücken befreien sollte und seelenruhig hinter dem jungen Mann her wischte, anstatt ihn um etwas mehr Zurückhaltung zu bitten.

Am sonderbarsten: Die Unbeirrbarkeit, mit der der junge Mann seine Runden fortsetzte – sogar nachdem die Aushilfskraft ihm vor Putzeifer und Unachtsamkeit in die Hacken gelaufen war. (ntz)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.