Gaunerjagd per Satellit

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Gaunerjagd per Satellit - Gestohlene Autos mit GPS orten.

Gähnende Leere in der Parklücke - dabei stand das Auto doch gestern noch dort. Der Halter ist ratlos. Doch der Wagen selbst kann wissen, wo er steht und quasi einen Notruf absetzen.

Das gute Stück ist zwar geklaut, doch sobald die Koordinaten bekannt sind, kann die Polizei auf eine Suche einleiten. Bis jetzt verzichten die meisten Autokäufer auf solche Sicherungs-Systeme.  

Dabei sind gerade Fahrzeuge deutscher Premium-Marken bei Dieben beliebt. Jeden Tag werden in Europa 2.700 Autos gestohlen, heißt es bei Porsche unter Berufung auf die Statistikbehörde Eurostat.

Ist der Wagen geknackt, sind die Chancen auf Wiederbeschaffung oft gering. Vor allem dann, wenn er gleich außer Landes geschafft wird. GPS-Ortungssysteme können dabei helfen, Verbrechern das Handwerk zu legen. Doch den Durchbruch hat die Technik bislang nicht geschafft.

Autos & Rekorde: Spitzenwert oder Schlusslicht

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Schneller, höher oder weiter - Autofans kennen die schnellsten, stärksten und günstigsten Trümpfe. Doch welche Modelle sind zurzeit die Serienwagen der Superlative, die offiziell als Neufahrzeuge in Deutschland angeboten werden? Klicken Sie sich durch die Rekordhalter der Autowelt. © dpa/Hersteller
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PREIS: Ein Bugatti Veyron 16.4 Super Sport kostet 1,96 Millionen Euro. Mehr kann man für ein Serienauto momentan nicht ausgeben. © dpa/Hersteller
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PREIS: Der Dacia Sandero ist dagegen ab 6990 Euro ein absolutes Schnäppchen. Anstelle eines Bugatti Veyron 16.4 Super Sport könnten Liebhaber der rumäischen Kleinwagen gleich 281 Dacia erwerben. © dpa/Hersteller
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LEISTUNG: Der 8,0 Liter große 16-Zylinder-Motor im Bugatti Veyron Super Sport entwickelt 883 kW/1200 PS - fast doppelt so viel.... © dpa/Hersteller
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...wie eine Corvette C6 6.2 V8 ZR1 Coupé mit 476 kW/647 PS... © dpa/Hersteller
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...Mit einem Zehntel des Veyron-Hubraums und 40 kW/54 PS bildet der Smart Fortwo 0.8 cdi das Schlusslicht bei der Leistung. © dpa/Hersteller
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BESCHLEUNIGUNG: Das Feld der Spitzensprinter führt ebenfalls der Veyron an: In 2,5 Sekunden stehen 100 km/h auf dem Tacho. © dpa/Hersteller
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Der Porsche 911 3.8 Turbo S Coupé sprintet aus dem Stand binnen 3,3 Sekunden auf Tempo 100. © dpa/Hersteller
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Da bleibt dem Fahrer eines Hyundai H-1 Travel mit 81 kW/110-PS-Diesel reichlich Zeit zum Staunen: Mit 23,7 Sekunden ist der Kleinbus der trägste Serienwagen. © dpa/Hersteller
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HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT: Und wieder liegt Bugatti vorn: Mit Spitzentempo 431 hängt der Veyron Super Sport alle übrigen Autos mit Straßenzulassung ab. Die Kaufversion riegelt das Tempo bei 415 km/h ab. Damit ist der Sportwagen noch 75 km/h schneller als... © dpa/Hersteller
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...Lamborghini Murcielago LP 640 E-Gear © dpa/Hersteller
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Die Schnecke: Der Land Rover Defender Station Wagon erreicht maximal 132 km/h. © dpa/Hersteller
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LÄNGE: Zwischen den Stoßfängern des Daimler-Luxusliners Maybach 62 erstrecken sich 6,17 Meter Blech - mehr als bei jedem anderen Serienwagen auf dem deutschen Markt. © ampnet photo
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Problemlos passen zwei Exemplare des kürzesten Autos in die Parklücke, die einem Maybach gerade reicht: Der Smart Fortwo misst nur knapp 2,70 Meter. © Hersteller
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BREITE: Mit einem Jeep Grand Cherokee oder den Ford-Modellen Galaxy und S-Max kann es auf kleinen Straßen schon mal eng werden: Ab den Spitzen der Außenspiegel gemessen sind sie mit etwas mehr als 2,15 Metern die breitesten Serienwagen der Nation. © dpa
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Ziemlich breit: Ford Galaxy © dpa/Hersteller
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Ford S-Max © dpa/Hersteller
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Am unteren Ende der Liste steht der 1,56 Meter schmale Stadtflitzer Smart Fortwo. © dpa/Hersteller
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HÖHE: Für den Land Rover Defender sind viele Parkhäuser tabu: Einige Varianten der Modelle 90 und 110 ragen rund 2,06 Meter in die Höhe - zu viel für die meisten Großgaragen. © dpa/Hersteller
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Mit solchen Problemen muss sich am Steuer eines Lotus Elise niemand herumschlagen: Die Dachkante befindet sich nicht ganz 1,12 Meter über dem Asphalt. © dpa/Hersteller
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GEWICHT: Der Elefant unter den hierzulande gehandelten Serienautos ist der Maybach 62: 2855 Kilogramm bringt der Oberklassewagen auf die Waage. © amphnet Photo
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In der Fliegengewichtsklasse bleibt der Smart Fortwo 1.0 mhd Coupé mit 750 Kilogramm unerreicht. © dpa/Hersteller
VERBRAUCH: Den größten Durst hat der Bugatti Veyron - und zwar in der Basisversion: 24,1 Liter Benzin verbrennt der Supersportwagen im Schnitt auf 100 Kilometer (CO2-Ausstoß: 574 g/km). Das Topmodell Veyron Super Sport gibt sich immerhin mit einem Liter weniger zufrieden (CO2-Ausstoß: 539 g/km) © 
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Die zweitgrößten Spritschlucker sind der Lamborghini Murcielago LP 640 und... © dpa/Hersteller
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...der Ferrari 599 GTB Fiorano: Beide benötigen 21,3 Liter (CO2-Ausstoß: 490 g/km). © dpa/Hersteller
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Sparsam im Verbrauch ist dagegen der Smart Fortwo 0.8 cdi Coupé. Der Kleine begnügt sich mit 3,3 Litern Diesel (CO2-Ausstoß: 86 g/km). © dpa/Hersteller
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NEUZULASSUNGEN: In den Kfz-Zulassungsstellen der Republik waren im vergangenen Jahr VW-Golf-Käufer wieder einmal am häufigsten anzutreffen. In all seinen Varianten, wozu auch der Jetta gezählt wird, wurde das Kompaktmodell von Anfang Januar bis Ende Dezember insgesamt 251 078 Mal als Neuwagen angemeldet. © dpa/Hersteller
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Seltenster Kandidat unter den Neuzulassungen: Der exklusive Rolls-Royce Phantom mit gerade einmal 9 Neuzulassungen. © dpa/Hersteller

Die GPS-Technik könne Kfz-Diebstähle zwar nicht verhindern, erklärt Daniel Groß von Cobra Telematics, einem schweizer Anbieter für sogenannte Telematikdienste. Die Ortungssysteme des Unternehmens alarmieren aber sofort ein Kundencenter, wenn etwa unbefugt die Autotür geöffnet oder der Wagen außerhalb eines vom Halter bestimmten Bereichs bewegt wird. “Per GPS wird das Auto dann geortet, und es wird die Polizei benachrichtigt, die die Rückholung einleitet. Manchmal sitzt der Dieb noch am Steuer, wenn die Polizei eintrifft“, sagt Groß. 2010 hat Cobra nach eigenen Angaben das Wiederauffinden von 700 Autos ermöglicht - Gesamtwert: 35 Millionen Euro.

Mit dem Cobra-System lassen sich Fahrzeuge vieler Marken nachrüsten. Porsche bietet es seit 2005 ab Werk als Extra für alle Neuwagen an. Die Einbauvorrichtung kostet je nach Modell bis zu 300 Euro. Hinzu kommen ein Steuergerät für knapp 1200 Euro sowie laufende Kosten, die der Servicepartner Cobra erhebt und die von Markt zu Markt variieren, erläutert Porsche-Sprecher Hermann-Josef Stappen.

Der Diebstahlschutz heißt bei dem Zuffenhausener Sportwagenbauer Vehicle Tracking System. Das Fernortungssystem löst Alarm aus, sobald Antenne oder Batterie abgeklemmt werden oder wenn das Fahrzeug ohne eingeschaltete Zündung einen 400-Meter-Radius verlässt. Technische Voraussetzungen sind ein Mobilfunk- und ein GPS-Modul im Auto.

Möglich ist es auch, aus der Ferne die Auto-Alarmanlage zu aktivieren oder ein erneutes Starten des Motors zu unterbinden. Jeder Manipulationsversuch wird an das Service-Center übertragen, das mit dem Kunden Kontakt aufnimmt und nachfragt, ob der Wagen wirklich verschwunden ist. Laut Porsche funktioniert das System in Europa und Südafrika. Eine permanente Überwachung seines Standorts muss kein Porsche-Fahrer fürchten: Die Autos werden werden nur im Ernstfall aufgespürt, verspricht der Autohersteller.

Die Firmenautos des Jahres 2011

Mehr als 250 Fuhrparkmanager haben in dieser Woche 61 Fahrzeugmodelle in neun Kategorien getestet und bewertet, um die „Firmenautos des Jahres 2011“ zu wählen. Den Preis verleiht die Fachzeitschrift „Firmenauto“ zusammen mit der Sachverständigenorganisation Dekra. Bei den Mincars siegte der Ford Ka... © Hersteller
...der Fiat 500 gewann die Importwertung. © Hersteller
Der Volkswagen Polo (Sieger der Gesamtwertung) und Honda Jazz Hybrid (Gewinner der Importwertung) entschieden die Kleinwagenklasse für sich, in der Kompaktklasse waren es der Audi A3 Sportback und der Škoda Octavia Combi. © Hersteller
und Honda Jazz Hybrid (Gewinner der Importwertung) entschieden die Kleinwagenklasse für sich. © Hersteller
In der Kompaktklasse waren es der Audi A3 Sportback... © Hersteller
...und der Škoda Octavia Combi. © Hersteller
In der Mittelklasse heißen die Sieger: Mercedes-Benz C-Klasse T-Modell und... © Hersteller
...Škoda Superb Combi. © Hersteller
In der oberen Mittelklasse gab es mit dem BMW 5er Touring nur einen Gesamtsieger. © Hersteller
Audi Q5 und Volvo XC 60 sowie Porsche Cayenne und Range Rover Sport hießen die Gewinner bei den kompakten sowie den großen SUV. © Hersteller
Volvo XC 60 © Hersteller
Porsche Cayenne © Hersteller
Range Rover Sport © Hersteller
Seat Alhambra „Firmenauto des Jahres 2011“ in der Kategorie Maxivan. © Hersteller
Kompaktvan: Volkswagen Touran © Hersteller

Bei den als Diebesgut besonders beliebten Luxusautos deutscher Hersteller sind Ortungssysteme auf dem Heimatmarkt jedoch Mangelware. Mercedes-Benz betreibt in den USA und Kanada Fahrzeugortung mit dem Telematikdienst mbrace. “Unter dem Namen Teleaid gab es so etwas auch einmal in Deutschland. Doch der Dienst wurde eingestellt, weil die Kunden ihn nicht nachfragten“, sagt Pressesprecher Benjamin Oberkersch. Und so lange Kfz-Versicherungen für Fahrzeuge mit einem Diebstahlortungssystem keine Rabatte einräumten, bleibe das Thema in Europa eher uninteressant.

“Sobald es Anreize für den Kunden durch die Versicherungen gibt, können wir sofort reagieren“, sagt BMW-Sprecherin Michaela Wiese. Zwar bietet BMW im Ausland über Tochtergesellschaften und lokale Provider eigene Tracking-Lösungen an. Das Angebot gibt es allerdings in Deutschland bislang nicht. VW-Technologie-Sprecher Peter Weisheit stellt fest: “Derzeit gibt es keine nennenswerte Nachfrage.“

Bei der Konzerntochter Audi wird dem Kunden die freie Wahl eingeräumt: “Alle neuen Audi-Modelle haben ab Werk die Vorrüstung für einen Ortungsassistenten“, sagt Audi-Sprecher Oliver Strohbach. Nachrüstsets könnten beim Händler oder Importeur geordert werden. Kostenpunkt: je nach Funktionsumfang zwischen 1000 und 1800 Euro. Hinzu kommen laufende Servicekosten von 250 Euro pro Jahr.

Der Autobauer Volvo schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Sein automatisches Notrufsystem onCall, das für alle größeren Baureihen für 850 Euro extra angeboten wird, ist auch bei Diebstahl nützlich. Denn wie bei schweren Unfällen die genauen GPS-Daten des Unfallorts an Servicezentrale und Einsatzkräfte gesendet werden, kann dies auch geschehen, wenn Langfinger zugegriffen haben - aus Sicherheitsgründen aber nur in Verbindung mit einer Diebstahlanzeige bei der Polizei.

Auch Citroën hat das Potenzial seines Notrufassistenten eTouch zur Überführung von Autodieben erkannt. “Bei Diebstählen könnte man die Technik nutzen“, sagt Sprecher Stephan Lützenkirchen. Nach und nach soll eTouch in alle Citroën-Modelle serienmäßig integriert werden, der DS3, DS4 und der aktuelle C5 haben es bereits an Bord. Dennoch ist ein Service zur Diebstahlortung bislang nicht vorgesehen.

Stefan Weißenborn, dpa

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