Ab 1. Juli: TÜV-Muffel riskieren Bußgeld

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Bundesrat beschließt Reform der Hauptuntersuchung. Demnach wird unter anderem ein Gebühren-Aufschlag von 20 Prozent fällig, wenn der Wagen mehr als zwei Monate zu spät zur Pflichtprüfung gebracht wird.

Künftig wird es teurer, wenn Autofahrer den Termin für die Hauptuntersuchung deutlich überziehen. Außerdem riskieren unpünktliche Autobesitzer auch einen Punkt in Flensburg.

Wenn Autofahrer ihren Wagen deutlich zu spät zur Hauptuntersuchung bringen, wird das künftig teurer. Bei mehr als zwei Monaten über dem vorgegebenen Datum soll ein Gebühren-Aufschlag von 20 Prozent fällig werden. Das sieht eine Reform der Pflichtprüfung vor, die der Bundesrat am Freitag mit einigen Änderungen billigte. Grund sei eine dann nötige vertiefte Untersuchung. Im Gegenzug gilt die neue Plakette aber volle zwei Jahre vom Tag der Untersuchung an und wird nicht mehr auf den ursprünglichen Termin zurückdatiert.

Ein 20-Prozent-Aufschlag auf die Gebühr, die bei Autos ohne Mehrwertsteuer zwischen 27,80 und 43,50 Euro betragen darf, bedeutet das einen Aufschlag von netto 5,56 bis 8,70 Euro.

Vorgesehen ist auch ein einheitliches System für die Mängel- Erfassung bei allen Prüforganisationen wie den Technischen Überwachungsvereinen (TÜV) oder Dekra. Die Verordnung der Bundesregierung soll nach dem Willen der Länderkammer voraussichtlich zum 1. Juli in Kraft treten.

Jetzt drohen auch schon Verwarngelder

Zwei bis vier Monate nach Ablauf der HU-Plakette auf dem Kennzeichen kann die Polizei 15 Euro kassieren, erläutert die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Nach vier Monaten sind 25 Euro fällig, nach acht Monaten 40 Euro und zwei Punkte. Plakettenmuffel können außerdem den Versicherungsschutz verlieren: Bei grober Fahrlässigkeit darf der Versicherer im Schadensfall Leistungen kürzen.

Die Tops und Flops im TÜV-Mängelreport

Der TÜV hat in seinem jährlichen Mängelbericht anhand der Ergebnisse der Hauptuntersuchungen erstellt. Verglichen wurden die Modelle nach Altersgruppen. Toyota Prius erneut an der Spitze. Nur 1,9 Prozent des Hybrid-Modells, das nach drei Jahren das erste Mal zur Hauptuntersuchung muss, fallen durch erhebliche Mängel auf. © Toyota Prius
Toyota Auris - durchschnittlichen Mängelquote von 2,6 Prozent den zweiten Platz mit dem Mazda 2. © Toyota Auris
Bei den zwei bis drei Jahre alten Autos fährt der Mazda 2 mit einer Mängelquote von 2,4 Prozent auf Platz zwei an der Spitze mit. © Mazda
Beim Rankings der Zwei- und Dreijährigen landet der VW Golf Plus auf dem zweiten Platz. © VW
Unter den Besten: Porsche Boxster und Porsche Camann (zwei- bis drei Jahre alten Modelle) © dpa
Unter den vier bis fünf Jahre alten Autos fährt der VW Golf Plus auf Platz 1 mit 3,4 Prozent Mängelquote. © dpa
Der Toyota Corolla Verso belegt Platz zwei in der Liste der sechs- bis siebenjährigen Autos mit einer Mängelquote von 3,6 Prozent. © dpa
Top in Form ist der Toyota RAV 4 erreicht bei den Acht- bis Neunjährigen und bei den Senioren (zehn bis elf Jahren) Platz 2.  © dpa
Der Porsche 911 hat in der Altersklasse der sechs bis sieben Jahre alten Modelle, der acht bis neun jahre alten Modelle und bei den zehn bis 11 Jahre alten Modellen den Spitzenplatz erobert. © dpa
Schlusslicht im TÜV Mängelreport 2012: Dacia Logan. Am unteren Ende des Rankings der Zwei- und Dreijährigen finden sich in diesem Jahr auch zwei typische Gewinner der Abwrackprämie: Der Dacia Logan als Schlusslicht 2012 mit einer Mängelquote von 12,5 Prozent © Dacia
Flop im TÜV Mängelreport 2012: Fiat Panda (Mängelquote 11,6 Prozent). Defekte Beleuchtung, Probleme an Bremsen: Knapp 20 Prozent der Wagen in Deutschland haben so schwere Mängel, dass sie die TÜV-Plakette nicht auf Anhieb bekommen. Lesen Sie hier mehr... © Fiat

Der Autofahrerclub ADAC kritisierte die neue “Strafgebühr“ für die verspätete Hauptuntersuchung. Sie komme “einem reinen Abkassieren des Autofahrers gleich“. Bestehende Bußgelder reichten als Sanktion aus. Für einen erweiterten Prüfumfang gebe es keine technische Begründung. Prüfstellen dürften nicht Vollstrecker bei Ordnungswidrigkeiten sein. Bundesverkehrsministerium und Bundesumweltministerium argumentieren dagegen im Verordnungsentwurf, für die Bürger entstehe keine Mehrbelastung. Dass die Plakette mit einer vollen Frist von zwei Jahren bis zum nächsten Untersuchungstermin vergeben wird, kompensiere den 20-Prozent-Aufschlag.

Die irrsten Autofahrer der Welt

Scheibenwischer kaputt?! Mit einer Paketschnur per Handbetrieb war ein Autofahrer bei Regen auf der Autobahn unterwegs.
Scheibenwischer kaputt?! Mit einer Paketschnur per Handbetrieb war ein Autofahrer bei Regen auf der Autobahn unterwegs. © Polizei
Ein toter Walhai wird auf einem Traktor zu einem Fischgroßmarkt in Xiangzhi (China) transportiert. Ein einheimischer Fischer hatte den Walhai aus dem Meer gezogen. Anfangs war der Mann überzeugt, dass ihm ein "Seeungeheuer" ins Netz gegangen wäre. 
Petri Heil! Ein toter Walhai wird auf einem Traktor zu einem Fischgroßmarkt in Xiangzhi (China) transportiert. Ein einheimischer Fischer hatte den Walhai aus dem Meer gezogen. Anfangs war der Mann überzeugt, dass ihm ein "Seeungeheuer" ins Netz gegangen wäre.  © AFP
Polizei stoppt pinken Opel im "Pozilei"-Design.
Polizei stoppt pinken Opel im "Pozilei"-Design. Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie in um 1.30 Uhr am Sonntagmorgen in Hüllerup bei Flensburg einen besonderes Fahrzeug stoppten. Und zwar einen rosafarbenen Opel. Hinter dem Steuer saß eine junge Fahrerin. © dpa/ Polizei Flensburg
Man muss schon sehr genau hinsehen, um zu begreifen, was der 47-Jährige aus Polen alles auf seinen 40-Tonner geladen hat: Auto auf Laster auf Laster auf Laster, also drei Fahrzeuge hatte der Lkw-Fahrer auf- und ineinander geladen. Der Polizei Krefeld fiel das ungewöhnliche Gespann auf, als der Mann gerade dabei war, einen weiteren Transporter auf den Anhänger seines Lastzuges zu laden. © Pol Krefeld
3 Laptops im Lkw
Bei einer Routinekontrolle stoppte die Schweizer Polizei am Montag einen Lastwagen mit drei Laptops im Führerhaus. Was einen normalen Menschen schon am Schreibtisch überfordert, praktizierte der Lasterfahrer ganz selbstverständlich hinterm Steuer auf der Autobahn. © Polizei Kanton Solothurn
Da die Hecktüren des Transporters trotz der Millimeterarbeit beim Einpacken nicht ganz zugingen, fiel die Ladung einer Streife der Autobahnpolizei auf. Die beiden kasachischen Fahrer hatten einen Mittelklassewagen auf die Seite gelegt und passgenau hochkant in ihren Kleintransporter geschoben. © Polizei/dpa
Zwei junge Autofreaks haben sich im Kreis Vechta mit einem umgebauten Auto der besonderen Art eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Der Auspuff des Wagens ragte vorne aus der Motorhaube. Auch über das selbst gemalte Kennzeichen aus Pappe staunten die Beamten nicht schlecht. © Polizei/dpa
Manchmal muss selbst die Polizei noch staunen: Ein Autofahrer hat in Bremervörde eine Badewanne hinter sich hergezogen. Der Anhänger schlingerte an einem langen Seil hin und her. Funken flogen in alle Richtungen. In der Wanne saß ein Mann mit Motorradhelm. © dpa
In Österreich hat es Niko Alm, ein Anhänger der Spaßreligion "Fliegendes Spaghettimonster" mit Nudelsieb auf dem Kopf auf seinen Führerschein geschafft. Er habe gesehen, dass man bei Passfotos ausnahmsweise ein Kopfbedeckung tragen dürfe, wenn diese religiös begründet sei. © Polizei
Auto mit Baumstämmen beladen
Bei einer Kontrolle in Eisenach hat die Polizei einen mit sechs Baumstämmen beladenen Kleinwagen aus dem Verkehr gezogen. Der Fahrer hatte seinen Ford Fiesta mit zweieinhalb Meter langen Stämmen beladen, die weit aus dem Kofferraum herausragten. Die Stämme hatten einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern und die Ladung war nicht gesichert. © Polizei/dpa
Das Wrack eines Pkw Jaguar wird von Tauchern der hessischen Wasserschutzpolizei aus dem Main bei Kelsterbach geborgen. © Polizei/dpa
Bei Vollbremsung Genickbruch: Die Aachener Polizei hat ein höchst riskant beladenes Auto zweier Handwerker in Aachen angehalten. Zwei Stuckateure hatten eine lange Leiter durch den offenen Kofferraum über den Kopf des Beifahrers gelegt und den Hals quasi als Halterung genutzt. © Polizei/dpa
Ist der Fahrer dieses Wagens ein wahrer Einparkkünstler? Urteilen Sie selbst. © herne
Der Mann aus Norwegen war von Polizisten gestoppt worden, als er mit Rollskiern auf der Autobahn unterwegs war, um Benzin für sein liegen gebliebenes Auto zu holen. Nach einer Verwarnung musste der Mann seinen Weg zu Fuß fortsetzen. © Polizei
Ist dieser Trabi etwa zu überladen? © dpa
VW Polo Couch Sofa an Bord
Unglaublich, was so alles in einen VW Polo (viele denken, das muss doch ein Golf sein) passt. Ein Autofahrer hatte neben seiner Frau eine komplette Couchgarnitur in seinen Wagen gepackt. Doch die Polizei stoppte den Transport.  © Polizei
Ein 24-jähriger Autofahrer hatte in den Kofferraum seines Kleinwagens einen Jetski geladen.
Komplett vom Kurs abgekommen ist wohl dieser Autofahrer: Mit einem Jetski an Bord und offener Heckklappe war der Wassersportler auf der Autobahn unterwegs. © Polizei
Panzer
Das braungrüne Tarnmuster auf dem Wagen hat wenig genutzt. Eine Streife der Polizeiautobahnstation Südhessen fiel der „Panzer“ sofort ins Auge. © Polizei
Panzer
Bei dem kuriosem Gefährt handelte es sich jeoch eigentlich um einen umgebauten Ford Galaxy im Camouflage-Look. Der 26-jährige britische Autobesitzer hatte einen „Geschützturm“ mit passendem Rohr auf das Dach montiert und den Van komplett in Tarnfarben umlackiert.  © Polizei
Pony auf dem Rücksitz: Die Polizei Koblenz stoppte den ungewöhnlichen Transport
Pony auf dem Rücksitz: Die Polizei Koblenz stoppte den ungewöhnlichen Transport. © POL Koblenz
Mit einer Lichterkette hinter seiner Windschutzscheibe hat ein Autofahrer die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich gezogen. Dazu hatte der Mann noch nachtaktive Nager an Bord. Die Hamster habe der 29-Jährige nicht allein zu Hause lassen wollen. © Polizei

Kritik an der neuen "Strafgebühr"

Unterschiedliche Praktiken in Ländern würden zudem bundesweit vereinheitlicht. Die einheitliche Erfassung der Mängel soll auch dem Aufbau einer umfassenderen Statistik dienen. Bei neu zugelassenen Wagen soll die Elektronik mit neuen, effizienteren Diagnosegeräten geprüft werden. Vorgesehen ist auch eine kurze Probefahrt, um die elektronischen Sicherheitssysteme für die Prüfung zu aktivieren.

dpa

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