Der Weg zum Händler lohnt

Zwischen sechs und sieben Millionen Pkw wechseln jährlich ihren Besitzer. Vor dem Saisonstart im Frühling sind die Gebrauchten besonders begehrt. ZDK-Vizepräsident Ulrich Fromme über Spielregeln und Fußangeln.

Laut DAT-Report 2011 wählten 55 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer den Weg zum Händler. Wo liegen die Vorteile gegenüber dem Privatkauf?

Ulrich Fromme: Wer zum Händler geht, kauft Sicherheit. Händler haften grundsätzlich mindestens ein Jahr für Sachmängel, Privatverkäufer in der Regel nicht. Die Kfz-Meisterbetriebe garantieren zudem mit ihrem Label „Gebrauchtwagen mit Qualität und Sicherheit“ die Prüfung aller wichtigen Baugruppen. Sie kennen das Auto aus dem Effeff, machen die Besitzer mit allen Details vertraut und besorgen passendes Zubehör.

Sollte es zu Streitigkeiten zwischen Kunde und Innungsbetrieb kommen, schlichtet die Kfz-Schiedsstelle. Das ist für den Kunden kostenlos und erspart meistens den teuren Gang zum Gericht. Außerdem liegen die Reparaturaufwendungen für einen Gebrauchten laut DAT-Report 2011 im ersten halben Jahr nach dem Kauf von Privat im Durchschnitt dreieinhalbmal höher als nach dem Kauf beim Händler. Dies alles sind Argumente, die immer mehr Kunden überzeugen.

Lohnt eine Garantieversicherung für gebrauchte Autos?

Fromme: Grundsätzlich ja, denn sie übernimmt etwaige Reparaturkosten ganz oder zum Teil. Laufleistung und Alter des Fahrzeugs spielen dabei allerdings eine Rolle. Die Faustregel lautet: Bei weniger als 100 000 Kilometer Laufleistung oder einem Fahrzeugalter bis zu sechs Jahren lohnt sich die Versicherung auf jeden Fall. Abhängig von der Laufleistung werden die Lohn- und Materialkosten bei Reparaturen an wichtigen Baugruppen übernommen.

Weiterer Vorteil: Im Vergleich zur Sachmängelhaftung, die nur Mängel reguliert, die bereits beim Kauf vorlagen, spielt dies bei der Gebrauchtwagengarantie keine Rolle. Typische Verschleißreparaturen sind allerdings ausgeschlossen.

Etwa ein Drittel der Gebrauchtwagen werden aufgrund von Internetangeboten gekauft. Wie stellen sich die Händler darauf ein?

Fromme: Am Internet führt heute kein Weg vorbei. Für die Händler ist es ein wichtiges Medium, Kunden zu informieren und zu kontaktieren. Das erfordert Transparenz und Seriosität bei den Angeboten auf den eigenen Internetseiten, aber auch bei den Fahrzeugbörsen. Nur so können Käufer vor betrügerischen Anbietern und Anzeigen geschützt werden.

ZDK, Wettbewerbszentrale, ADAC und die beiden großen Internetbörsen AutoScout24 und mobile.de haben deshalb Spielregeln in einem „Kodex für den Fahrzeughandel im Internet“ aufgestellt. Fahrzeugbörsen, die diese Regeln für ihre Inserenten verbindlich machen, veröffentlichen den Kodex direkt auf ihren Internetseiten.

Und woran erkennen Käufer nun genau seriöse Angebote?

Fromme: Zum Beispiel am Absender, der die Impressumpflicht im Internet erfüllt: Name, Telefon, Mail, Postanschrift, Geschäftssitz, Unternehmensform, sämtliche Register und Identnummern sind notwendig.

Die Anzeigen müssen Bruttoendpreise sowie vollständige und wahrheitsgemäße Angaben zum Fahrzeug enthalten, wie Kilometerstand, Datum der Erstzulassung und Kategorie einschließlich erheblicher Mängel. Sind diese Bedingungen erfüllt und ist der Betrieb Mitglied der Kfz-Innung, kann man von einem seriösen Anbieter ausgehen. (nh)

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