Höhere Bußgelder für Winterreifenmuffel

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Wer ohne Winterreifen unterwegs ist, muss im Falle eines Unfalls künftig höhere Bußgelder zahlen.

Berlin - Wer bei Schnee, Eis oder Matsch ohne Winterreifen unterwegs ist, muss dafür künftig doppelt so viel Bußgeld zahlen wie bisher.

Das Bundesverkehrsministerium bestätigte am Montag Angaben des Autoclubs ACE, wonach demnächst 40 statt 20 Euro und im Fall einer Verkehrsgefährdung sogar 80 statt 40 Euro fällig sind. Bei Letzterem kommt wie bisher noch ein Punkt in Flensburg dazu. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte, den zuständigen Verbänden und Ressorts sowie den Ländern sei ein Verordnungsentwurf zur Winterreifenthematik mit der Bitte um Stellungnahmen zugeleitet worden.

ADAC Winterreifen Test 2010 - große Reifen

Winterreifentest
ADAC Winterreifen Test 2010: Im Test wurden 28 verschiedene Winterreifen auf ihr Fahrverhalten auf nasser, trockener, verschneiter und vereister Fahrbahn getestet. Bei den größeren Reifen (225/45 R 17 91&94 H) liegt der Michelin Alpin A4 absolut an der Spitze. Trotz sensationell geringem Verschleiß kann der Michlin auch noch mit der Bestnote auf Nässe aufwarten. © ADAC
Continental WinterContact TS830P
Schneestarke erwies sich auch der Continental WinterContact TS830P. Der große Winterreifen ist ab 152 Euro zu haben. © ADAC
Dunlop SP Winter Sport 3D
Zum besten Trio zählt auch der Dunlop SP Winter Sport 3D: Das ADAC Gesamturteil lautet, ein sehr ausgewogener Reifen, sehr gut in allen sicherheitsrelevanten Disziplinen. © ADAC
Winterreifentest
Eher mäßige Leistungen zeigte der Fulda Kristall Contzrol HP: Urteil: Positive Wertung auf Schnee, leichte Schwächen auf nasser Straße und auf Eis. © ADAC
Winterreifentest
Zu den besonders schwachen Winterreifen gehört auch der Interstate WinterIWT-2: leichte Schwächen im Schnee und auf Eis, schwach auf trockener Straße und sehr schwach auf nasser Straße. ADAC Gesamturteil: mangelhaft.  © ADAC
Winterreifentest
Bei einer Vollbremsung  aus Tempo 100 auf nassem Asphalt kommt der Westlake SW601 Snowmaster erst nach mehr als 22 Metern zum Stehen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Autos mit den Chinapneus noch mit 46,5 beziehungsweise 52,2 km/h unterwegs. Solch gravierende Unterschiede können in der Praxis darüber entscheiden, ob es zu einem Unfall kommt oder nicht. © ADAC

Nach Auswertung der Antworten werde der endgültige Entwurf dem Bundesrat vorgelegt, damit dieser möglichst noch vor Beginn der Wintersaison die Verordnung verabschieden könne. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte den Schritt angekündigt, nachdem im Sommer ein Gericht entschieden hatte, dass die seit 2006 gültige Vorschrift zur “geeigneten Bereifung“ wegen rechtlicher Unbestimmtheit nicht der Verfassung entspricht.

Der ADAC -Test Winterreifen für kleine Reifen

Schnee, Matsch, Glatteis: Winterreifen sollten einiges aushalten. Ob Sie Ihre Reifen tatsächlich gut durch den Winter bringen, hat der ADAC nun geprüft. Zwar erreichte keiner der 28 getesteten Reifen die Bestnote, allerdings gibt es durchaus beachtenswerte Unterschiede in der Qualität. Testsieger wurde der Dunlop SP Winter Sport 3D MO, der in allen sicherheitsrelevanten Kategorien gut abschnitt und die Bestnote auf Nässe erzielte. © ADAC
Der Goodyear UltraGrip 7+ erzielte in den sicherheitsrelevanten Disziplinen sehr gute Ergebnisse und wird vom ADAC als sehr ausgewogener Reifen empfohlen. © ADAC
Als letzter von dreien erzielte der Esa-Tecar Super Grip 7 die Note "gut". Mit der Sicherheit gab es auch bei diesem Reifen keine Probleme. © ADAC
Der Continental ContiWinterContact TS830 bekam ein "sehr gut" für Verschleiß und auf Schnee, leichte Schwächen zeigte er aber auf trockener Strecke. Gesamturteil: durchschnittlich © ADAC
Der Fulda Kristall Montero 3 wurde in allen Sicherheitskategorien als "sehr gut" bewertet. Auf Nässen zeigte der Pneu leichte Schwächen © ADAC
Beim Verschleiß ist der Semperit Speed-Grip "sehr gut", urteilte der ADAC. Leichte Defizite wurden auf Nässe und Schnee festgestellt.  © ADAC
Der Kleber Kristall HP2 erzielte die Bestnote beim Verschleiß, als Winterreifen hatte er aber einige Schwächen auf Schnee, Nässe und Eis © ADAC
"Sehr gut auf Schnee" meint der ADAC, dafür hat der Vredestein Snowtrac 3 leichte Probleme auf nasser und trockener Straße © ADAC
Der Maloya Davos fährt auf Schnee einwandfrei, auf nasser und trockener Straße hat er aber leichte Schwächen © ADAC
Der Kumho I'ZEN KW23 zeigte sowohl auf nasser Strecke, als auch auf Schnee und Eis einige Schwächen, auch beim Verschleiß schnitt der Reifen nur durchschnittlich ab © ADAC
Auf trockener Straße erhielt der Yokohama W.drive V903 die Bestnote. Auf Nässe reagierte der Pceu jedoch schwach. © ADAC
"Schwach auf trockener Straße, sehr schwach auf Nässe" urteilte der ADAC. Der Star Performer Winter ist damit nicht empfehlenswert. © ADAC
Der Goodyear Vector 4Season ist beim Verschleiß vorbildlich, allerdings hat der Reifen leichte Schwächen auf Nässe und Schnee © ADAC
Den höchsten Verbrauch und leichte Schwächen auf nasser Straße sowie schwach auf Schnee: Für den ADAC fiel der Vredestein Quatrac 3 durch © ADAC

Der ACE rechnet damit, dass die Verordnung im Laufe des Novembers in Kraft gesetzt wird. ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner hält das erhöhte Bußgeld “angesichts der Unfallrisiken bei falscher Bereifung für durchaus gerechtfertigt“, fordert aber gleichzeitig eine bessere Kontrolle. Im gewerblichen Personen- und Güterkraftverkehr werde zu wenig hingeschaut. Besser ins Visier genommen werden müssten beispielsweise Schulbusse und Lastwagen. Außerdem kritisierte der ACE, dass speziell für Winterreifen keine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern vorgeschrieben werden solle, wie sie von Experten gefordert werde.

dapd

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