Fahrbericht

Honda Civic: Guter, treuer Freund

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Die Optik des Honda ist eigenwillig, die Rundumsicht eingeschränkt

Der Honda Civic hat einen eigenwilligen Look, doch das Modell gehört zu den japanischen Bestsellern. Autor Michael Knippenkötter ist den Civic gefahren.

Groß & sportlich: Autor Michael Knippenkötter und der Civic

Jeder große Mann hat auch einen kleinen Freund, das war schon immer so. Obelix zum Beispiel hätte ohne seinen Idefix kein einziges Wildschwein gefangen. Und auch Batman hat ja irgendwann nichts mehr ohne Robin gemacht. Wenn man sich heute als sportlicher, großer Typ dazu entschließt, den neuen Honda Civic 2,2i-DTEC zu seinem kleinen Spezl zu machen, ist man zumindest ähnlich auffällig unterwegs wie ein dicker Gallier oder eine riesige Fledermaus. Aber ob man sich auch wohlfühlt an seiner Seite?

Honda Civic 2,2i-DETEC Leistung: 150 PS Höchstgeschw.: 217 km/h
0 auf 100 km/h: 8,5 sek. Hubraum: 2199 ccm Testverbrauch: 4,4 l/100km max.
Drehmoment: 350 Nm bei 2000 U/min
Leergewicht: 1558 kg
Kofferraumvolumen: 467 l
Basispreis: 25:800 Euro

Der Honda kommt schnittig daher, eine stimmig sportliche Linie zieht sich durch bis zum Heck. Und da stechen sie einem entgegen, die überdimensionalen Rückleuchten. Weit hinaus über die runde Sache, die es ansonsten vom Dach über die Heckscheibe bis zur Stoßstange wäre. Ein Umstand, an dem man aneckt. Dabei hatte Honda mit den integrierten Griffen der hinteren Türen noch Geschick bewiesen und den straffen Eindruck eines Coupés erschaffen. Sportlich, eben.
Denn das ist er in der 2,2-Liter-Version mit 150 PS! 8,5 Sekunden braucht man laut Herrsteller für den Sprint von 0 auf 100, danach kann man sich zurücklehnen und Gang für Gang bis in den sechsten hochschalten. Wo man tempotechnisch gerade steht, verrät die Digitalanzeige über dem Lenkrad neben einem Bordcomputer.

Charakter-Heck vom Honda Civic

In Griffnähe stecken schließlich die lieben Helfer des kleinen Freundes. Navigationssystem mit dynamischer Routenführung, Smart-Entry-&-Start-System für den schlüssellosen Schnellstart und - das absolute Schmankerl - die Aktivierung der adaptiven Geschwindigkeitsregelung. Bedeutet: Man legt sich per Tempomat auf eine Geschwindigkeit fest, das System passt die Geschwindigkeit dem Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug an. Ein echter Freund in der weiten Welt der Autobahn!

Alles in Griffnähe: Das Cockpit im Honda Civic. Hinterm Lenkrad findet auch ein großer Fahrer bequem Platz.

Schwierig wird es allerdings, die hinter einem auftauchenden Fahrzeuge zu identifizieren. Die Heckscheibe ist nicht nur klein, sie ist durch den Spoiler auch noch geteilt. Fast wie ein Klofenster, an dem noch eine Gardine hängt. Immerhin: Beim Einparken hilft ein Blick durch die Kamera, die ein blitzsauberes Bild auf die Mittelkonsole zaubert. Da fühlt sich der große Mann auch in der Rückwärtsbewegung wohl, nach vorn hat er bei der großen Windschutzscheibe ohnehin die Welt vor sich, gut eingebettet im Ledersitz, nach oben hin noch mit ausreichend Platz zum Dachhimmel. Richtig freundlich stimmt dann auch der Blick auf die Tankanzeige! Da neigt sich der große Zeiger nämlich nur sehr langsam in den roten Bereich, der DTEC schluckt lediglich 4,4 Liter auf 100 Kilometer. Ob die 35.240 Euro in dieser Komplett-Ausstattung dann aber auch ein Freundschaftspreis sind, ist fraglich.

Der Honda Civic

Der neue Honda Civic

Fazit

Das Erscheinungsbild des Civic mit seinem Charakter-Heck ist gewöhnungsbedürftig, ebenso die eingeschränkte Rundumsicht. Dafür kann der kompakte Japaner mit seinem Antrieb und dem niedrigen Verbrauch punkten, auch das relativ gute Platzangebot bei sportlicher Linie überzeugt. Mit all seinen elektronischen Helfern an Bord ist er preislich aber schon eine große Nummer!

Michael Knippenkötter

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