Kerniges Zweirad

Horex kommt in Fahrt

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Bei der ersten Fahrt erweist sich die Classic als kerniges Zweirad, das den Fahrer fordert, aber auch viel Spaß bietet

So langsam nimmt das Projekt Horex Fahrt auf: Nachdem im vergangenen Jahr die Roadster an den Start ging, wurde nun die Classic präsentiert, die wir bei einer ersten Ausfahrt bereits unter die Lupe nehmen konnten.

Angetrieben wird das zweite Modell des ambitionierten Herstellers ebenfalls vom VR6-Motor mit 1218 Kubikzentimetern Hubraum. Im neuen Modell wurde allerdings die Charakteristik des Sechszylinders deutlich überarbeitet und in der Leistung stark gedrosselt. Statt 161 PS (118 kW) wie in der Roadster leistet das Aggregat nun 126 PS (93 kW) und hat ein maximales Drehmoment von 120 Nm. Dafür soll die Kraft homogener auf die Straße gebracht werden, laut Horex habe die VR6 Classic im Drehzahlbereich zwischen 2000 und 4000 U/min sogar eine bessere Leistungsabgabe als die Roadster.

Die Classic neben dem Roadster.

Weitere Unterschiede gegenüber dem ersten Modell sind die Speichenräder, Fahrwerk und Federelemente, die Zwei-Farben-Lackierung sowie die Sitzbank, auf der wir nach dieser theoretischen Einführung endlich Platz nehmen dürfen. Der Fahrwerkmodus wird auf „Sport“ gestellt (zur Auswahl stehen noch Touring und Rain), der Anlasser wird gedrückt und sofort entweicht der 6-in-2-Auspuffanlage ein grollender Sound. Ein paar Gasstöße zum Genießen, ersten Gang einlegen und los geht’s.

Das Cockpit

Das gute Gefühl für das Motorrad ist sofort da. Und auch wenn die unverkleidete Maschine bei der Abfahrt knapp 270 Kilogramm auf die Waage bringt, so kaschiert sie dieses Gewicht gut und lässt es den Fahrer nie unangenehm spüren. Nach dem Ortsschild steht dann eine erste Beschleunigungsprobe an, und bei der überzeugt die Motorabstimmung: Die VR6 Classic marschiert sofort stetig voran, die sechs Gänge lassen sich sauber rauf- und runterschalten, auch wenn der Kupplungshebel einen festen Griff erfordert. Die Horex ist eben ein kerniges Teil, das fordert, aber dafür umso mehr zu geben bereit ist.

Auf den kleinen Straßen, auf denen wir die Classic bewegen, ist sie in ihrem Element. Sauber und souverän durcheilt sie die Kurven, lässt sich auch von Asphalt-Flickschustereien nicht aus der Ruhe bringen und hat für die negative Beschleunigung eine Bremsanlage (Doppelscheibe mit 4-Kolben-Festsattel vorn, 2-Kolben-Scheibe hinten), die mit der Fuhre keinerlei Probleme hat, notfalls regelt das serienmäßige ABS den Rest.

Dass die Classic weniger Leistung hat als die Roadster, dafür aber mit 24 500 Euro glatt 2000 Euro mehr kostet als die potentere Schwester, erklärt sich aus dem Preis für die Zutaten: Alleine die exklusiv für Horex angefertigten Speichenräder kosten im Zubehörhandel rund 2000 Euro. Bestellungen für die VR 6 werden ab sofort entgegengenommen, die Auslieferung erfolgt dann ab Ende September.

Volker Pfau

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