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Kleine Größe - Der Kia Picanto im Langzeit-Check

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Kleinwagen in Zweitauflage: Den zweiten Picanto brachte Kia 2011 auf den Markt. Laut Expertenmeinung mache er seine Sache recht gut. Foto: Markus Heimbach/Kia/dpa-tmn

Als Kleinwagen punktet der Kia Picanto vor allem mit seiner Geräumigkeit. Doch ältere Exemplare des Modells bekommen oft technische Probleme. Auch die jüngere Generation fährt nicht ganz ohne Makel.

Berlin (dpa(tmn) - "Picanto" lehnt sich nicht, wie man vermuten könnte, an "pikant" an, sondern bedeutet "Morgen". Ein aufgewecktes Auto also, mit dem der südkoreanische Hersteller in der Klasse von VW Up und Konsorten antritt?

Beim Package ja. Denn die vier Passagiere haben viel Platz auf ihren Sitzen. Das ist nicht selbstverständlich in der Klasse der Klein- und Kleinstwagen. Technisch so recht zuverlässig ist das Dreieinhalbmeterauto aber nur in jüngeren Jahren.

Die zweite Generation, gebaut bis Frühjahr 2017, mache ihre Sache recht gut, urteilt der "TÜV Report 2017". Demnach plagen diese Auflage im Grunde nur die Handbremse, wo sie gegenüber dem Durchschnitt dreifach erhöhte Mängelquoten aufweist. Auch Ölverlust ist ein häufiges Problem. Das Urteil zum Fahrwerk: perfekt. Die Vorgängergeneration, der erste Picanto also, kämpft dagegen oft mit maroden Achsaufhängungen, hat Probleme mit Fußbremse, Bremscheiben und Bremsleitungen. Beim Licht werden jedoch beide Generationen sehr oft beanstandet.

Der ADAC sieht die zweite Generation des Picanto im Mittelfeld seiner aktuellen Pannenstatistik 2017. Der Kleinwagen falle dort vor allem mit entladenen Batterien auf. Betroffen sind hier die Baujahre 2011 bis 2014. Defekte Zündkerzen sorgten häufig bei Autos von 2012 bis 2014 für's Liegenbleiben. Zwei Rückrufe betrafen den Picanto in Deutschland bislang. Der jüngere datiert von Anfang 2013 und betraf in etwa 1400 Fahrzeuge des Bauzeitraums 2011 bis März 2012 und wurde aufgrund schwergängiger hinterer Bremssättel durchgeführt. Die zweite Aktion von 2010 betraf lediglich rund 100 Fahrzeuge, an denen das Tankeinfüllrohr schnell spröde wurde.

Als besonders günstige Alternative, wie zu der Zeit für Kia noch typischer als heute, kam der Picanto im Kleinwagensegment 2004 auf den deutschen Markt. Der anfangs noch verfügbare Dieselmotor, eher unüblich in der Klasse, wurde mit dem Facelift 2007 aus dem Programm getilgt. Die zweite Modellpflege des kleinen Koreaners brachte ihm eine flottere Optik, mehr Luxus, zum Beispiel eine Volllederausstattung als Extra, sowie Merkmale wie eine Rückfahrkamera oder eine Klimaautomatik.

2011 erreichte die Händler die Neuauflage des als Drei- und Fünftürer bestellbaren Autos. Mit einer erneuten Überarbeitung kamen 2015 Tempomat und 7-Zoll-Navigationssystem auf die Optionsliste. Der Benziner entspricht seitdem der Euro-6-Norm. Im Frühjahr 2017 rollte die dritte Generation in den Handel.

Unter der kurzen Motorhaube des Picanto herrscht nahezu Monokultur - mit einer Ausnahme: Es gibt den 1,0-Liter-Benziner auch mit einer LPG-Umrüstung, die es wahlweise auf 48 kW/65 PS bis 60 kW/82 PS bringt. Der zwischenzeitlich angebotene Diesel bezieht aus 1,1 Litern 55 kW/75 PS, die Benziner kommen je nach Baujahr und Ausführung auf 48 kW/65 bis 63 kW/85 PS.

Wer einen der Selbstzünder als Fünftürer erstehen möchte, kann etwa zum Picanto 1.1 CRDI LX von 2008 greifen. Den führt die Schwacke-Liste mit 2750 Euro und stuft ihn dabei mit 137 800 Kilometern an Laufleistung ein. Soll es der alternative Treibstoff Autogas sein, könnte die Wahl auf den dreitürigen 1.0 LPG Edition 7 mit 51 kW/69 PS von 2015 fallen. Der wird mit 7500 Euro geführt (21 500 Kilometer). Für noch 6500 Euro im Durchschnitt wird die Ausführung 1.2 Spirit mit 63 kW/85 PS starkem Benziner von 2011 als Fünftürer gehandelt - bei 58 500 gelaufenen Kilometern.

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