Tipps zum Lenken

Untersteuern oder Übersteuern - was ist richtig?

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Autofahrerin am Lenkrad: Bei Autos mit Vorderradantrieb kommt es in Kurven eher zu einem Untersteuerverhalten. 

Wer sich mit dem Auto auf der Straße sicher bewegen will, sollte auch über das eigene Lenkverhalten Bescheid wissen. Untersteuern ist meist sicherer als das Übersteuern. Aber was heißt das eigentlich?

Autos fahren nicht auf Schienen, sondern werden vom Fahrer gelenkt. In Kurven entwickeln sie allerdings ein Eigenlenkverhalten. Das wird bei zu hoher Geschwindigkeit zu einem Sicherheitsrisiko, teilt der Tüv Nord mit.

Was bedeutet Untersteuern?

Wenn das Fahrzeug untersteuert, "schiebt" es trotz eingeschlagener Lenkung in der Kurve nach außen. Das ist typisch für Fahrzeuge mit Vorderradantrieb.

Was bedeutet Übersteuern?

Beim Übersteuern bricht das Heck des Autos in der Kurve aus. Das ist typisch für heckangetriebene Fahrzeuge. Bei der Masse der derzeit im Handel befindlichen Fahrzeuge kommt es zum Untersteuern, die PKW "schieben" also im Extremfall über die Vorderachse zur Kurvenaußenseite. Das ist das sicherere Fahrverhalten, denn dabei wird das Fahrzeug abgebremst und kann dadurch wieder spurstabil werden. Heckgetriebene Fahrzeuge tendieren dagegen bei Leistungsüberschuss zum Übersteuern und geraten dann ins Schleudern. Daraus resultiert der Begriff der "Heckschleuder".

Das sollten Autofahrer beachten

In beiden Situationen, also beim Untersteuern oder Übersteuern, müssen die auf die Reifen wirkenden Kräfte schnellstmöglich verringert werden. Die Fahrer sollten den Fuß vom Gas nehmen, auskuppeln und den Lenkeinschlag etwas zurücknehmen oder gegenlenken. Ein Sicherheitssystem wie das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) wirkt dem Übersteuern wirksam entgegen, indem es die kurveninneren oder kurvenäußeren Räder im Ernstfall einzeln und automatisch abbremst.

Für die Sicherheit: Richtig Sitzen im Auto

Auto Sicherheit Sitzen Gurt Airbag
Gurt und Airbag müssen sich laut ADAC an das individuelle Gewicht des Insassen und an seine Sitzposition anpassen. © ADAC/dpa
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Die richtige Sitzposition: Beim Unfall kann das Sitzen hinterm Steuer entscheidend sein. Die Rückhaltesysteme schützen besser, wenn extreme Sitzpositionen vermieden werden. © ADAC/dpa
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GUT: Mit der entspannten Sitzhaltung lässt sich das Fahrzeug am besten beherrschen. Der Abstand zum Airbag ist ausreichend. © ADAC/dpa
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Schlecht: Die verkrampfte Haltung stört beim Fahren. Beim Frontalunfall ist mit höheren Belastungen im Brustbereich zu rechnen. © ADAC/dpa
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Schlecht: Die lässige Sitzposition erschwert schnelle Ausweichmanöver. Das Gurtband liegt bei manchen Autos nicht exakt an Schulter und Brust an. © ADAC/dpa
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Verletzungsrisiko bei Personen außerhalb der Norm: Brustverletzungen. Bei Frauen wurden in 62 Prozent der Fälle schwere Verletzungen in der Brustregion festgestellt. Bei Männern liegt der Anteil mit 46 Prozent deutlich niedriger. Ein Grund dafür ist, dass Frauen häufiger als Männer direkt am Lenkrad sitzen, also knapp vor der Stelle, an der der Front-Airbag mit einer hohen Anfangsgeschwindigkeit von über 300 km/h in den Innenraum des Fahrzeugs schnellt. © ADAC/dpa
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Airbag Ausstattungsquote © ADAC/dpa
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Die Rückhaltesysteme für den Notfall sind auf den sogenannten „Norm-Mann“ ausgelegt. Er wiegt 75 Kilogramm und ist 1,75 Meter groß. Personengruppen, die diesem Standard nicht entsprechen, haben im Fall eines Crashs entsprechend schlechtere Karten. © ADAC/dpa
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Der ADAC fordert deshalb die Entwicklung von intelligenten Gurten und Airbags, die sich auch auf Personen außerhalb der Norm einstellen lassen und diese so besser schützen. © ADAC/dpa

dpa/tmn

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