Oben ohne ist sexy

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Und oben nichts als der Himmel: Im Roadster übers Land zu fahren, ist Freude pur.

Haben Sie schon mal versucht, elegant in einen Roadster einzusteigen? Schwierig, um nicht zu sagen unmöglich! Irgendwie plumpst man immer in den Sitz, der sich ja nur knapp über dem Asphalt befindet...

Diese kleine Peinlichkeit vergisst frau im neuen Sondermodell des Mazda-Klassikers MX5 freilich schnell: „Kaminari“ haben die Japaner es genannt, was so viel wie „Donner“ bedeutet. Die Lackierung erinnert tatsächlich ein wenig an einen grau-blauen Gewitterhimmel.

Bekannte Größe: Mazda hält auch beim Modelljahr 2011 am bewährten MX5-styling fest. Mit Recht: Die Proportionen stimmen.

Hat sich halt rumgesprochen: In der Modewelt ist Grau das neue Schwarz. Sind die langen Beine endlich platziert, fühlt frau sich wie ein gut sitzender Diamant in seiner Fassung: Sitz und Körper verschmelzen zu einer Einheit, bequem sind Knöpfchen und Schalter erreichbar, das Auge erfreut sich am durchgestylten Cockpit. Und jetzt: Anlassen! Wer nun aber einen bedrohlichen Donnerschlag erwartet, wird enttäuscht. Die 126 PS geben nicht mehr als ein sanftes Grollen her. Verzeiht man aber schnell, denn an der Ampel lässt man die anderen Verkehrsteilnehmer stehen.

Mazda MX5 Kaminari

Leistung: 126 PS/93 kW

Spitze: 200 km/h

Verbrauch: EU-Mix 7,1 Liter/100 Kilometer

Preis: 23.490 Euro

Was auch daran liegen mag, dass diese nicht ihren Blick von den knackigen Kurven lösen können. Gemeint sind natürlich die des nur 1,2 Tonnen schweren Roadsters. Fakt ist: in 9,9 Sekunden sind 100 km/h erreicht. Aber – das können wir ausdrücklich bestätigen – der Flirtfaktor des kleinen Flitzers ist nicht zu verachten. Tja, was soll man zum Thema Fahrspaß sagen? Oben ohne, das ist schon Freude pur. Man fühlt sich an sämtliche Klischees erinnert: der Geruch von Freiheit, gepaart mit Sorglosigkeit. In der Magengegend kribbelt unbändige Lebensfreude – vielleicht am besten mit jenem Moment nach dem Abitur vergleichbar, als man glaubte, ab sofort die ganze Welt erobern zu können. Kurven durchdüst das heckbetriebene Teilchen knackig.

Wie die Zeit vergeht mit dem Mazda MX-5...

Madza MX-5
Vor 20 Jahren ließ der Mazda MX-5 das Konzept des preiswerten Roadsters mit Frontmotor und Heckantrieb aufleben. Im Februar 1989 ist es dann endlich soweit: Die Produktion des MX-5 läuft an und auf der Chicago Motorshow feiert die Wiedergeburt des offenen Zweisitzers ihre Weltpremiere: Mazda MX-5 - 1. Generation 1990 - 1997 © Mazda
Madza MX-5
Mazda MX-5 - 2. Generation 1998 - 2005: Etwas reifer und sportlicher ist die der mazda MX-5 geworden. Die Markteinführung in Deutschland erfolgt im März 1998 und zwar wie schon acht Jahre zuvor ab günstigen 35.500 Mark. © Mazda
Madza MX-5
Mazda MX-5 - 3. Generation ab 2006: Im Cockpit finden jetzt bis 1,86 Meter große Personen bequem Platz und in den Kofferraum passen auf speziellen Wunsch europäischer Kunden nun auch Getränkekästen. © Mazda
Madza MX-5
20. Geburtstag des erfolgreichsten Roadsters aller Zeiten feiert Mazda 2010 mit einem außergewöhnlichen Sondermodell. Der MX5 „20th Anniversary“ erinnert an die europäische Markteinführung des ersten MX-5 im Jahr 1990. © Mazda
Madza MX-5
Die Stückzahl des Jubiläums-Modells ist auf 2000 limitiert.  © Mazda
Madza MX-5
Das Sammlerstück ist für 21.9990 Euro zu haben. © Mazda
Madza MX-5
Mazda MX-5 - 1. Generation 1990. Der Sportwagen besitzt alle Zutaten des idealen Roadsters: attraktives, sympathisches Design mit auffälligen Klappscheinwerfern, er ist leicht, agil, perfekt ausbalanciert und bietet puren Fahrspaß © Mazda
Madza MX-5
Mazda MX-5 - 3. Generation 2005 © Mazda
Madza MX-5
Mazda MX-5 - 2. Generation 1998 © Mazda
Madza MX-5
Mazda MX-5 - 2. Generation 2000 © Mazda
Madza MX-5
Mazda MX-5 Roadster und Roadster Coupe - 2008 © Mazda
Madza MX-5
Mazda MX-5 Roadster Coupe - 3. Generation 2006 © Mazda
Madza MX-5
Mazda MX-5 - 3. Generation 2008 © Mazda
Durchgestylt: Das Cockpit des Mazda MX5 kaminari erfreut das auge, das lederbezogene Gestühl passt wie ein maßgeschneidertes abendkleid.

Der Wind verwuschelt selbst bei runtergeklapptem Windschott sanft die Haare – Friseure nennen das wohl Booster und verlangen dafür meist Aufschlag. Sollte es doch mal regnen, ist das manuell bedienbare Faltdach auch für weniger biegsame Fahrerinnen unkompliziert erreichbar und schnell zu verriegeln. Die Zeiten, in denen dieser Vorgang so manchen Fingernagel kostete, sind vorbei. Einparken? Kein Problem, der Kleine ist übersichtlich. Der Kofferraum fasst 150 Liter: Eine Einkaufstüte, ein Kasten Bionade oder ein Weekender passen locker rein – wer anderes erwartet, sollte sich keinen Roadster zulegen. Im Innenraum wären freilich ein paar zusätzliche Ablagen nicht schlecht gewesen. Hat frau einen Begleiter im Zweisitzer, muss der wohl die Handtasche auf die Knie nehmen. Apropos Begleiter: Der sollte nicht größer als 1,82 Meter sein – sonst wird es zur Decke hin eng für ihn. Nun also geht es wieder ans Aussteigen. Elegant? Vergessen Sie’s. Unser Tipp: Einfach sitzen bleiben!

Katrin Basaran

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