Mercedes AMG E 63

Die Kombination aus Smoking und Rennanzug

+
Autor Hans Moritz wagte sich mit dem Mercedes AMG E 63 auf die Rennstrecke.

Wer sich für den neuen Mercedes AMG E 63 oder die Top-Version AMG E 63 S entscheidet, kauft eigentlich zwei Autos – die gediegene E-Klasse-Limousine aus Sindelfingen und einen reinrassigen Renner aus Affalterbach.

Das Bestechende: Das neueste Modell aus der AMG-Schmiede überzeugt sowohl im Smoking als auch im Renn­anzug. Nach der Welt­premiere auf der soeben zu Ende gegangenen Autoshow von Los Angeles haben wir beide Varianten ausgiebig getestet: auf Bergstrecken an der Algarve, auf weitläufigen Autobahnen rund um Faro und auf der Rennstrecke Portimao im Süden Portugals. Ausgeliefert wird der AMG E 63 ab März 2017.

Der Mercedes AMG E 63 hat 612 PS unter der Haube

Der neue Mercedes-AMG E 63 4MATIC+ auf der Rennstrecke.

Es ist vor allem eine Zahl, die einem bei der ersten Begegnung mit dem AMG E 63 S den Atem nimmt: 612 PS arbeiten unter der Haube – bei einem Drehmoment von 850 Nm. Beim „schwächeren“ AMG E 63 sind es immer noch 571 PS bei 750 Nm. Doch der AMG E 63 S hat nicht einfach Muskeln gepumpt. Ein zentrales Element ist die serienmäßige 4Matic+. Die Momentverteilung des Allradantriebs bei dem luftgefederten Fahrwerk erfolgt erstmals stufenlos und variabel.
Je nach Fahrsituation ändert sich die Verteilung. Einzige Ausnahme beim E 63 S ist der Drift Mode: Wer die Modi Sport, Sport + oder Race anwählt, muss nur noch den linken Fuß auf die Bremse stellen und mit dem rechten Vollgas geben. Bei diesem Sprint – man sollte ihn besser nicht in bewohntem Gebiet ausprobieren – geht alle Leistung auf die Hinterräder, die selbst auf nasser Strecke nahezu ohne Schlupf beschleunigen. Von null auf 100 km/h sind die 1950 Kilogramm in 3,4 Sekunden beschleunigt. Bei 250 km/h ist Schluss. Wer das AMG-Driver-Package dazubestellt und ein Sicherheitstraining absolviert, bekommt die Lizenz für 300 km/h. Beide Varianten verfügen über ein Sperrdifferenzial an der Hinterachse, das in der S-Version elektronisch geregelt ist.

Starke Leistung

Das Heck vom neuen Mercedes AMG E 63 4MATIC+.

Für so viel Leistung sorgt der Motor, den Mercedes-Liebhaber aus dem GT und dem C63 kennen: ein 4,0-Liter-V8-Biturbo. Die S-Version mit 612 PS ist die stärkste E-Klasse, die je gebaut wurde. Die Steigerungen bei Leistung und Drehmoment werden durch zwei neue Twin-Scroll-Turbolader erreicht. Weil es nicht immer das Maximum sein muss: Für effektives Fahren schalten sich im Comfort-Modus zwischen 1000 und 3250 Umdrehungen/Minute vier der acht Zylinder automatisch ab. Den kombinierten Verbrauch beziffert AMG mit 8,8 Litern auf 100 Kilometer bei einem CO2-Ausstoß von 199 Gramm pro Kilometer. Die Kraftübertragung besorgt die neue Neun-Gang-Sportautomatik.

Man kann es an Blechkleid und Innenraum erkennen: AMG hat sich die E-Klasse vorgenommen. Das Ergebnis – ein eleganter Spitzensportler.

Ein Spitzensportler ist der AMG E 63 nicht nur unter der Haube. Auch Innenraum und Karosserie tragen die AMG-Handschrift. Das Cockpit besteht wie bei der regulären E-Klasse aus den zwei Bildschirmen mit 12,3-Zoll-Diagonale als Kommandozentrale. Ansteuerbar sind alle Funktionen über Schalter und Touchpads im Lenkrad. Die Leder-Sport-Schalensitze bieten Halt auch bei extremen Kurven und sind dennoch bequem. Mitgenommen haben die AMG-Designer zudem das Leuchtband quer durch den Innenraum, das man in über 20 Farben erstrahlen lassen kann. Apropos E-Klasse: Von ihr wurden alle Assistenzsysteme bis hin zum teilautomatisierten Fahren transferiert.

Äußerlich wurde die Front ab der A-Säule komplett neu gestaltet. Die Motorhaube ist nach Vorbild der Coupés zwischen Kotflügel und Stoßfänger eingebettet. Signifikant sind die großen Lufteinlässe unter den Scheinwerfern und die Doppellamelle im Kühlergrill. Nicht minder beeindruckend wirkt das Heck mit zwei hochglanzverchromten Doppelendrohrblenden, einer Heckschürze in Diffu­sor-Optik und der scharf geschnittenen Abrisskante. Die Radhäuser sind um zwei Zentimeter in die Breite gegangen. Der E 63 rollt auf 19-Zoll-Rädern, dem E 63 S passen sogar 20-Zöller.

Das kostet der Mercedes AMG E 63

Über den Kaufpreis schweigen sich die Schwaben noch aus. Der Hinweis, dass mit diesem Fahrzeug der größte Entwicklungsschritt gemacht worden sei, den man je bei einem Modellwechsel vollzogen habe, lässt ahnen, in welche Höhen es geht. Der AMG E 63 soll ab 100.000 Euro zu haben sein, der AMG E 63 S ab 120.000 Euro. Viel Geld, aber bekanntlich bekommt man dafür ja auch zwei Autos.

Erste Sahne! Mercedes-AMG E 63 S


Auf dem Autosalon in Paris feierte eine unterkühlte Superschönheit Weltpremiere: Mercedes AMG GT als Roadster. Eine schrecklich nette Familie.

Der neue Mercedes AMG GT C Roadster

Hans Moritz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.