Motorrad-Saison 2015

Endlich die Kurve gekriegt

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Kurve gekriegt: Die Hersteller haben für 2015 spektakuläre Neuheiten.

Trotz winterlicher Temperaturen ist es den Motorradherstellern warm ums Herz. Denn die Verkaufszahlen sprechen eine erfreuliche Sprache: Es geht aufwärts.

Im Jahr 2014 wuchs der Markt für motorisierte Zweiräder mit rund 140000 Neuzulassungen um stolze 8,7 Prozent. Die Branche hat die Kurve gekriegt und geht mit Optimismus in die neue Saison, was sich am deutlichsten an der großen Zahl der Neuheiten ablesen lässt. Wir stellen die wichtigsten Trends für die Saison 2015 vor:

Einsteiger

Die Hersteller haben endlich erkannt, dass man den Neulingen etwas bieten muss, um den Nachwuchs langfristig ans Zweirad-Hobby zu binden, und bieten inzwischen etliche attraktive Modelle an. In diesem Jahr kommen unter anderem Honda CBR 300 R, Kawasaki Z 300, Suzuki Inazuma 250 und Yamaha YZF-R3 dazu.

Mittelklasse

Es muss nicht immer ein Motorrad der Superlative sein. Auch mit weniger PS und Hubraum gibt es schon jede Menge Fahrspaß. Es ist erfreulich, dass das Angebot für Auf-, Ein- oder Umsteiger immer größer wird und sie nicht das Gefühl bekommen, mit zweitklassigen Bikes abgespeist zu werden. Die Vielfalt in dieser Klasse dokumentieren Neuheiten wie Triumph Tiger 800 XR/XC (Foto), BMW F 800 R, Ducati Monster 821, Harley-Davidson Street 750, Kawasaki Versys 650 sowie Suzuki V-Strom 650 und Triumph Street Triple.

Allrounder

Die mengenmäßig größte Vielfalt finden Motorradfahrer bei den Reiseenduros und Sporttourern – oder wie immer man diese eierlegenden Wollmilchsäue nennen mag. Es sind die Bikes, die alles haben und können: Langstreckenkomfort, Platz für zwei plus Gepäck, Leistung, Handlichkeit und einen akzeptablen Verbrauch. Dementsprechend üppig sind auch heuer in diesem enorm wichtigen Marktsegment die Neuvorstellungen und Überarbeitungen, die bei den Händlern im Schaufenster stehen. Es handelt sich dabei vor allem um BMW S 1000 XR, Ducati Multistrada 1200 S, KTM 1050 Adventure, Yamaha MT-09 Tracer, BMW R 1200 R, Aprilia Caponord 1200 Rally, BMW R 1200 RS (Foto), Honda Crossrunner und Kawasaki Versys 1000.

Supersport

Nachdem die Konkurrenz anscheinend jahrelang wie paralysiert auf das Über-Bike BMW S 1000 RR zu starren schien und sich kaum ein Hersteller (außer Ducati) traute, die Supersportklasse zu beleben, buhlen 2015 auf einmal mehrere spektakuläre Neuheiten um die Gunst der Käufer. Neben dem überarbeiteten Primus gehören dazu Yamaha YZF-R1, Kawasaki H2, Aprilia RSV 4 RR, Ducati 1299 Panigale S/R sowie Suzuki GSX-R 1000.

Coole Cruiser, starke Sportler

Altes Konzept in frischer Form: Mit der Vulcan S hat Kawasaki einen modernen Cruiser geschaffen. Foto: Kawasaki
Altes Konzept in frischer Form: Mit der Vulcan S hat Kawasaki einen modernen Cruiser geschaffen. © Kawasaki
Erstarktes Superbike: Der Motor der modernisierten Aprilia RSV4 RR leistet 148 kW/201 PS. Foto: Aprilia
Erstarktes Superbike: Der Motor der modernisierten Aprilia RSV4 RR leistet 148 kW/201 PS. © Aprilia
Größerer Motor: Die Aprilia Tuono V4 1100 RR hat mehr Hubraum als das bisherige Modell, der auf 1077 Kubikzentimeter aufgebohrte Vierzylinder in V-Form leistet 129 kW/175 PS. Foto: Aprilia
Größerer Motor: Die Aprilia Tuono V4 1100 RR hat mehr Hubraum als das bisherige Modell, der auf 1077 Kubikzentimeter aufgebohrte Vierzylinder in V-Form leistet 129 kW/175 PS. © Aprilia
Neuer Sporttourer mit bekanntem Motor: Die BMW R 1200 RS fährt mit dem wassergekühlten Boxermotor, der 2013 eingeführt wurde und 92 kW/125 PS leistet. Foto: BMW
Neuer Sporttourer mit bekanntem Motor: Die BMW R 1200 RS fährt mit dem wassergekühlten Boxermotor, der 2013 eingeführt wurde und 92 kW/125 PS leistet. © BMW
Mix aus Sporttourer und Reiseenduro: Die 118 kW/160 PS starke S 1000 XR ist ein neues BMW-Modell, das sich in keine Schublade einordnen lässt. Foto: BMW
Mix aus Sporttourer und Reiseenduro: Die 118 kW/160 PS starke S 1000 XR ist ein neues BMW-Modell, das sich in keine Schublade einordnen lässt. © BMW
Neues Einstiegsmodell bei Ducati: Die Scrambler gibt es in vier Varianten - das Bild zeigt die preisgünstigste Ausführung Icon. Foto: Ducati
Neues Einstiegsmodell bei Ducati: Die Scrambler gibt es in vier Varianten - das Bild zeigt die preisgünstigste Ausführung Icon. © Ducati
Markantes Gesicht: Die rahmenfeste Verkleidung im Sharknose-Design (Haifischnase) macht die Harley-Davidson Road Glide Special unverwechselbar. Foto: Harley-Davidson
Markantes Gesicht: Die rahmenfeste Verkleidung im Sharknose-Design (Haifischnase) macht die Harley-Davidson Road Glide Special unverwechselbar. © Harley-Davidson
Modellpflege: Honda hat den Tourer VFR800X Crossrunner optisch und technisch auf Vordermann gebracht. Foto: Honda
Modellpflege: Honda hat den Tourer VFR800X Crossrunner optisch und technisch auf Vordermann gebracht. © Honda
Cruiser für Puristen: Bei der Indian Scout ist alles auf das Wesentliche reduziert, der Einzelsitz zählt zur Serienausstattung. Foto: Indian
Cruiser für Puristen: Bei der Indian Scout ist alles auf das Wesentliche reduziert, der Einzelsitz zählt zur Serienausstattung. © Indian
Starkes Stück: Die Kawasaki Ninja H2 hat einen Kompressormotor, der 147 kW/200 PS leistet - und in der Rennversion ohne Straßenzulassung sogar 228 kW/310 PS. Foto: Kawasaki
Starkes Stück: Die Kawasaki Ninja H2 hat einen Kompressormotor, der 147 kW/200 PS leistet - und in der Rennversion ohne Straßenzulassung sogar 228 kW/310 PS. © Kawasaki
Neues Wüstenschiff: Die 1290 Super Adventure wird das Top-Modell in der Reiseenduro-Familie von KTM. Die Maschine ist mit einem 1,3 Liter großen V2-Motor bestückt. Foto: KTM/Rudi Schedl
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Retro-Look: Die Moto Guzzi Eldorado, die auf der California 1400 Custom basiert, kommt mit Weißwandreifen und dicken Schutzblechen. Foto: Moto Guzzi
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Die italienische Marke MV Agusta steht vornehmlich für Sportmotorräder - die Stradale 800 ist ein Vorstoß ins Tourer-Geschäft. Foto: MV Agusta
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Naked Bike auf Supersportler-Basis: Mit der GSX-S 1000 bringt jetzt auch Suzuki ein Modell, wie es viele andere Hersteller schon im Programm haben. Foto: Suzuki
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Für den wilden Ritt durchs Gelände gerüstet: die Triumph Tiger 800 XCx - eine von insgesamt vier Modellvarianten. Foto: Triumph
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Schnörkelloser Cruiser mit dickem V2-Motor: die Victory Gunner. Foto: Victory
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Bei Yamahas rundum erneuertem Superbike-Klassiker YZF-R1 treffen 200 Pferdestärken auf 199 Kilogramm Motorrad. Foto: Yamaha
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Retro

Als Kontrastprogramm zu den immer perfekteren Zweirädern, die sich vollgestopft mit Elektronik immer weiter von dem entfernen, was viele unter Motorradfahren pur verstehen, entwickelt sich ein Segment mit einem Angebot für Puristen. Die Optik darf da ruhig ein paar Jahrzehnte alt sein, die Technik unterm Blech(!)-Kleid ist natürlich State of the Art. Ducati bietet von der Scrambler gleich vier Versionen an, Moto Guzzi von der California 1400 immerhin noch deren drei, ebenso wie Triumph bei der Bonneville T100 plus die Special Edition Newchurch.

Elektrobikes

Es tut sich einiges bei den Stromer-Bikes, aber da zum einen die Alltagstauglichkeit nach wie vor beschränkt ist und zum anderen das stille Gleiten mit einem hohen Einstandspreis erkauft werden muss, bleibt das Angebot vorerst überschaubar.

Ohne Kompromisse: Ducati 1299 Panigale

Ducati 1299 Panigale
205 PS pures Adrenalin und ein überzeugendes Drehmoment von 144,6 Nm: die Ducati 1299 Panigale. © Auto-Medienportal.Net/Ducati
Ducati 1299 Panigale
Ducati 1299 Panigale. © Ducati
Ducati 1299 Panigale
Ducati 1299 Panigale. © Ducati
Ducati 1299 Panigale
Ducati 1299 Panigale. © Ducati
Ducati 1299 Panigale
Ducati 1299 Panigale. © Auto-Medienportal.Net/Ducati

Volker Pfau

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