VW CC im Praxistest

Schwebend durch die Alpen

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Zur Rast muss man sich zwingen: Der VW CC, den unser Tester Hans Moritz mit seinen Töchtern Fina und Yanica in der malerischen Eng auf Herz und Nieren testete.

Als Volkswagen 1973 den ersten VW Passat auf den Markt brachte, hatten die Konstrukteure die Familie im Blick. Vier Sitze und ein großer Kofferraum – das ideale Gefährt...

...für den Alltag und für die Fahrt in die Ferien. Diesen Passat gibt es heute noch, doch mit dem CC ist den Wolfsburgern ein junger, frecher Bruder gelungen. Rein optisch steht er in einer Reihe mit dem Audi A 5 Sportback oder dem Mercedes CLS. Der CC kommt zwar gediegen daher, überzeugt aber durch seinen Fahrspaß.

VW CC Blue TDI

Länge: 4,80 Meter/ Breite: 1,85 Meter
Wendekreis: 11,40 Meter
Leistung: 170 PS
Sechs-Gang-Schaltgetriebe
Tankinhalt: 70 Liter
Verbrauch: 6,9 Liter/kombiniert
Kofferraum: 532 Liter
CO2: 122 - 137 Gramm/Kilometer
Leergewicht: 1552 Kilogramm

Preis: 35.100 Euro

Man könnte den CC testen, indem man ihn mit Tempo 200 über die linke Spur einer Autobahn hetzt. Doch Autobahn ist langweilig. Also, auf in die Berge. Was im CC steckt, haben wir auf einer Fahrt in den Isarwinkel, am Sylvensteinspeicher entlang in die malerische Eng ausprobiert. Wie haben Glück, am Wochentag im Frühherbst sind wenige Leute in Richtung Ahornboden unterwegs. Vor uns liegt ein viele Kilometer langes Asphaltband, das sich in etlichen zum Teil engen Kurven bis ins Naturschutzgebiet schlängelt. Die urtypische Isar ist immer gerade einen Steinwurf entfernt.

VW CC

Die Strecke erweist sich ideal für die Limousine mit dem extrem niedrigen Schwerpunkt. Wie ein Transrapid schwebt der CC über den Asphalt. Was die Stabilität betrifft, erinnert er aber eher an Kaugummi, der auf dem Boden klebt. Auch enge Radien können in hohem Tempo genommen werden, der CC ist ein zuverlässiger Begleiter, der jede Lenkbewegung akkurat mitnimmt und auf die Straße bringt. Überstürztes Bremsen vor einer starken Kurve – nicht nötig. Nur einmal lässt uns eine querende Kuhherde hart in die Eisen steigen. Der CC nimmt es mit spielerischer Gelassenheit und legt eine harte, aber nicht hektische Vollbremsung hin. Sein Sechsganggetriebe erlaubt danach ein rasches Beschleunigen, die Schaltung ist butterweich.

Auch wenn der CC nicht als Familienauto konzipiert ist, zu viert hat man bequem Platz, der jüngste Sohn passt mit seinen zwei Monaten und seinem Maxi Cosi perfekt dazwischen. Der Kofferraum bietet genügend Platz, neben dem Kinderwagen auch noch einen Wochenendeinkauf mitzunehmen. Ein echtes Raumwunder, das man dem CC beim ersten Blick auf die Heckpartie nicht ansieht. Doch so generös das Platzangebot ist, für Staufächer blieb leider kaum noch etwas übrig. Das Handschuhfach fällt ebenso spärlich aus wie die Box unter der Armlehne. Immerhin, zwei Kaffeebecher lassen sich dort umsturzsicher aufstellen. In die Türverkleidungen passen allenfalls ein paar Straßenkarten. Doch auf die kann man dank des Navis mit großem Bildschirm und Touchscreen ohnehin verzichten.

Auch in der Stadt macht der CC eine gute Figur, wir genießen so manchen Blick der Fußgänger, der dem flachen Flitzer folgt. Doch ohne Rückfahrkamera kommt man in engen Gassen und vor allem beim Parken nicht weit. Die Heckscheibe ist derart geneigt, dass eine Sicht nach hinten zuverlässig nicht möglich ist. Das Warnsystem leistet hier unschätzbare Dienste, um nicht alle paar Manöver in die Lackiererei fahren zu müssen.

Unser Fazit: Wem die Familie im Vordergrund steht, der sollte auf den traditionellen Passat zurückgreifen. Der CC bietet das gewisse Extra – ein ideales Auto für die, die viel unterwegs sind und auch bei langen Fahrten Spaß haben wollen.

Der neue Volkswagen CC

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Hans Moritz

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