Neue Verkehrsregeln

Neue StVO-Regelungen eine "Führerschein-Falle": Deutscher Automobilclub übt scharfe Kritik

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Wer im Auto über dem Tempolimit unterwegs ist, muss mittlerweile eher mit einem Fahrverbot rechnen.

Seit dem 28. April gelten neue Verkehrsregeln, die Vergehen härter bestrafen. Der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. kritisiert den neuen Bußgeldkatalog.

  • Die neuen StVO-Regelungen gelten seit dem 28. April.
  • Bei Vergehen im Straßenverkehr müssen Autofahrer mit höheren Strafen rechnen.
  • Mobil in Deutschland e.V. kritisiert den neuen Bußgeldkatalog und bezeichnet diesen sogar als "Führerschein-Falle".

Am 28. April ist die StVO-Novelle in Kraft getreten. Viele Neuerungen betreffen vor allem die Fahrradfahrer und deren Schutz im Straßenverkehr. Doch die neuen Regelungen beinhalten auch einen abgeänderten Bußgeldkatalog. Autofahrer müssen bei Verkehrswidrigkeiten mit wesentlich höheren Strafen rechnen, als das bisher der Fall war. Die neuen StVO-Regelungen stoßen allerdings auch auf Kritik. Der deutsche Automobilclub Mobil in Deutschland spricht sogar von einer "Führerschein-Falle".

Mobil in Deutschland e.V. bezeichnet neue StVO-Regelungen als "völlig überzogen"

Die neuen StVO-Regelungen bestrafen unter anderem Überschreitungen des Tempolimits innerorts und außerorts wesentlich schneller mit einem Fahrverbot. Während es innerorts zuvor 31 km/h zu viel auf dem Tacho sein mussten, reichen mittlerweile 21 km/h für einen Führerscheinentzug*. Auch bei Rettungsgassen gelten strengere Regeln. Wer sich hier nicht richtig verhält, muss im schlimmsten Fall auch seinen Führerschein abgeben.

Mobil in Deutschland e.V. bezeichnet die Strafen als "völlig überzogen". In einer Pressemitteilung erklärte der Präsident des Automobilclubs Dr. Michael Haberland: "Wir fordern den Bundesrat und Bundestag umgehend auf, die neuen überzogenen StVO-Regelungen in Bezug auf die Strafen bei Geschwindigkeitsverstößen anzupassen und diese "Führerschein-Falle" wieder abzuschaffen." Dazu hat Mobil in Deutschland e.V. eine Online-Petition gestartet, die bereits von über 100.000 Menschen (Stand: 4. Mai 2020) unterzeichnet wurde.

Lesen Sie auch: StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind ab sofort neu im Verkehr.

Weitere Stimmen zur StVO-Novelle

Wie Autobild berichtet, steht der Automobilclub nicht alleine da mit der Kritik. Der FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic bezeichnet den neuen Bußgeldkatalog ebenfalls als "praxisfern und überzogen" und es fehle "teilweise an Maß und Mitte". Zuspruch gibt es seitens des Grünen-Verkehrsexperten Stefan Gelbhaar, der die StVO-Novelle an sich befürworte, sie allerdings "an vielen Stellen schlampig und unvollständig" nennt.

Arno Klare, Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur des Parlaments für den Wahlkreis Mülheim - Essen lehnt den Antrag entschieden ab. Er hält die neuen Regelungen gerade bei Tempolimits für gerechtfertigt. Klare erklärt des Weiteren: "20 drüber fährt man nicht mal aus Versehen, sondern 20 drüber ist man, weil man immer zu schnell unterwegs ist. Ich gebe allein einen einfachen Rat: Halten Sie sich an die Regeln. Dann muss keiner um seinen Führerschein fürchten."

Auch interessant: StVO-Novelle: ADAC mit drastischen Forderungen zum neuen Bußgeldkatalog.

ök

Mit neuen Fotos: Kuriose Blitzer-Bilder - Die verrücktesten Radarfotos

Taube verhindert Bußgeld: Die Kreispolizeibehörde Viersen kann einem Autofahrer wegen einer Taube die Geschwindigkeitsübertretung nicht nachweisen. Weder Fahrer noch Taube müssen das Bußgeld in Höhe von 105 Euro bezahlen.
Taube verhindert Bußgeld: Die Kreispolizeibehörde Viersen kann einem Autofahrer wegen einer Taube die Geschwindigkeitsübertretung nicht nachweisen. Weder Fahrer noch Taube müssen das Bußgeld in Höhe von 105 Euro bezahlen. © Kreispolizeibehörde Viersen
Die Raser-Taube hat in der Stadt Bocholt die Radarfalle ausgelöst. Die 25 Euro Verwarnungsgeld wird sie für die Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h jedoch nicht bezahlen können.
Die "Raser-Taube" hat in der Stadt Bocholt die Radarfalle ausgelöst. Die 25 Euro Verwarnungsgeld wird sie für die Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h jedoch nicht bezahlen können. © Stadt Bocholt
Hat die Polizei Essen hier einen "Geister-Lkw" erwischt? Leider nicht. Es war nur ein Fahrer, der sich vor dem Blitzer versteckt hat. Ohne Erfolg. Ein Bußgeld musste er trotzdem zahlen.
Hat die Polizei Essen hier einen "Geister-Lkw" erwischt? Leider nicht. Es war nur ein Fahrer, der sich vor dem Blitzer versteckt hat. Ohne Erfolg. Ein Bußgeld musste er trotzdem zahlen. © Polizei Essen
Morgens keine Lust die Scheiben freizukratzen? Keine gute Idee. Und dann auch noch zu schnell in einer 30er Zone. Wer so viel falsch macht, muss sich nicht wundern, bestraft zu werden.
Morgens keine Lust die Scheiben freizukratzen? Keine gute Idee. Und dann auch noch zu schnell in einer 30er Zone. Wer so viel falsch macht, muss sich nicht wundern, bestraft zu werden. © Polizei Dortmund
Gleiche Stelle, gleicher Blitzer, gleiches Vergehen. Auch dieser Fahrer war zu faul, um für genug Durchblick zu sorgen.
Gleiche Stelle, gleicher Blitzer, gleiches Vergehen. Auch dieser Fahrer war zu faul, um für genug Durchblick zu sorgen. © Polizei Dortmund
Absichtlich ist dieser Twingofahrer mit Stinkefinger in die Radarfalle gerast. Trotz abgeklebten Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende kam die Dortmunder Polizei dem frechen Temposünder auf die Spur.
Absichtlich ist dieser Twingofahrer mit Stinkefinger in die Radarfalle gerast. Trotz abgeklebten Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende kam die Dortmunder Polizei dem frechen Temposünder auf die Spur. © Polizei Dortmund
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Teenies auf Spritztour: Mit Muttis Auto geblitzt. Mit Sturmhauben, geklauten Nummernschildern und Muttis Auto waren drei Jugendliche bei Aachen unterwegs und haben sich einen Riesen-Ärger mit der Polizei eingehandelt. © Polizei Aachen
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Das Radarfoto, herausgegeben vom Landkreis Emsland, zeigt ein weißes Pferd auf dem Schullendamm in Meppen. © dpa
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Zu schnell zum Einsatz: Ein Feuerwehrfahrzeug in Bad Mergentheim an der Blitzampel Schlossgartenstraße. © 
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Mit Absicht: Kaum zufällig dürfte dieses Bild entstanden sein. Der Fahrer kam wohl ungeschoren davon. Motorräder haben halt vorne kein Nummernschild. © Polizei
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Bäh, Bäh, mich schnappt ihr nicht! Beim Radarfoto streckt ein Rollerfahrer seine Zunge raus. © Polizei
Raser auf Schienen.
Raser auf Schienen. © mm
Rückenansicht: Ein Trio bekundet wortlos seine Meinung über Geschwindigkeitskontrollen.
Rückenansicht: Ein Trio bekundet wortlos seine Meinung über Geschwindigkeitskontrollen. © mm
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Ist der Weihnachtsmann am 28. Dezember wirklich noch im Stress? Und woher hat er den diesen neuen Schlitten? Fragen über Fragen - doch auf alle Fälle war hier ein hier ein Strafzettel für zu schnelles Fahren fällig.  © Auto-Medienportal.Net/Volkswagen
Auch der Weihnachtsmann ist mit seiner Kutsche schon in einen Blitzer gerauscht (Archivfoto 2006). Allerdings hatte sich das Pferdegespann vorbildlich an das vorgeschriebene Tempolimit gehalten. Ein anderes Fahrzeug auf der Überholspur hatte die Radarfalle ausgelöst. Auf dem Foto ist der Raser vom Gespann jedoch vollkommen verdeckt.    © dpa
Mit Sturmhauben, geklauten Nummernschildern und Muttis Auto waren drei Jugendliche bei Aachen unterwegs und haben sich einen Riesen-Ärger mit der Polizei eingehandelt. © Polizei

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