Digitaler Assistent

Neues Bord-System von Ford: Das Auto denkt mit!

Groß wie ein Tablet ist der neue Zentralbildschirm, über den das neue Infotainment-System Sync von Ford läuft. Ähnlichkeiten mit Tesla sind rein zufällig.
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Groß wie ein Tablet ist der neue Zentralbildschirm, über den das neue Infotainment-System Sync von Ford läuft. Ähnlichkeiten mit Tesla sind rein zufällig.

Ford hat sein Bordsystem intelligenter gemacht. Sync erkennt den Stau noch bevor es sich staut, weiß die Strompreise an der „Tanke“ und erinnert den Fahrer an seine Pflichten.

  • Beim Elektro-Auto Mustang Mach-E wird Sync zum ersten Mal eingesetzt.
  • Der digitale Assistent spricht jetzt schon 15 europäische Sprachen.
  • Auto heizen oder kühlen – das alles steuert man von zu Hause aus.

„Wolltest Du nicht Deine Mutter anrufen?“ „Du warst schon lange nicht mehr im Fitness-Studio!“ Das schlechte Gewissen sitzt schon bald mitten im Auto. Zumindest bei Ford*. Es heißt Sync und ist das neue mitdenkende Bordsystem. Gesteuert wird es von einem intelligenten lernfähigen Algorithmus, der aufgrund von Erfahrungswerten seinem Fahrer Vorschläge macht. Das ist nur eines von vielen Features, das die neue Generation des sprachgesteuerten Kommunikationssystems von Ford beherrscht. Sync kommt zuerst im vollelektrischen Mustang Mach-E zum Einsatz, der ab 2021 lautlos zu den Händlern rollt.

Bord-System Sync im vollelektrischen Mustang: völlig neue Software für den digitalen Butler

Rückgrat des digitalen Butlers ist eine komplett neu geschriebene Software, die permanent mit der Cloud verbunden ist und somit auf Informationen aus der weiten Welt des Internets und auch auf die Daten von anderen Fahrzeugen und Smartphones zugreifen kann. Für den Autofahrer ist nur das große Display sichtbar. Mit 15,5 Zoll ist der Full-HD-Bildschirm so geräumig, dass alle relevanten Informationen gleichzeitig angezeigt werden können. Wir erklären, was das System so alles drauf hat - die Höhepunkte:

Sync von Ford: Autofahren fängt schon daheim auf der Couch an

Und zwar mit dem Smartphone. Über eine App lassen sich diverse Grundeinstellungen vorab virtuell vornehmen. Der Lieblings-Radiosender zum Beispiel, oder der bevorzugte Fahrmodus. Aber auch die Temperatur. Ein kühles Auto nach einem heißen Bürotag – oder ein vorgewärmter Fahrersitz im Winter. Das alles macht man von der heimischen Couch aus oder vom Bürosessel, je nachdem. Oder noch bevor das neue Auto ausgeliefert ist. Der Ford wird quasi schon digital vormöbliert und die Einstellungen in der Cloud gespeichert. Man muss sich nur noch in sein Fahrzeug setzen und schon ist alles wie von Zauberhand so, wie man es haben möchte. Und vor allem auch ganz individuell. Denn: 

Bord-System Sync: So persönlich war Autofahren noch nie

Die persönlichen Einstellungen nimmt man nämlich mit. Auch sein Profilbild, das auf dem Display zu sehen ist, oder ein entsprechender Avatar. Und rein theoretisch funktioniert das sogar in einem anderen Auto, das ebenfalls die neue Sync-Technik hat. Das Handy fungiert dabei als Gedächtnisstütze für das digitale System und auch als individueller Schlüssel. So kann das Auto auch für anderer Familienmitglieder freigeschaltet werden. Jedes Handy hat wiederum die jeweiligen persönlichen Einstellungen hinterlegt: Das fliederfarbene Ambiente-Licht der Tochter, die chillige Lounge-Playlist des Sohnes oder die häufigsten Routen der Mama.

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Bayerisch oder Kölsch – man spricht Dialekt

Die neue Spracherkennung schafft vom Start weg 15 europäische Sprachen. Aber auch beim Dialekt muss der digitale Assistent nicht mehr passen. Ob Bairisch oder Kölsch, dank der permanenten Verbindung zum Internet versteht die Software auch leichten Dialekt. Nicht sofort vielleicht, aber das System lernt dank der Anbindung an Cloud und Internet. Ein kleiner, aber feiner Nebeneffekt. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Software keine starren Worthülsen mehr braucht. Also es muss nicht mehr heißen: „Navigiere zum Flughafen München“, es genügt auch ein „Bring mich zum Flughafen!“. Auch Alltagsfragen wie „Wo ist die nächste Apotheke“ oder der Wunsch nach einem italienischen Restaurant sollen nicht ohne Antwort bleiben.

Im Mustang Mach-E, dem ersten vollelektrischem Fahrzeug von Ford, wird Sync zum ersten Mal eingesetzt. Der Stromer kommt im ersten Quartal 2021 auf den Markt.

Das System von Ford kennt die Strompreise in Echtzeit

Ein Elektroauto zu fahren – das ist Vertrauenssache. Zum Beispiel jederzeit zu wissen, wo die nächste freie Ladesäule steht, oder ob man die geplante Strecke überhaupt noch schafft. Sync kennt nicht nur alle in dem Augenblick frei verfügbaren Strom-Tankstellen, die Software weiß sogar genau, was der Strom dort kostet. Und das in Echtzeit. Gut für den Verbraucher: Denn die Preisunterschiede an öffentlichen Ladesäulen schwanken noch stärker als der Benzin-Preis. Da kann die Kilowattstunde schon mal das Doppelte kosten. Fast genauso wichtig ist eine verlässliche Reichweiten-Anzeige. Korrekte Aussagen, wie weit der Strom noch reicht, sind für Bordcomputer oft schwierig. Faktoren wie Temperatur, Topografie oder das eigene Fahrverhalten spielen hier eine Rolle.

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Bord-System von Ford: Und auch die Reichweite ist realistisch

Deshalb bündelt Sync diese Informationen und kombiniert sie untereinander. Also wie viel Strom ist noch in der Batterie, sinken die Temperaturen bald auf 0 Grad oder darunter? Was sagen Navi und GPS – geht es tendenziell nach oben in die Berge oder bewegt man sich im Flachland? Dazu kommt noch die persönliche Fahrweise. Der sportliche Druck aufs Gaspedal kostet immer Energie. Aus all diesen Informationen errechnet der Bordcomputer dann eine sehr wahrscheinliche Reichweite und empfiehlt Stromtankstopps auf der Route. Verlässlich wie es bei Ford heißt.

Von der Couch aus kann man sich seine Lieblingseinstellungen konfigurieren. Radiosender, Temperatur und Route. Wenn man sich dem Auto nähert, übernimmt der Bordcomputer das alles aus der Cloud.

Nie mehr Stau: Der Computer weiß vorher, wann es stockt

Partner bei der Echtzeit-Navigation sind die holländischen Spezialisten von TomTom. Alle 30 Sekunden werden die Verkehrsdaten aktualisiert. Ausgewertet werden dazu Millionen von Datensätzen aus den miteinander vernetzten Navis. Das und die gespeicherten Erfahrungswerte zu welchen Zeiten Staus am wahrscheinlichsten sind, soll zu einer Vorhersage führen, die jeden Stau schon umfährt, bevor er noch entsteht.

Der Anspruch ist groß und die Anwendungsmöglichkeiten endlos. Wir sind gespannt auf den ersten Praxistest mit dem neuen Sync-System von Ford. Vieles davon können auch deutsche Premium-Hersteller schon. Zumindest hier ist Silicon Valley nicht führend. (Rudolf Bögel) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Warnleuchten im Auto und was sie bedeuten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
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Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Anschnallzeichen: Einer oder einige der Fahrgäste sind nicht angeschnallt. Das Symbol leuchtet auch auf, wenn eine schwere Tasche auf dem Sitz steht. © ADAC
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Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen). © ADAC
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Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen. © ADAC
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Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz). © ADAC
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Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren. © ADAC
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