Eigenwilliger Musterknabe

Der Nissan Juke im Gebrauchtwagen-Check

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Progressive Größe: Der Nissan Juke mag zwar auf unkonventionelle Formen setzen, doch Experten rühmen seine Qualitäten als Gebrauchtwagen. Foto: Nissan/dpa-tmn

Außen modern, innen altbewährt: So kann man den Nissan Juke beschreiben. Der exzentrisch gezeichnete Crossover hat sowohl eine geringe Mängelquote bei der Hauptuntersuchung als auch ein geringes Pannenniveau.

Berlin (dpa/tmn) - Die äußere Gestalt des Nissan Juke ist unkonventionell. Bei der technischen Zuverlässigkeit setzt das kleine SUV des japanischen Herstellers aber auf alte Werte - auf positive.

"Ich würde sagen, dieses Auto ist das erste, dessen Design perfekt in die moderne, urbane Welt passt: In einer Reihe von parkenden Autos erkennt man den Juke auf Anhieb." Diese lobenden Worte für Nissans kleinen Crossover findet der bekannte Autodesigner Chris Bangle im Interview mit dem Magazin "Zeit Wissen" (Ausgabe 2/17).

Die Mängelquote bei der Hauptuntersuchung (HU) sei beim Juke gering, schreibt der "TÜV Report 2017". Allenfalls Achsenaufhängung und Auspuffanlage schneiden bei der zweiten HU etwas schlechter ab als der Durchschnitt. Beim ersten Prüftermin machen mitunter die Lenkgelenke Probleme - allerdings tritt häufig Ölverlust an Motor und Getriebe auf.

Auch die Abgasuntersuchung besteht das Auto nach drei Jahren oft nicht auf Anhieb. Ein unter dem Strich teils deutlich besseres Auto als der Durchschnitt - so lautet aber auch das Urteil des "Dekra Report 2017 - Der große Gebrauchtwagen-Kaufberater".

Ein "nur geringes Pannenniveau" bescheinigt auch der ADAC dem Crossover-Modell aus Japan. Dennoch gab es natürlich Fälle, die die Pannenhelfer auf den Plan riefen. Dazu zählten abgerutschte Turboladerschläuche bei Dieselmodellen der Baujahre 2012 und 2013, elektrische Fehler bei der Wegfahrsperre (2012 bis 2014) sowie gebrochene Auspuffrohre (2011). Der größte von insgesamt vier Rückrufen betraf rund 9300 Fahrzeuge der Bauzeit April 2014 bis Juni 2016, die Probleme mit einem Sensor der On-Board-Diagnose hatten.

Nissan brachte den exzentrisch gezeichneten Crossover mit der coupéhaften Dachlinie 2010 auf den Markt. Ein verspieltes Cockpit und ein eingeschränktes Platzangebot für die Passagiere im Fond waren weitere Merkmale. Allradantrieb war optional verfügbar. Zur Jahresmitte 2014 rollte die modellgepflegte Version zu den Händlern.

Auch die Motoren überarbeitete Nissan. Unter die Haube zog ein 1,2-Liter-Turbobenziner mit 85 kW/115 PS ein. Der Verbrauch des 1,6-Liter-Turbos mit 140 kW/190 PS wurde gesenkt. Je nach Ausbaustufe und Baujahr leisten die Ottomotoren bis zu 160 kW/218 PS, wie in der stärksten Version des sportlichen Nismo RS. Einzig angebotener Diesel ist ein 1,5-Liter mit 81 kW/110 PS. Jeglichen alternativen Antrieben verschließt sich der Juke bislang.

Wer einen den Crossover so günstig wie möglich erstehen möchte, sollte sich nach einem Juke 1.6 DIG-T Tekna mit 140 kW/190 PS von 2010 umsehen. Dafür notiert die Schwacke-Liste einen durchschnittlichen Handelspreis von 8950 Euro - bei statistisch ermittelten 82 000 Kilometern auf dem Tacho. Auf der anderen Seite mit noch 20 250 Euro steht der 1.6 DIG-T ALL-MODE 4x4 Xtronic Nismo RS mit 157 kW/214 PS von 2015 (22 000 Kilometer). Mit 10 650 Euro ist der Juke 1.5 dCi Acenta mit 81 kW/110 PS von 2012 verzeichnet (85 000 Kilometer).

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