E-Konzept mit Zukunft?

Nissan verknüpft Elektroautos mit dem Eigenheim

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Der Nissan Leaf ist das Flaggschiff der E-Mobil-Flotte und das mit 250 Kilometer Reichweite.

Machen wir uns nichts vor: So richtig kommen Elektroautos in Deutschland nicht in Fahrt. Hohe Preise, vergleichsweise niedrige Reichweite und ein lückenhaftes Ladenetz halten viele wohlwollende Kunden ab.

Auch die 5000-Euro-Prämie von Bundesregierung und Industrie vermochte den Markt noch nicht so recht zu beflügeln. Und das, obwohl die Technik weit vorangeschritten ist und die Batterien längst keine Monster mehr sind, die kaum zusätzliche Beladung erlauben.

Vielleicht liegt die zögerliche Nachfrage auch daran, dass wir die E-Mobilität noch nicht so recht verstanden haben? Dass wir nur das Auto sehen, nicht aber Verknüpfungspunkte wie z.B. mit dem eigenen Haus? 

Nissan setzt auf ein ganzheitliches Konzept – und auf neue Modelle. Der Siebensitzer und der Kombi aus der Reihe e-NV200 verdienen Aufmerksamkeit. Und der kompakte Fünftürer Leaf hat das Zeug zum Massenfahrzeug.

245.000 reine E-Autos hat Nissan bislang weltweit verkauft – damit sind die Japaner die Nummer 1. Mittlerweile baut Nissan eigene Akkus ein – die dritte Generation von Lithium-Ionen-Batterien.

Nissan Leaf mit 250 Kilometern Reichweite

Autor Hans Moritz lädt sein Testfahrzeug - einen Nissan Leaf. Der schafft 250 Kilometer.

Flaggschiff der E-Mobil-Flotte ist der Nissan Leaf, der immerhin 250 Kilometer Reichweite hat. Ein Flitzer ist er dabei nicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h. Den Leaf gibt es mit 24 und 30 Kilowattstunden und 109 PS. Die kleinere Variante kostet ab 29.300 bei Batteriekauf und ab 23.360 Euro bei Miete. Der leistungsstärkere Leaf ist ab 34.390 beziehungsweise ab 28.490 Euro zu haben.

Im Praxistest macht er eine gute Figur, in der Stadt ebenso wie über Land und auf der Autobahn. Sein Handling ist angenehm, ein Exot ist er im Verkehr nicht. Je nach Lade-Anschluss kann der Leaf binnen 30 Minuten zu 80 Prozent geladen werden. Mit Wallbox dauert es sieben Stunden, über die Hausstrom-Steckdose 13 Stunden.

Nissan e-NV200 für Handwerker

Für Handwerker im Stadtbetrieb eine mögliche Alternative: ein Nissan e-NV200.

Weniger optisch, dafür umso mehr von der Idee Hingucker sind die e-NV200-Modelle. Sie gibt es als Van mit sieben Sitzen und als Kombi. Die Nutzlast beträgt 656 Kilo, der Laderaum ist 4,2 Quadratmeter groß – Platz genug für zwei Euro-Paletten. Vor allem als Handwerker-Fahrzeug kann der e-NV200 eine Alternative sein: Sein fast lautloser Elektromotor ist ideal zum Befahren von Fußgängerzonen und Anwohnerbereichen. 170 Kilometer beträgt die maximale Reichweite. Alle Kombis verfügen über 109 PS und 254 Nm Drehmoment. Der Kombi kostet ab 25.310 (Batteriekauf) beziehungsweise ab 20.350 Euro (Miete). Der ­Sieben-Sitzer bewegt sich bei Preisen ab 37.185 bzw. ab 31.290 Euro.

Wer sich an den hohen Anschaffungskosten stößt, sollte bedenken: Die Betriebskosten sind sehr niedrig, die ersten zehn Jahre gilt Steuerfreiheit und pro Kilometer fallen 77 Cent Betriebskosten an. Zudem gehen die Hersteller davon aus, dass vor allem die Preise für die Batterien in zunehmender Serienherstellung und durch wachsende Speicherkapazität sinken werden.

Diese Elektroautos können Sie schon kaufen

Die große Zukunft sieht Nissan darin, dass ausgediente Autobatterien aus E-Mobilen als Speicher zu Hause genutzt werden können. Hinzu kommt: Mit Photovoltaikanlagen werden Häuslbesitzer wegen runtergefahrener Förderung nicht mehr lange Geld verdienen können. Diese PVs könnten – mehr oder minder gratis – die Elektromobile laden. Und weil ein Kabel nicht nur vom Haus zum Auto, sondern auch in umgekehrter Richtung verläuft, kann das Auto etwa bei einem Blackout das eigene Heim vorübergehend mit Energie versorgen oder Spitzen ausgleichen.

Nicht staatliche Zuschüsse, sondern die Erkenntnis, integrierte, intelligente Lösungen zwischen Fahrzeug und Haus zu schaffen, könnten der E-Mobilität endlich in der Breite den Weg ebnen und eine größere Kundenschicht elektrisieren.

Mobiles Büro: Nissan e-NV200 Workspace

Hans Moritz

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