Opel Astra GTC: Ein behutsamer Bodybuilder

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Geduckt und sportlich: So präsentiert sich der GTC bereit zur Probefahrt.

Seine Augen sind rund. Sie schauen ein wenig aggressiv und erinnern an die Augen eines Adlers. Der neue Opel Astra GTC steht geduckt. Zur Fahrt bereit.

Elegant ist er und gleichzeitig sportlich. Kein Wunder, er liegt 15 Millimeter tiefer auf der Straße als seine Brüder für den Alltagsgebrauch. Die Spurweite ist im Verhältnis zum Sports Tourer und zur Limousine vorne 40 Millimeter und hinten 30 Millimeter breiter, damit wirkt er bulliger und zeigt deutlich mehr Präsenz auf der Straße.

Bildergalerie: Opel Astra GTC im Test

Opel Astra GTC im Test

Anders als bei vielen Coupés anderer Hersteller ist der GTC ein eigenständiges Modell innerhalb der Opelfamilie. Bis auf das Gehäuse der Rückspiegel und der Antenne entspricht nicht ein Teil der Karosserie dem eines anderen Astra-Modells.

Bequeme Schalen: Im Inneren des GTC lässt sich schnell die perfekte Sitzposition finden.

Obwohl es der Leistung angemessen wäre, verzichten die Rüsselsheimer auf eine dick aufgetragene Bodybuilderstatur und betonen nur behutsam die kompakte Sportlichkeit. Im Innenraum nehmen uns bequeme Schalensitze auf. Wer nicht extrem tief sitzen will, findet schnell die perfekte Position. Der Weg in die zweite Reihe ist zwar etwas beschwerlich, aber bei welchem Coupé ist das anders? Der GTC wird zwar als Fünfsitzer angeboten, aber eigentlich finden nur zwei Erwachsene hinten wirklich bequem Platz. Über allen Passagieren wölbt sich die Panorama-Frontscheibe, die sich weit nach hinten ins Dach hinein streckt. Ansonsten ist die Sicht hinten aus den zu Sehschlitzen verengten Scheiben stark eingeschränkt.

Keckes Heck: der GTC in der Rückansicht.

Für den Fahrer kommt hinter dem serienmäßigen Sportlenkrad schnell das Gefühl von einer Rennfahrt auf. Das wird beim Fahren etwas relativiert, denn unter der Haube gibt es vier Benziner und einen Turbodiesel mit einem Leistungsspektrum von 100 bis 180 PS zur Auswahl. In den Serpentinen entlang der Küste Mallorcas ist der 1,6-Liter-Benziner mit 180 PS eine gute Wahl. Zumindest, wenn man gern und viel schalten will. Während sich der GTC im Tourmodus des FlexRide-Systems noch sanft und nachsichtig zu Unebenheiten in der Fahrbahn zeigt, geht es auf Knopfdruck im Sportmodus bei ähnlich flotter Fahrweise härter zur Sache.

Als erster Astra verfügt der GTC über die HiPerStrut-Aufhängung aus dem Insignia OPC und eine Verbundlenker-Hinterachse mit Watt-Gestänge. Beides sorgt beim Ausreizen von Kurven für eine Straßenlage, die für einen Fronttriebler bemerkenswert ist, und eine direkte Lenkansprache ohne nervendes Zerren. Zudem eröffnet die Achsmodifikation den Einbau von 20-Zoll-Reifen, die dem GTC natürlich gut zu Gesicht stehen.

Der vorerst einzige Dieselmotor mit 165 PS zeigt sich dann von einer sehr kultivierten Seite. Mit seinem hohen Drehmoment von 350 Newtonmeter animiert er uns eher zum schaltfaulen Fahren, verspricht aber mit 4,8 Liter angegebenen Verbrauch minimalen Durst.

Bis auf die Einstiegsvariante werden alle Motoren per Sechsganggetriebe geschaltet, bis auf den stärksten Benziner ist Start-Stopp mit an Bord. Anfang 2012 kommen zwei weitere Dieselvarianten hinzu. Und für die, denen 180 PS Sportsgeist noch nicht genug sind: Ebenfalls 2012 soll eine GTC-Version der sportlichen Opel-Tochter OPC folgen.

Von Solveig Grewe

Daten: Opel Astra GTC 1.6 Turbo

• Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

• Hubraum: 1598 ccm

• kW (PS) bei U/min: 132 (180) bei 5500

• Nm bei U/min: 230 bei 2200 – 5400

• Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h

• Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,3 Sek.

• Abgas CO2: 164 g/km

• Verbrauch: 7,0 Liter pro 100 km, kombiniert

• Preis: 23 250 Euro

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