Zeugin hält Zugriff für unerklärlich

Kontrolle eskaliert: Polizist greift Autofahrer an 

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Symbolbild

Ein Polizist hatte einen Autofahrer verklagt, der ihn bei einer Verkehrskontrolle angegriffen haben soll. Ein Video beweist: Es war genau andersrum. Was ließ den Beamten derart ausrasten?

Herford - Im Prozess gegen einen Polizisten um eine eskalierte Verkehrskontrolle in Herford hat eine Richterin aus einem früheren Verfahren als Zeugin ausgesagt. Vor dem Amtsgericht Herford schilderte die Zeugin am Freitag, dass sie sich nach Sichtung eines Videos nicht erklären könne, wieso der Polizist einen Autofahrer angegriffen hatte. Von dem Fahrer sei keine sichtbare Aggression ausgegangen.

Der Polizist wird beschuldigt, den Mann mit der Faust geschlagen und ihm mit Pfefferspray nachgesetzt zu haben. Anschließend soll er den Autofahrer der Gewalttätigkeit bezichtigt haben. Erst in dem dadurch ausgelösten Strafprozess gegen den Autofahrer 2015 war das Video aus der Streifenwagenkamera gesichtet worden, das zum Freispruch des Autofahrers und zur Anklage gegen den Polizisten führte.

Der Beamte muss sich wegen Verfolgung Unschuldiger und Körperverletzung im Amt verantworten. Die damalige Richterin sagte jetzt als Zeugin: „Ich war relativ schockiert. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das Video so sehr von der Aktenlage abweichen würde.“

Die Verhandlung wurde nach wenigen Stunden unterbrochen, ohne dass ein Urteil gesprochen wurde. Sie wird am 27. September fortgesetzt.

dpa

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