Rasen, aber ohne Reue

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Öko Lamborghini: Der Elektro-Sportwagen E-Wolf E2.

Die Autohersteller haben ein Problem: Viele verkaufen nicht nur Mobilität, sondern auch Emotionen: Fahrspaß und Prestige heißen die Zauberwörter, die den Preisunterschied zwischen Polo und Porsche rechtfertigen.

Doch angesichts zahlreicher Sparkonzepte, Ökoautos und einer wachsenden Flotte von Elektrofahrzeugen fürchteten viele, dass der Spaß womöglich auf der Strecke bleibt. Deshalb ist die große Frage für alle Hersteller, wie man auch bei sinkenden Verbräuchen die Freude am Fahren garantieren kann.

Ist dem hochkarätigen V-10-Motor absolut konkurrenzfähig: Audis Elektro-Renner E-tron

Bei Audi etwa will man zeigen, dass man Markenwerte wie Sportlichkeit und Dynamik auch ohne Emissionen darstellen kann, sagt Entwicklungsvorstand Michael Dick mit Blick auf den feuerroten E-tron, der auf der IAA neben dem R8 Spyder stand. Wo beim R8 ein 5,2 Liter großer V10-Benziner röhrt, hört man beim E-tron nur das Surren der vier Elektromotoren, die zusammen auf 313 PS kommen. Zwar wurde das Höchsttempo auf 200 km/h begrenzt. Doch mit 4,8 sek. bis Tempo 100 kann der E-tron mit dem R8 fast mithalten. Ebenfalls für Spaß ohne schlechtes Gewissen wirbt man bei AMG. Der neue Flügeltürer SLS hat noch mit einem hochdrehenden V8-Motor. Aber hinter den Kulissen spricht man bereits offen über eine elektrische Variante des Spitzensportlers.

Noch steckt unter der Haube des Mercedes SLS AMG ein hochdrehender V8: Die Schwaben wollen den Flügeltürer jedoch auch als Elektrovariante auflegen.

Da will man das Thema Supersportwagen neu definieren mit 530 PS und einer Beschleunigung von Null auf 100 in weniger als vier Sekunden. Bei BMW zeigt der „Vision Efficient Dynamics“, wie ein Sportwagen aussehen könnte, dessen Konstruktion allein von der Verbrauchsminimierung getrieben ist: Ultraleicht und windschnittig konstruiert, wird der Viersitzer in Fahrt gebracht von einem Hybrid-Antrieb, der einen Dreizylinder-Common-Rail-Diesel und zwei Elektromotoren kombiniert. Zusammen kommt das Gespann auf 356 PS, bis zu 800 Nm und Fahrleistungen, die der Überholspur würdig sind: 4,8 Sekunden braucht die Flunder bis Tempo 100, bei 250 km/h wird abgeregelt. Dennoch soll sie nur 3,76 Liter verbrauchen (CO2-Ausstoß: 99 g/km).

Während es Audi E-tron und Mercedes SLS eDrive erst in drei bis vier Jahren zu kaufen gibt und der BMW wohl auf ewig ein Einzelstück bleibt, kommen die ersten Stromsportler bald auf die Straße: Elektropionier Tesla hat neben dem bekannten Roadster auch eine sportliche Variante des Zweisitzers sowie die Limousine „Modell S“ im Programm. Und der ehemalige Aston-Martin-Designer Henrik Fisker bereitet gerade die Markteinführung seines Karma im Juni vor. Preis: 77 000 Euro ohne Steuern.

Soll sauberer als ein Toyota Prius sein: Der Hybridantrieb des Fisker Karma

Elegant wie ein Maserati Quattroporte und schnell wie der Porsche Panamera stößt dessen Hybridantrieb nur 83 g/ km CO2 aus. Damit ist man sauberer als ein Toyota Prius. Ebenfalls schon zu haben ist der nur 500 kg schwere E1 des Sauerländer Unternehmens E-Wolf, der zwar 150 000 Euro und mehr kosten wird, aber den Fahrspaß eines Rennwagens auf die Straße holen soll. Wem die offene Zigarre zu unbequem ist, muss noch zwei Jahre warten, mindestens 50000 Euro mehr ansparen und kann dann den E2 kaufen. Der soll es dann nicht nur der Form nach mit jedem Lamborghini aufnehmen können.

osw.

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