Der große Test

Raststätten 30 Prozent teuerer als Autohöfe

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Raststätte oder Autohof - Beim Stopp auf der Autobahn haben Reisende oft die Wahl. 

Teuer oder günstig? Pünktlich zur Reisezeit hat der Autoclub Mobil in Deutschland Preise an Raststätten und Autohöfe verglichen. Das Ergebnis: Ein Umweg kann sich lohnen. 

Rund 390 Tank- und Rastanlagen gibt es in Deutschland direkt an der Autobahn. Wer einen kleinen Umweg in Kauf nimmt, kann aber auch an einem der 187 Autohöfen Rast machen.

Bei Snacks, Getränken und Toilettenbesuch können Autofahrer im Schnitt fast ein Drittel (29,86 Prozent) sparen, wenn sie einen Autohof anstelle von Raststätten ansteuern. Das haben Stichproben des Autoclubs Mobil in Deutschland von zehn Raststätten sowie zehn Autohöfen ergeben.

Im Focus der Tester standen dabei die Preise für 50-Liter-Sprit, einen Warenkorb mit zwölf Produkten und einen Toilettenbesuch.

Das Ergebnis: Die Preisunterschiede für den Warenkorb waren zum Teil gewaltig. Zwischen dem günstigsten Preis in Höhe von 20,49 Euro (Autohof Rheinböllen A61) und dem teuersten Warenkorb mit 39,60 Euro (Tank & Rast Walsleben A24) lagen 19,11 Euro.
Auch beim Tanken stellten die Tester Unterschiede fest. Sprit kostete auf den Autohöfen demnach durchschnittlich 10 Prozent weniger.

Zehn Produkte Warenkorb

  • Flasche Coca Cola Zero (0,5l)
  • Premium Mineralwasser still (0,5l)
  • Dose Premium-Bier (0,5l)
  • Dose Red Bull (0,25l)
  • Kleiner Cappuccino to go alles immer ohne Pfand. 
  • Dose Pringles Chips Original (190g)
  • Riegel Kinderschokolade
  • Bifi (25g)
  • M&M´s (45g)
  • Magnum Classic Schoko
  • Käsebrötchen
  • Bockwurst mit Brötchen

Deutsche Autobahn: Rekorde und Mythen

REKORDE: Als älteste deutsche Autobahn gilt die Berliner Avus (Automobil-Verkehrs- und Übungs-Straße), erbaut zwischen 1913 und 1921. Die nur knapp 10 Kilometer lange Strecke zwischen den heutigen Ortsteilen Halensee und Nikolassee gilt damals als die weltweit schnellste Rennstrecke für Automobile. Mit ihrer geringen Länge ist sie aber eher ein Autobahn-Prototyp. © dpa
Die erste „echte“ gibt es in Deutschland seit dem 6. August 1932 zwischen Köln und Bonn, damals mit dem hübschen Namen „Nurautomobilstraße“, heute A555. Die erste Autobahn in Europa war sie aber nicht. Die bauten die Italiener 1924 von Mailand Richtung Varese (Ligurien) - schon damals mit Maut. © dpa/Wolfgang Weihs
Blick auf die erste Autobahnanschlussstelle Europas in Wesseling vor der Eröffnung (Archivfoto von 1932). © dpa
Das Archivbild des Landschaftsverbandes Rheinland zeigt die Feier zur Eröffnung von Europas erster Autobahn in Köln im August 1932. In den Bau der jetzigen A 555, die Köln und Bonn verbindet, wurden während der dreijährigen Bauarbeiten 8,6 Millionen Reichsmark investiert. © dpa
HITLERS AUTOBAHNEN: Historiker haben belegt, dass am Autobahnmythos der Nationalsozialisten („Straßen des Führers“) kaum etwas dran ist. Die vermeintliche Tatsache, dass Hitler die erste deutsche Autobahn erbaut habe, ist eine NS-Propagandalüge. Denn das war 1932 Konrad Adenauer, damaliger Oberbürgermeister von Köln. Mit den Worten „Jeben Se Jas“eröffnete Adenauer die erste Autobahn. © dpa
Zwar wurden zwischen 1933 und 1942 rund 3860 Kilometer Autobahnen medienwirksam eröffnet. Die Planungen stammten aber bereits aus den 1920er Jahren. Die Nazis hätten es auch nicht geschafft, die versprochenen 600 000 Arbeitsplätze im Autobahnbau zu schaffen, schreiben Forscher. Mehr als 250 000 Menschen seien zu keinem Zeitpunkt beschäftigt gewesen.  © dpa
LÄNGE: Unter den nationalen Autobahnen hält Australien den Weltrekord. Rund 14.500 Kilometer misst der „National Highway“, der den gesamten Kontinent umrundet. © dpa
Deutschland als Transitland punktet dagegen mit einem dichten Netz vieler Autobahnen, das heute rund 12 845 Kilometer umfasst. Obwohl Autobahnen damit nur einen Anteil von sechs Prozent an allen Fernstraßen haben, rollt über sie fast ein Drittel des Gesamtverkehrs. Zwischen 2001 und 2011 wurden in Deutschland noch einmal rund 1000 Kilometer Autobahnen für mehr als 12 Milliarden Euro neu gebaut. © dpa
KULTURGUT AUTOBAHN: Ein heiteres Denkmal setzte die Düsseldorfer Elektronik-Band „Kraftwerk“ den Autobahnen 1974. Auf dem Album „Autobahn“ machte der Titelsong Furore - gekürzt sogar bis in die US-Hitparade. Der Refrain „Wir fahr'n fahr'n fahr'n auf der Autobahn“ hatte nicht nur Blödel-Potenzial. Er drückte auch das aus, was sich bei langen Autobahnfahrten einstellen kann: Langeweile und Monotonie. © dpa

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