Schrauber: Luca Gianoglio aus Naumburg restaurierte einen Fiat-Oldtimer

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Ein eifriger Schrauber: Luca Gianoglio aus Naumburg mit seinem Fiat 600 D.

Naumburg. „Man muss ihn eigentlich jeden Tag hegen und pflegen. Ständig hinterher sein, damit er sich wie aus dem Ei gepellt präsentiert.“ Diese Aussage des 33-jährigen Oldtimerfans Luca Gianoglio, der im elterlichen Eiscafé in Naumburg arbeitet und dem Autoclub Car-Styling-Crew als Vorsitzender vorsteht, ist auf sein mobiles Schmuckstück gemünzt.

Einen 1970 gebauten Kleinstwagen Fiat 600 D, der in seiner italienischen Heimat nur Seicento (600) genannt wurde.

Das erste eiförmige Modell des Autobauers aus Turin. Ausgestattet mit einem 26 PS starken und 1000 Kubikzentimeter-Heckmotor, der das Fahrzeug zu einer Höchstgeschwindigkeit von 110 Stundenkilometern antreibt. 3,29 Meter lang und 1,40 Meter breit, bietet der 600er vier Personen Platz.

Gekauft hat den Oldtimer Lucas Vater 1980 - auf der Suche nach einem kleinen Auto für seine Frau. Umgerechnet 150 Euro hat er damals dafür bezahlt. Fündig geworden ist er dabei auf einem Bauernhof in der Nähe von Turin. Dort stand der Fiat nur noch als Wrack in einem Hühnerstall. Dann wurde er in einer Werkstatt wieder fahrbereit repariert. Vor fünf Jahren holte Luca das Fahrzeug nach Deutschland und hat es als Hobbyschrauber und -tüfftler von Grund auf renoviert. Neben unzähligen Stunden seiner Freizeit hat er dafür auch bisher über 2000 Euro investiert.

„Die größten Schwierigkeiten“, so Luca Gianoglio, „waren die Beschaffung der Original-Ersatzteile.“ Die konnte er sich jedoch nach und nach durch gleichgesinnte Oldtimerfreunde und Bekannte in Italien und Deutschland beschaffen. Originalreifen zum Beispiel waren hier nicht mehr auf dem Markt, für 100 Euro pro Stück aber noch im Herstellerland erhältlich. Dabei verzichtete Luca auf die typischen italienischen Weißwanddecken, die hätten das Doppelte gekostet. Zurzeit ist er auf der Suche nach einer hinteren Originalstoßstange. „Ich könnte natürlich eine nachgebaute anbringen, doch dann wäre das Fahrzeug kein Original mehr.“

Nach gründlicher Instandsetzung wurde vom deutschen TÜV ein Gutachten erstellt. Mit dem Ergebnis: ohne Mängel wurde er mit dem amtlichen roten Kennzeichen KS - 01713 für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Der Fiat 600 D hat bisher 49 100 Kilometer auf dem Buckel, verbraucht auf 100 Kilometer rund elf Liter Superplus mit Bleizusatz. Beim HNA-Oldtimer-Schautag am Samstag, 21. Mai, im dez-Einkaufszentrum in Kassel möchte Luca Gianoglio seinen wie aus dem Ei gepellten 41-jährigen Seicento gerne mit ausstellen. (zih)

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