Volvo V40 Cross Country

Ein Schwede auf der Piste

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Sportlich: Unternehmungslustig sieht der V40 allemal aus, dazu passen Dachreling und schwarz glänzende Fensterrahmen.

Plus vier, minus eins und Abenteuer im Sinn. Weniger höhere Mathematik als vielmehr Marketing steckt hinter dem Konzept, das sich die Schweden für den Volvo V40 haben einfallen lassen.

Sie legen ihn jetzt vier Zentimeter höher, geben ihm zwölf Millimeter Bodenfreiheit und eine um drei Zentimeter erhöhte Sitzposition. Ein solcher Auftritt ruft förmlich nach einem Allradantrieb. Den gibt es auch, aber nur für den großen 2,5 Liter Benziner. Für den dafür erforderlichen Unterbau mussten die Ingenieure dann von der Bodenfreiheit wieder etwas abziehen. Die übrige Modellpalette besteht aus frontangetriebenen Selbstzündern mit 115 bis 177 PS und einem weiteren Benziner mit 180 PS.

„Cross Country“ nennt Volvo den auf Gelände getrimmten V40. Der Name erinnert ein wenig an MotoCross Events oder schlammverspritzte Mountainbiker. Doch so richtig traue ich dem aufgemöbelten Kompakten mit Schrägheck trotz seiner modifizierten Heckschürze, zusätzlichem Unterfahrschutz und fetten Türschwellern das Wühlen in Schlammlöchern und das Raufkraxeln von Geröllhalden nicht zu.

Schmuck und unternehmungslustig sieht er allemal aus, dazu passen Dachreling und schwarz glänzende Fensterrahmen. Doch den eleganten 19-Zoll Leichtmetallfelgen sollte besser kein Stein zu nahe kommen.

„Wer ambitioniert im Gelände herumfahren will, für den haben wir ja den XC 90 oder den XC 60“, betont Bernhard Bauer, Geschäftsführer von Volvo Car Deutschland. „Der V40 Cross Country ist für diejenigen, die in einem Kompaktwagen einen bequemen Einstieg und einen guten Rundumblick schätzen.“

Das Golf plus-Konzept lässt grüßen

Aber es stimmt: Ohne viel Mühe gleite ich in den espressofarbenen Ledersitz. Der passt gut zum kupferfarbenen Blechkleid unseres Diesels. Vor mir liegt der tief verschneite Übungsparcours. Schon jetzt wünsche ich mir sehnlichst den Allrad herbei. Doch der jungfräulich weiße Schnee birgt noch keine Tücken und mein Fronttriebler zeigt sich sehr souverän bei der Kurvenfahrt um die rotweißen Hütchen. Solange die serienmäßige Fahrdynamikregelung eingeschaltet ist. Ohne ESP macht es dann aber in dem Maße mehr Spaß, in dem nach Dutzenden Runden sich der Schnee mehr Richtung Eis verhärtet. Dann steht Freiluftunterricht in Sachen Fahrphysik an.

Der Wechsel in den Fünfzylinder Turbo-Benziner macht dann schnell klar, dass der Kraftprotz mit seinen 254 PS den Allrad schon allein wegen der Traktion braucht. Kraftvoll schiebt der Motor den Cross Country durch die Kurven. Ich werde mutig und schalte auch hier die Stabilitätskontrolle aus. Bei jeder Runde werden die Drifts länger und machen immer mehr Spaß. Trotzdem: bei tückischem Eis gab es auch in einem Allrad kein Entrinnen, nur zeitiges Gegenlenken bewahrt vor dem Ausritt in die nächste Schneewehe.

Der Preisaufschlag für den Cross Country im Verhältnis zum normalen V40 liegt bei 1800 Euro. Ob man ihn zahlen möchte, ist wohl eher eine Frage des Geschmacks als der Mathematik.

Von Solveig Grewe

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