Mazda Route 3: Von Hiroshima nach Frankfurt – 15 000 Kilometer lange Bewährungsprobe

Von Sibirien nach Hessen

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Der Mazda 3 in schneeweiß: Auf der 2500 Kilometer langen Teilstrecke bewährte sich der Wagen, fand unsere Testfahrerin Solveig Grewe. Im September kommt der Mazda auf den Markt.

Sibirische Straßen sind überwiegend marode. Geld, um Schlaglöcher zu flicken, fehlt. Hier ist das Autofahren eine wirkliche Herausforderung für Mensch und Maschine.

Zwar behaupten russische Statistiker gerne, dass die Unfallhäufigkeit mit der Reparaturbedürftigkeit der Straßen abnimmt, weil man langsam fahren muss. Doch die vielen blumengeschmückten Stellen links und rechts auf unserem Weg von Krasnoyarsk nach Barneul in Zentralsibirien lassen ganz andere Rückschlüsse zu.

Challenge nennt Rainer, Teamchef der diesjährigen Mazda Route 3 von Hiroshima nach Frankfurt, jene Herausforderung für die 16 Fahrer, die acht Modelle des neuen Mazda 3 aus dem japanischen Werk zur Internationalen Automobilausstellung in die hessische Metropole fahren. Auf der 2500 Kilometer langen vierten Teilstrecke zeigt sich, dass in Sibirien – angefangen vom mühsamen Kolonnefahren über die meist nur zweispurigen Straßen, dem gnadenlosen Zustand öffentlicher Toiletten bis hin zu den meist erfolglosen Versuchen, mit der Bevölkerung in englischer Sprache zu kommunzieren – eigentlich alles eine Challenge ist.

Bewährungsprobe

Trotzdem und vielleicht auch gerade deswegen nutzt Mazda die Möglichkeit, sein neues Kompaktmodell auf insgesamt 15 000 Kilometern einer echten Bewährungsproben zu unterziehen, bevor es diesen September auf den Markt kommt. Unser ehemals schneeweißer Mazda 3 mit der Nummer zwei hüpft über die Bodenwellen der staubigen Schotterstrecke wie ein Gummiball. Kaum sind sie überwunden, warten auf die noch jungfräulichen Felgen der 16 Zoll Räder in schneller Abfolge und damit unvorhersehbar tiefe Löcher im Asphalt. Das sind höchste Anforderungen an das Fahrwerk des Mazda 3, doch Federn und Dämpfer tun ihr Bestes.

Bremsmanöver

Hinter der nächsten Kurve liegt in aller Seelenruhe mitten auf der Straße eine Kuh. Die Bremsen packen kurz und kräftig und dann schlagen wir einen weiten Bogen um das Tier, das stoisch in seiner Stellung verbleibt. Unser Mazda 3 ist ein Benziner – auf die Mitnahme von Selbstzündern hat Mazda verzichtet. Dieselkraftstoff ist in Russland meist von minderer Qualität und wegen mangelnder Schmierung kommt es allzuleicht zu Problemen mit der Einspritzpumpe.

Der so genannte SkyactivMotor mit 120 PS und einem maximalen Drehmoment von 210 Newtonmetern, das bei 4000 Umdrehungen/min parat steht, hängt ordentlich am Gas, will aber über die knackige und leichtgängige Sechsgangschaltung immer schön bei Laune gehalten werden. In illustrer Gesellschaft von Kühen, Pferden, Fußgängern, Traktoren, Mopeds und den unvermeidlich alles mit dickem rußigen Qualm einnebelnden Lastwagen fahren wir Richtung Westen. Es wird langsam dunkel. Die zuletzt angefahrene Zapfsäule des erstaunlich dichten und modernen sibirischen Tankstellennetzes hätten wir gar nicht gebraucht, unser Verbrauch liegt laut Display bei 6,5 Litern und die restliche Reichweite durch das größte Land der Erde noch bei 300 Kilometern. (von Solveig Grewe)

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