Frustriert und wütend

Studie ergibt: Frauen sind am Steuer aggressiver als Männer

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„Frau am Steuer? Ungeheuer!“ oder „Frauen können nicht einparken“ - solche Sprüche müssen Frauen schon seit langem immer wieder an hören. 

Beim Autofahren zeigen Frauen und Männer ihr wahres Gesicht, heißt es. Auch für Psychologen ist das Verhalten am Steuer besonders interessant. Nun zeigt eine aktuelle Studie, wie Frauen wirklich ticken.  

Frauen sind beim Autofahren wütender als Männer, wie eine Studie im Auftrag von Hyundai Motor UK herausgefunden hat. Hinter dem Lenkrad reagieren Fahrerinnen im Vergleich zu Männern im Durchschnitt 12 Prozent häufiger mit negativen Emotionen. 

Gefühle hinter Steuer

Im Rahmen der Studie wurden 1.000 britische Männer und Frauen untersucht, um herauszufinden, ob und wie Geräusche, Sicht, Geruch, Tastgefühl und Geschmack emotionale Reaktionen beim Autofahren hervorrufen können.

Dafür wurden die Teilnehmer in unterschiedlichen Fahrsituationen akribisch beobachtet: Während der Testszenarien wurden die Fahrer und Fahrerinnen überholt, angeschrien, angehupt oder ein vorausfahrende Verkehrsteilnehmer blinkte nicht. Auch, wie sie einen Passagier auf der Rückbank behandelten, stand im Fokus der Wissenschaftler.

Das Ergebnis: In allen Testszenarien reagierten die weiblichen Fahrer mit einem größeren Zorn als männliche Fahrer.

Für dieses Verhaltensmuster haben die Forscher allerdings auch eine Erklärung parat. „Psychologisch gesehen besitzen Frauen eine höhere emotionale und verbale Intelligenz als Männer, sowie das Persönlichkeitsmerkmal eines Neurotikers“, sagt Studienleiter Patrick Fagan, Verhaltenspsychologe von der Goldsmiths University London.

Der Ursprung dafür sei nach seiner Ansicht in der Frühgeschichte der Menschen zu finden. Die Evolutionstheorie lege es nahe, dass unsere frühen weiblichen Vorfahren ein besonderes Gefühl für drohende Gefahren entwickeln mussten, wenn ihre Männer auf der Jagd waren. 

„Dieser Frühwarnsystem-Instinkt ist heute noch immer relevant. Fahrerinnen neigen dazu, empfindlicher auf negative Reize zu reagieren, also werden sie schneller wütend und frustriert“, sagt Fagan.

Was macht Menschen beim Autofahren glücklich?

Die Studie zeigte allerdings auch, was Menschen beim Autofahren glücklich macht. Über die Hälfte der Befragten empfindet demnach beim Fahren ein Gefühl der Freiheit, nur 19 Prozent schätzen die Mobilität, und für 10 Prozent bedeutet es Unabhängigkeit.

Für weitere Glücksgefühle während einer Autofahrt sorgen bei den Teilnehmern vor allem leere Straßen, die Landschaft und Musik.  

  • leere Straßen (84 Prozent)
  • die Landschaft (78 Prozent)
  • das Meer (69 Prozent)
  • Musik und Singen (54 Prozent)

Frauen fahren besser Auto 

Selbst wenn Frauen laut dieser Studie hinter dem Lenkrad schneller ausflippen, sagt das wohl kaum etwas über ihr Können aus. Untersuchungen haben schon bewiesen, dass Frauen besser Auto fahren als Männer.

Frauen können nicht einparken - kaum ein Vorurteil hält sich so wie das der mangelnden weiblichen Fahrkünste. Warum und ob das wirklich so ist, haben Wissenschaftler der Uni Bochum in einer Studie untersucht. Das Ergebnis wird Männer wohl kaum überraschen. 

Das sind die nervigsten Autofahrer

Autofahrer Verkehrssünder
Straßenrambos geben Gas oder drängeln, andere blockieren hartnäckig die Mittelspur. Hinterm Steuer bauen viele beruflichen und privaten Stress ab. Diese Autofahrer sind echt nervig: © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
1. Auffahrer: Obwohl ungenügender Sicherheitsabstand ein gravierendes Unfallrisiko ist, klebt der anderen immer an der Stoßstange. Im Crashtest bei Tempo 100 kann selbst ein Profi hinterm Steuer nicht mehr reagieren, wenn der Vordermann plötzlich bremst. Die Regel lautet: "Abstand = halber Tacho". © dpa
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2. Straßenrambo: Der Drängler gibt auf der Autobahn Vollgas. Mit Lichthupe kämpft er sich die linke Spur frei. Sie halten die linke Spur für eine reine Überholspur. © dpa
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3. Mittelspur-Blockierer: Die Mitttelspur ist ihre Heimat. Egal, ob die Autobahn frei ist oder das Tempo auf der rechten Spur höher ist. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
4. Blinkmuffel: Abbbiegen, wenn es einem gefällt. Vielleicht brennt ja ein Lämpchen durch, wenn man zuviel blinkt? Oder schont das Nicht-Blinken die Batterie?  © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
5. Gehweg-Blockierer: Diese Autofahrer denken sie stehen in der Rangordnung des Straßenverkehrs an oberster Stelle. Fußgänger oder Radfahrer haben sich unterzuordnen. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
6. Parkplatz-Blockierer: Dem Parkplatz-Blockierer gehört scheinbar die ganze Welt oder möglichst viel Raum. Warum nur einen Parkplatz belegen, wenn man mindestens zwei haben kann? Markierungen auf dem Asphalt übersieht er gnadenlos. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
7. Einfädel-Ignorierer: Bis zum Ende der Spur durchfahren, dann einfädeln, so lautet die Regel. Auch wenn Stauexperten immer wieder und wieder dazu raten, stößt diese Empfehlung bei vielen Autofahrern auf taube Ohren. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
8. Musik-Mobil: Der Bass wummst und selbst bei geschlossenen Türen und Fenstern ist der Sound aus dem Auto unüberhörbar. Lautes Musikhören kennt übrigens keine Altersgrenzen. © dpa
Ampel
9. Der Farbenblinde: Die Ampel steht nur kurz auf grün, doch das stört den Farbenblinden kaum. Falls er dann endlich mal langsam über die Kreuzung rollt, ist er der Einzige. © dpa
Scheibenwischer
10. Scheibenwischer-Fans: Diese Autofahrer stehen auf einen klaren Durchblick. Die Wischanlage ist immer im Einsatz: bei Tempo 50 in der Stadt oder auf der Autobahn. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
11. Vorfahrt-Erzwinger: Kreuzungen in Wohngebieten sind ihr Revier. Sie schleichen sich freundlich an und setzten dann knallhart ihren Willen durch. © dpa


ml

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