Sitzen wie im Kino: Der Fiat Freemont im Test

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Viel Kraft für viel Gewicht: Den Freemont gibt es als Diesel mit 140 und 170 PS.

Er hat Platz für mehr als zehn Reisekoffer und seine 25 Ablagen haben allein bereits ein Volumen, das es mit dem Kofferraum eines Smarts aufnehmen kann. Mit dem Freemont stellt Fiat eine Großraumlimousine vor, deren Kaliber beim italienischen Hersteller bislang fehlte.

Diese Lücke füllt jetzt ein Auto, das die US-Tochter Chrysler mit dem Dodge Journey schon länger bediente. Mit einem neuen Kühlergrill, modifizierten eleganteren Stoßfängern und neuen LED-Leuchten mutierte der Siebensitzer zur europäischen Ausgabe. Die hat allerdings trotz Fiat-Emblem nichts an typisch amerikanischer Wuchtigkeit auf den knapp 4,90 Metern Länge und 1,88 Metern Höhe verloren.

Gute Sicht nach vorn: Die Passagiere in den hinteren Reihen sitzen leicht erhöht.

Im Innenraum hat sich schon mehr verändert. Uns erwartet kein Hartplastik, sondern hochwertig wirkende Materialien in angenehmer Soft-Touch. Das sanft geschwungene Armaturenbrett mit den klassisch gestalteten und gut ablesbaren Rundinstrumenten ist übersichtlich angeordnet, die Sitze straff und gut konturiert. Die Sicht nach vorne und nach hinten ist gleichermaßen gut. Wie im Kino sind die zweite und dritte Sitzreihe leicht erhöht, so dass alle Passagiere einen Blick nach vorne erhaschen können. Den Weg nach hinten öffnen Türen, die sich bis zu 87 Grad weit öffnen lassen. Etwas umständlich sind die nach vorn klappbaren Lehnen der zweiten Reihe.

Für den Transport von bis zu sieben Passagieren oder sperrigen Gegenständen lassen sich die Sitze in mehr als 30 unterschiedlichen Konfigurationen klappen und falten. Bei voller Besetzung passen 136 Liter in den Kofferraum, bei Nutzung als Lastesel kann der Freemont bis zu 1461 Liter in sich unterbringen.

Möchte die jüngere Generation in der zweiten Reihe Platz nehmen, sorgen ausklappbare Sitzpolster für die optimale Wirkung der Sicherheitsgurte und für eine bessere Sicht. Gut ankommen werden die zehn Getränkehalter genauso wie die Entertainmentanlage mit eigenem Bildschirm und Kopfhörern. Eine von vorn getrennte Klimaautomatik-Steuerung vermeidet Streit über die richtige Temperatur.

Die Motoren sind an die europäische Anforderung einer sparsamen Großraumlimousine angepasst, Fiat verzichtet auf einen Benziner. Den 2,0-Liter-Diesel gibt es mit 140 PS und mit 170 PS, jeweils mit einem maximalen Drehmoment von 350 Nm bei 1770 Umdrehungen für entspanntes Fahren.

Die Kraft wird über ein Sechsganggetriebe auf die Vorderräder getrieben. Für Ende des Jahres verspricht Fiat ein Automatikgetriebe und einen Allradantrieb. Nicht unbedingt geräuscharm, aber durchzugsstark verhilft das stärkere Aggregat dem Freemont in elf Sekunden auf Tempo 100, der kleine Diesel braucht 12,4 Sekunden. Die Schaltung ist exakt, die Lenkung präzise. Das Fahrwerk ist straff, auf schlechten Streckenabschnitten zeitweise aber etwas unkomfortabel.

Den für beide Motorvarian-ten mit 6,4 Liter auf 100 Kilometer angegebenen Verbrauch konnten wir nicht ganz verwirklichen, aber etwas über sieben Liter sind für den knapp 1,9 Tonnen schweren Freemont trotzdem ein ordentlicher Wert. Bereits die Basisversion hat eine Berganfahrhilfe, Wärmeschutzverglasung, Leichtmetallräder, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem sowie ein CD-Radio serienmäßig an Bord. Startpreis: ab 25.990 Euro.

Von Solveig Grewe

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