Daimlers Elektro-Flitzer

Die smarte Alternative

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Der neue Smart electric drive: Die nur 160 Kilo schwere Batterie befindet sich unter der Fahrgastzelle – der damit verbundene tiefe Schwerpunkt ermöglicht eine Agilität, die puren Fahrspaß bietet.

Er ist der Methusalem unter den Elektroautos – und doch erst neun Jahre alt. Der erste elektrisch angetriebene Smart startete 2007 als Versuch mit 100 Fahrzeugen in London und kommt nun ganz neu auf den Markt.

Mit einer größeren Reichweite (bis 160 Kilometer), einer Rekord-Ladezeit von 45 Minuten (bis zu 80 Prozent) und einem vernünftigen Preis von 18.000 Euro (die Umweltprämie abgezogen) ist dieser Smart eines der ersten E-Autos, die gegenüber konventionellen Fahrzeugen eine echte Chance haben.

Die neue Elektro-Smart Familie

Die vierte Generation in nur neun Jahren! Dazwischen liegen 16.500 verkaufte E-Smarts und zig Millionen Kilometer Erfahrung mit dieser Technik. Letzteres macht vielleicht den Unterschied aus, warum dieses E-Auto eine ernst zu nehmende Alternative gerade im Großstadtverkehr werden könnte. Vier Gründe sind dafür ausschlaggebend.

1. Die Ladung

Mit der 17,6 Kilowattstunden starken Batterie erreicht man mit dem Smart eine rechnerische Reichweite von 160 Kilometern, tatsächlich dürfte sie je nach Wetterlage (Klimaanlage und Heizung verschlingen viel Energie) bei rund 145 Kilometern liegen. Bei unseren Testfahrten zeigte sich, dass diese Reichweite robust und realistisch ist: Man hat zu keiner Zeit das Gefühl, dass der Saft schneller ausgeht als angegeben. Bei anderen Herstellern ist ein tatsächlicher Energieverlust bis zum Zweifachen hingegen durchaus drin.

  • 145 Kilometer mit einer Batterieladung – mehr braucht man als Großstadtbewohner aber auch nicht. Denn im Schnitt fährt ein Europäer nur 35 Kilometer am Tag. Das heißt, rein rechnerisch reicht es, wenn man den Smart nur alle drei bis vier Tage lädt. An einer herkömmlichen deutschen Haushaltssteckdose dauert das rund sechs Stunden. Nach einer Nacht ist der E-Smart also allemal wieder einsetzbar. Mit Starkstrom (eine sogenannte Wallbox gibt es für rund 700 Euro plus Montage) und einem ab 2017 erhältlichen Schnelllader (rund 1250 Euro) kann man bis zu 80 Prozent Ladung sogar in 45 Minuten in die Batterie pumpen.
  • Strom holt sich das Auto auch während der Fahrt, Rekuperation heißt hier das Fachwort und bedeutet nichts anderes, als dass Bremsenergie wieder in die Batterie zurückgeführt wird. Ebenfalls ab nächstem Jahr soll es eine auf Radar basierende intelligente Rekuperation geben. Das heißt, das Auto misst den vorausfahrenden Verkehr und bremst so vorausschauend, um das Optimum an Strom zurückzugewinnen.

2. Die Leistung und das Fahrverhalten

In rund sechs Stunden ist der Smart an einer Haushaltssteckdose wieder aufgeladen. Die Reichweite – bis zu 160 Kilometer.

Auch die Leistung des E-Motors wurde auf die Bedürfnisse des modernen Stadtbewohners zugeschnitten. Das Drehmoment von 170 Nm, das wie bei E-Motoren üblich, sofort und komplett zur Verfügung steht, holt aus dem 81-PS-Motor eine sagenhafte Beschleunigung von 4,9 Sekunden von null auf Tempo 60 heraus, also genau aus dem Geschwindigkeitsbereich, in dem man sich in der Stadt bewegt.
Macht richtig Spaß mit diesem Flitzer unterwegs zu sein, der wegen seiner Kürze von 2,69 Metern flink wie ein Wiesel die Spuren wechselt und dank der unter dem Fahrgastraum eingebauten Lithium-Ionen-Batterie auch einen fast schon Sportwagen-typischen tiefen Schwerpunkt hat und sich daher extrem agil fährt.

Apropos Batterie: Sie ist nur noch 160 Kilogramm schwer. Man least oder mietet sie nicht mehr, sondern kauft sie beim Erwerb des Smart gleich mit. Dafür gibt es ein Zertifikat, respektive eine Garantie: Bis zu 100.000 Kilometer oder einem Betrieb von acht Jahren verspricht Smart die Ladungskapazität von mindestens 70 Prozent.

3. Der Komfort

Sexy in der City: Das Cockpit des E-Smarts, den es in der nunmehr vierten Generation als ForTwo, ForFour und als Cabrio gibt.

Wie auch beim herkömmlich angetriebenen Smart entpuppt sich der ForTwo als wahres Platzwunder. So bequem es auch hinterm Lenkrad ist, so schwer fällt es beim anschließenden Umkreisen des Autos zu glauben, dass man nicht in einer dicken Limousine, sondern „nur“ in einem Smart gesessen ist. Der Komfort erhöht sich noch durch das flüsternde Fahren – hier merkt man erst, wie laut Motoren und Getriebe trotz modernster Fahrzeugtechnik dann doch sind. Den elektrischen Smart gibt es im Übrigen nicht nur als Zweisitzer, sondern auch als ForFour oder als Cabriolet. Damit bleibt Smart-Mutter Daimler der einzige Fahrzeughersteller, der einen offenen Stromer anbietet.

4. Die Kosten

Wie eingangs schon erwähnt, kann man sich den Zweisitzer unter Einrechnung der Prämie und der Ersparnis bei der Kfz-Steuer (insgesamt 4400 Euro) schon ab knapp unter 18.000 Euro kaufen. Der Viersitzer kostet ohne Prämie 22.600 Euro und das Cabrio 25.200 Euro.

Fazit 

Auch wenn es noch lange dauert, bis die Elektromobilität sich ganz durchsetzt, weil es beispielsweise an der Stromproduktion hapert und weil der Staat immer noch schläft, was die Bereitstellung von Ladestationen angeht (es würde ja schon reichen, wenn man bei öffentlichen Neubauten oder Garagen Ladestationen verbindlich vorschreiben würde): Dieser Smart ist mehr als ein Blick in die Zukunft. Er ist, was den Alltagsbetrieb in Stadt oder stadtnahen Gebieten angeht, absolut geeignet. Und er ist günstig: Mit welchem Auto kommt man schon mit fünf Euro 145 Kilometer weit?

Oh, Sole mio! Das neue Smart Fortwo Cabrio

RDF

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