Sprechen sich die Ölmultis doch ab?

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Preisabsprache bei Sprit? Kartellamt stellt Verfahren gegen die Spritanbieter in Aussicht

Es geht seit Jahren so, und es ist immer wieder das gleiche: Wenn es Richtung Wochenende geht, steigen die Spritpreise; wenn Ferien vor der Tür stehen, langen die Ölmultis erst recht kräftig hin.

Die Autofahrer ballen zwar die Faust in der Tasche, füllen dieselben von Shell, Esso und Co. am Ende aber doch. Das Bundeskartellamt untersuchte die Preisgestaltung an den Zapfsäulen zwar mit schöner Regelmäßigkeit, konnte aber keine Beweise für Preisabsprachen beibringen. Jetzt könnte sich aber möglicherweise etwas tun.

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Die Behörde vermutet nämlich inzwischen, dass im deutschen Benzinmarkt wenige Anbieter das Preisgeschehen zum Schaden der Verbraucher diktieren. „Wir gehen davon aus, dass die Sektoruntersuchung am Ende unsere Schlussfolgerungen zu einem marktbeherrschenden Oligopol für die Branche untermauert“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt dem Handelsblatt. Mit einem Oligopol meinen Wirtschaftsexperten einen Markt, der von wenigen Anbietern bestimmt wird – im Gegensatz zu einem Monopol, bei dem es lediglich einen einzigen Anbieter gibt.

Das Kartellamt hat deshalb die Untersuchung des Tankstellenmarkts vor einigen Monaten intensiviert. Im Detail geht es früheren Angaben zufolge unter anderem darum, ob es immer dieselben Unternehmen sind, die bei Preiserhöhungen vorpreschen. Frage ist auch, ob es Anhaltspunkte dafür gibt, dass der Benzinpreis oft mehrfach an einem Tag rasant steigt, aber nur ganz langsam wieder sinkt. Untersucht werden die Preisbewegungen an der Zapfsäule an jeweils 100 Tankstellen in den vier Modellregionen Hamburg, Köln, Leipzig und München. Auf die Frage, ob diese Untersuchung zu Verfahren gegen die Mineralölanbieter führen werde, sagte Mundt laut Handelsblatt: „Ich halte dies nicht für ausgeschlossen.“

tz

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