Mit Strom geht’s flott voran

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Verständnisvoll: Zwei Wachtmeister beobachten in der Frankfurter Fußgängerzone das Aufladen des Mitsubishi i-MIEV an einer Solar-Ladestation.

Wie sieht die Zukunft des Autofahrens aus? Unter anderem elektrisch. Wenige Modelle sind bereits käuflich, einige kommen bald, in den nächsten Jahren geht’s dann richtig zur Sache.

Das wichtigste: Der Fahrspaß wird mit Elektromobilen nicht verloren gehen, wie unsere Testfahrten mit Mini E, Tesla Roadster Sport 2.5 oder Mitsubishi i-MiEV gezeigt haben. Allerdings bleiben vorerst noch einige Fragen offen: Wo kommt der Strom künftig her, wie umweltfreundlich und erschwinglich lassen sich Akkus produzieren, wie schnell bekommt man Ladezeiten und Reichweiten praxisgerecht in den Griff?

Diese Elektroautos gibt's schon

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Wenn ein Auto auf den Gehweg fährt, erntet der Fahrer meist böse Blicke. Nicht so beim Mini E: Lautlos fahren wir den strombetriebenen City-Flitzer übers Trottoir auf die Ladestation der Stadtwerke München in der Blumenstraße 19. Hier laden wir die Akkus des Mini E mit Ökostrom auf, und fast jeder Passant schaut neugierig auf Mini, Ladekabel und Stromsäule oder stellt gar neugierige Fragen: „Wie lange dauert’s denn?“ oder „Wie fährt sich der Mini mit Strom?“.

Leiser Flitzer: Ohne wahrnehmbares Fahrgeräusch saust der Mini E bis zu 200 km weit mit einem vollen Akku.

Die Antworten klingen vielversprechend: 150 kW (also satte 204 PS) treiben den kleinen Volt- Vernichter zügig voran, die Akkus sind an der normalen Steckdose in gut 13 Stunden wieder voll, an speziellen Starkstrom-Quellen in dreieinhalb Stunden, Spitze 154 km/h, je nach Fahrweise 150 bis 200 km Reichweite. Aber vor allem: Die volle Kraft des Motors liegt aus dem Stand heraus sofort an. Diese Besonderheit von Elektromobilen verleiht dem noch dazu lautlos dahinrasenden Elektro-Mini einen Aha-Effekt, wie ihn sonst Exoten von Ferrari oder Bugatti erzielen. Ohne wahrnehmbares Fahrgeräusch zischt der Stromzwerg mit der Kraft von 220 Nm davon, erreicht die 100 km/h-Marke nach achteinhalb Sekunden, also im Stile eines Golf GTI.

Die Top 10 der Öko-Autos

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Zu kaufen wird es den Mini E so nicht geben. Feldversuche versetzen aber Konzernmutter BMW in die Lage, etwa 2013 ein ähnliches, strombetriebenes City-Mobil auf den Markt zu bringen. Hochspannend ist auch die Bremswirkung: Ohne aufs mittlere Pedal zu treten kommt man in rund acht Sekunden aus 50 km/h in den Stillstand, dabei lädt der EMotor als Generator wieder die Akkus auf. Noch mehr als der Mini E zieht der Tesla Roadster Sport 2.5 die staunenden Blicke auf sich: In 3,7 s von null auf hundert, das ist Porsche 911 Turbo- Niveau. Gleich neben der Ladestation in der Blumenstraße gibt’s die Teslas bereits zu kaufen. Preis: 118 000 Euro. Dafür ermöglichen 6831 Lithium- Ionen-Akkus deutlich über 300 km Reichweite. Und nach 160 000 km kriegt man für 11 000 Euro neue Akkus. Mehr für die breite Masse wird sich ab Dezember der Mitsubishi i-MiEV eignen. Für etwa 35 000 Euro bietet der wendige Viersitzer64PS, 144kmReichweiteund mit 180 Nm das Drehmoment eines 105-PS-Golf. Ladezeit: An der Schellladestation eine halbe Stunde für 80 Prozent. Er wird zusammen mit Modellbrüdern von Peugeot und Citroen das erste Elektroautos in Großserienfertigung sein. 2012 soll dann unter anderem der Smart Fortwo ED folgen. Fahrspaß bieten i-MiEV und Co. bereits mehr als genug. Geladen wird künftig meist zu Hause, wenn es nach den ersten Erkenntnissen von Praxisstudien geht.

Ralf Schütze

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