Studie: Tagfahrlicht bringt wenig Sicherheit 

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Licht an im Straßenverkehr: Ab dem 7. Februar 2011 dürfen europaweit neue Fahrzeugmodelle nur noch dann zugelassen werden, wenn sie mit einem sogenannten Tagfahrlicht ausgerüstet sind.

Licht an! - So lautet das Motto ab nächsten Montag. Europaweit dürfen dann nur noch neue Automodelle zugelassen werden, die mit dem sogenannten Tagfahrlicht ausgerüstet sind. Ist das sicherer? 

In einem zweieinhalbjährigen Projekt haben Forscher untersucht welche Auswirkungen das Fahren mit Licht am Tage auf die Sicherheit im Straßenverkehr hat. Im Fokus standen vor allem schwächere Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger und Radfahrer sowie Motorradfahrer.

Lange war vermutet worden, dass diese in dem "Mehr" an Licht untergehen und dadurch auch häufiger in riskante Situationen oder Unfälle verwickelt werden würden. In Österreich wurde deswegen das Fahren mit Tagfahrlicht am 1. Januar 2008 wieder abgeschafft.

Aus diesem Grund hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin und dem Forschungsinstitut Human-Factors-Consult das Autofahren mit Tagfahrlicht untersucht.

Autos & Rekorde: Spitzenwert oder Schlusslicht

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Schneller, höher oder weiter - Autofans kennen die schnellsten, stärksten und günstigsten Trümpfe. Doch welche Modelle sind zurzeit die Serienwagen der Superlative, die offiziell als Neufahrzeuge in Deutschland angeboten werden? Klicken Sie sich durch die Rekordhalter der Autowelt. © dpa/Hersteller
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PREIS: Ein Bugatti Veyron 16.4 Super Sport kostet 1,96 Millionen Euro. Mehr kann man für ein Serienauto momentan nicht ausgeben. © dpa/Hersteller
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PREIS: Der Dacia Sandero ist dagegen ab 6990 Euro ein absolutes Schnäppchen. Anstelle eines Bugatti Veyron 16.4 Super Sport könnten Liebhaber der rumäischen Kleinwagen gleich 281 Dacia erwerben. © dpa/Hersteller
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LEISTUNG: Der 8,0 Liter große 16-Zylinder-Motor im Bugatti Veyron Super Sport entwickelt 883 kW/1200 PS - fast doppelt so viel.... © dpa/Hersteller
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...wie eine Corvette C6 6.2 V8 ZR1 Coupé mit 476 kW/647 PS... © dpa/Hersteller
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...Mit einem Zehntel des Veyron-Hubraums und 40 kW/54 PS bildet der Smart Fortwo 0.8 cdi das Schlusslicht bei der Leistung. © dpa/Hersteller
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BESCHLEUNIGUNG: Das Feld der Spitzensprinter führt ebenfalls der Veyron an: In 2,5 Sekunden stehen 100 km/h auf dem Tacho. © dpa/Hersteller
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Der Porsche 911 3.8 Turbo S Coupé sprintet aus dem Stand binnen 3,3 Sekunden auf Tempo 100. © dpa/Hersteller
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Da bleibt dem Fahrer eines Hyundai H-1 Travel mit 81 kW/110-PS-Diesel reichlich Zeit zum Staunen: Mit 23,7 Sekunden ist der Kleinbus der trägste Serienwagen. © dpa/Hersteller
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HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT: Und wieder liegt Bugatti vorn: Mit Spitzentempo 431 hängt der Veyron Super Sport alle übrigen Autos mit Straßenzulassung ab. Die Kaufversion riegelt das Tempo bei 415 km/h ab. Damit ist der Sportwagen noch 75 km/h schneller als... © dpa/Hersteller
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...Lamborghini Murcielago LP 640 E-Gear © dpa/Hersteller
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Die Schnecke: Der Land Rover Defender Station Wagon erreicht maximal 132 km/h. © dpa/Hersteller
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LÄNGE: Zwischen den Stoßfängern des Daimler-Luxusliners Maybach 62 erstrecken sich 6,17 Meter Blech - mehr als bei jedem anderen Serienwagen auf dem deutschen Markt. © ampnet photo
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Problemlos passen zwei Exemplare des kürzesten Autos in die Parklücke, die einem Maybach gerade reicht: Der Smart Fortwo misst nur knapp 2,70 Meter. © Hersteller
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BREITE: Mit einem Jeep Grand Cherokee oder den Ford-Modellen Galaxy und S-Max kann es auf kleinen Straßen schon mal eng werden: Ab den Spitzen der Außenspiegel gemessen sind sie mit etwas mehr als 2,15 Metern die breitesten Serienwagen der Nation. © dpa
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Ziemlich breit: Ford Galaxy © dpa/Hersteller
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Ford S-Max © dpa/Hersteller
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Am unteren Ende der Liste steht der 1,56 Meter schmale Stadtflitzer Smart Fortwo. © dpa/Hersteller
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HÖHE: Für den Land Rover Defender sind viele Parkhäuser tabu: Einige Varianten der Modelle 90 und 110 ragen rund 2,06 Meter in die Höhe - zu viel für die meisten Großgaragen. © dpa/Hersteller
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Mit solchen Problemen muss sich am Steuer eines Lotus Elise niemand herumschlagen: Die Dachkante befindet sich nicht ganz 1,12 Meter über dem Asphalt. © dpa/Hersteller
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GEWICHT: Der Elefant unter den hierzulande gehandelten Serienautos ist der Maybach 62: 2855 Kilogramm bringt der Oberklassewagen auf die Waage. © amphnet Photo
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In der Fliegengewichtsklasse bleibt der Smart Fortwo 1.0 mhd Coupé mit 750 Kilogramm unerreicht. © dpa/Hersteller
VERBRAUCH: Den größten Durst hat der Bugatti Veyron - und zwar in der Basisversion: 24,1 Liter Benzin verbrennt der Supersportwagen im Schnitt auf 100 Kilometer (CO2-Ausstoß: 574 g/km). Das Topmodell Veyron Super Sport gibt sich immerhin mit einem Liter weniger zufrieden (CO2-Ausstoß: 539 g/km) © 
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Die zweitgrößten Spritschlucker sind der Lamborghini Murcielago LP 640 und... © dpa/Hersteller
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...der Ferrari 599 GTB Fiorano: Beide benötigen 21,3 Liter (CO2-Ausstoß: 490 g/km). © dpa/Hersteller
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Sparsam im Verbrauch ist dagegen der Smart Fortwo 0.8 cdi Coupé. Der Kleine begnügt sich mit 3,3 Litern Diesel (CO2-Ausstoß: 86 g/km). © dpa/Hersteller
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NEUZULASSUNGEN: In den Kfz-Zulassungsstellen der Republik waren im vergangenen Jahr VW-Golf-Käufer wieder einmal am häufigsten anzutreffen. In all seinen Varianten, wozu auch der Jetta gezählt wird, wurde das Kompaktmodell von Anfang Januar bis Ende Dezember insgesamt 251 078 Mal als Neuwagen angemeldet. © dpa/Hersteller
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Seltenster Kandidat unter den Neuzulassungen: Der exklusive Rolls-Royce Phantom mit gerade einmal 9 Neuzulassungen. © dpa/Hersteller

Nach umfangreichen Versuchsreihen im Lichtkanal, im Fahrsimulator und im realen Straßenverkehr kann die UDV rechtzeitig zur Einführung des Tagfahrlichts in Europa jetzt Entwarnung geben: Weder wird der Blick von Autolenkern durch Tagfahrlicht "gebunden", noch wird ein schwacher Verkehrsteilnehmer später oder gar nicht gesehen.

Negative sicherheitsrelevante Einflüsse auf schwächere Verkehrsteilnehmer waren in verschiedenen Szenarien nicht zu messen. Auch Motorradfahrer, die bislang tagsüber schon mit Licht unterwegs sind, werden durch beleuchtete Autos nicht so "maskiert", dass sie beispielsweise dem Gegenverkehr nicht mehr auffallen.

Bei trübem Wetter oder Regen erfolgt zwar eine etwas längere Blickzuwendung auf das beleuchtete Auto, die jedoch nicht zu Lasten anderer Verkehrsteilnehmer geht.

Die wichtigsten Fakten

  • Die meisten der bisherigen Studien zum Thema Tagfahrlicht liefern keine verlässlichen Daten. Das gilt sowohl für die Pro- als auch für die Contra-Studien.
  • Tagfahrlicht gefährdet Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer nicht.
  • Vor allem bei Regen, trübem Wetter und hohen Hell-Dunkel-Kontrasten (Alleen) empfiehlt es sich, tagsüber mit Licht zu fahren.
  • Es konnten keine nennenswerten positiven Effekte auf die Verkehrssicherheit durch das Tagfahrlicht festgestellt werden.
  • Tagfahrlicht sollte künftig aus ökologischen Gründen energiesparend beispielsweise mit LED-Leuchten ausgeführt werden.
  • Wer Tagfahrlicht nachrüstet, sollte auf die richtige Schaltung (Aus beim Einschalten des Abblendlichtes) sowie auf den gesetzlich vorgeschriebenen Einbauort an der Fahrzeugfront achten.
  • Ab dem 7. Februar 2011 müssen alle neuen Pkw- und Kleintransporter-Modelle mit Tagfahrlicht ausgerüstet sein, ab dem 7. August 2012 auch alle Busse und Lkw.
  • Quelle: GDV

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