Studie zu Autofarben

Sind gelbe Taxis sicherer?

+
In New York sind alle Taxis gelb. Die „Yellow Cabs“ beherrschen das Straßenbild. 

Viele Autounfälle ereignen sich, weil ein Fahrer einen anderen übersieht. Eine Studie mit Taxis in Singapur zeigt nun einen Unterschied. Demnach hat die Lackfarbe einen Einfluss auf das Crashrisiko.

Gelbe Taxis sind seltener in Unfälle verwickelt als blaue. Die helle Farbe falle besser auf, so dass die Taxis im Verkehr besser wahrgenommen werden, schreiben Forscher in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften nach einer Untersuchung in Singapur. Berücksichtige man die Farbe bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, ließen sich viele Leben retten und viel Geld sparen. Deutsche Unfallforscher sind aber skeptisch, was einen Zusammenhang zwischen Autofarbe und Unfallhäufigkeit angeht.

Gelbe Taxis sind weniger in Unfälle verwickelt

Teck-Hua Ho von der National University of Singapore hatte mit seinen Mitarbeitern Unfallstatistiken eines Taxiunternehmens ausgewertet, das eine Flotte von 16.700 gelben und blauen Taxis betreibt - etwa 60 Prozent aller Taxis in Singapur. Blaue Taxis sind in dem Unternehmen etwa drei Mal häufiger als gelbe vertreten. Die Wissenschaftler analysierten die Zahl der Unfälle, die in drei Jahren stattgefunden hatten und brachten sie in Zusammenhang mit der Autofarbe und verschiedenen Eigenschaften des Fahrers.

Das Ergebnis: Obwohl sie genauso häufig eingesetzt wurden, die gleiche Strecke zurücklegten und mit der gleichen Geschwindigkeit unterwegs waren wie die blauen, gab es mit den gelben Taxis deutlich weniger Unfälle. Pro Monat waren es bezogen auf tausend Taxis gut 6 Unfälle weniger. Der Unterschied sei statistisch bedeutsam und entspreche einer Minderung der Unfallwahrscheinlichkeit von 9 Prozent, berichten die Forscher.

Sie schließen aus, dass der beobachtete Zusammenhang zustande kommt, weil etwa sicherere Fahrer die Farbe gelb bevorzugen. Die Fahrer wurden den Taxis nämlich zufällig zugeteilt. Auch hinsichtlich anderer Faktoren wie Alter, Bildung oder Arbeitszeit fanden die Wissenschaftler keinen Unterschied zwischen Fahrern gelber und blauer Taxis. Sie folgern: Die bessere Sichtbarkeit der gelben Taxis habe zur Folge, dass andere Verkehrsteilnehmer die Wagen besser wahrnehmen und Unfälle einfacher vermeiden können. Tatsächlich waren gelbe Taxis bei einfachen Auffahrunfällen seltener in der vorderen Position als blaue.

Gelb ist schnell zu erkennen

Gelb sei seit 1907 eine beliebte Taxifarbe, schreiben die Forscher in ihrem Artikel. Damals habe eine Erhebung in Chicago ergeben, dass gelb die auffälligste Farbe sei. Die meisten anderen Wagen waren zu der Zeit schwarz - potenzielle Taxikunden sollten ein Taxi schnell erkennen können. Würden heute alle andersfarbigen Taxis gelb umlackiert, würde das die Zahl der Unfälle erheblich reduzieren.

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), glaubt nicht, dass es einen belastbaren Zusammenhang zwischen Autofarbe und Unfallhäufigkeit gibt. Moderne Fahrzeuge seien mit gut sichtbaren LED-Scheinwerfern ausgestattet, die sich oft um die Seiten der Wagen herumzögen. 

Die Farbe des Lackes spiele für die Sichtbarkeit eine allenfalls untergeordnete Rolle. „Ein Auto, das sich im Dunklen mit 50 Stundenkilometern nähert, sollte man schon an seinen Lichtern erkennen können - und nicht an der Farbe.“ In Deutschland würden Angaben zur Farbe von Unfallautos nicht erfasst, Statistiken dazu gebe es deshalb nicht.

Unfallforscher skeptisch

Auch beim TÜV Nord kennt man keine derartigen Untersuchungen. Wissenschaftliche Studien zu dem Thema kommen indes zu unterschiedlichen Schlüssen. Während spanische Wissenschaftler ebenfalls weiße - also helle - Autos als sicherer identifizierten, fanden neuseeländische Forscher, dass silberne Autos erheblich seltener in schwere Unfälle verwickelt waren als weiße. Eine Fahrt in einem braunen Wagen war dieser Studie zufolge am gefährlichsten.

Walter Niewöhner, Unfallforscher bei der Dekra, hält die pauschale Festlegung einer „sicheren Autofarbe“ für gewagt. Ihm seien Einzelfälle bekannt, bei denen schwache Kontraste - etwa ein grünes Auto vor einer grünen Wiese - die Wahrnehmung eines Fahrzeugs beeinträchtigt und dies zu einem Unfall geführt habe. Der Mensch selber sei aber wohl entscheidender für das Unfallrisiko als die Lackfarbe. Als Unfallursache nehme Ablenkung im Auto, etwa durch das Smartphone, seit einiger Zeit zu.

Wer einen Auto sucht, muss sich neben dem Modell auch für eine Farbe entscheiden. Dabei zeichnet sich ein Trend bei den Lieblingsfarben ab. Mehr dazu lesen Sie hier.

Neben persönlichen Vorlieben spielen natürlich auch praktische Überlegungen - wie, ob es in einem weißen Auto kühler ist - bei der Farbwahl eine Rolle.

LED-Scheinwerfer viel zu grell? 

Für mehr Sicherheit im Dunklen soll moderne Licht-Technik sorgen. Unübersehbar sind beispielsweise LED-Rückleuchten. Doch viele Autofahrer fühlen sich geblendet, wie tz.de berichtet.

Wenn's stockfinster ist, hilft nur eins: Scheinwerfer an. Je heller umso besser. Doch Autofahrer nervt das Licht in der Nacht, wie eine Umfrage jetzt zeigt. Besonders die neue Technik.

Zeig mir dein Auto und ich sag dir wer du bist

Lamborghini Veneno Roadster
Die Wahl der Farben ist wohl eine Frage der Emotion. Gerade beim Auto. Wer fährt welche Farbe und wie wirkt sie? Der Aspekt Sicherheit spielt für den Käufer keine große Rolle mehr. Rot gilt als Signalfarbe wirkt frech und sportlich. Allerdings nimmt das menschliche Auge Rot in der Dämmerung kaum war. © Lamborghini
Mazda3
Rot ist jedoch die ideale Auto-Farbe für Leute die aufallen möchten. Der Fahrer ist impulsiv und kontaktfreudig. Auch legt er sich gerne mal an und trägt Zweikämpfe aus. © Mazda
Auto Farbe Lack
Je nach Dunkelheit des Grau (von silbergrau bis graphit) setzt sich die Farbe schwer gegen die Straße ab. Die Entfernung eines grauen Wagens wird leicht überschätzt. Daher sind graue Fahrzeuge häufig in Unfälle verwickelt.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Die Farbe Silber verspricht Sinn für Stil. Doch wer diese Farbe wählt, hält sich auch für etwas Besseres.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Gelb ist wohl die auffälligste Farbe im Straßenverkehr und wirkt auch in der Dämmerung. Wer auch im Leben nicht übersehen werden will, wählt gelb. Der strahlende Ton ist etwas für Individualisten und Optimisten.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Babyblau und Hellblau wirken leicht und lassen manche schweren Modelle jedoch auch weniger stabil wirken.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Ein zuverlässiger und vorausschauender Typ bevorzugt Hellblau. Der Fahrer gilt als Team-Player, doch leider auch als phantasielos. © Hersteller
Auto Farbe Lack
Vornehm, frisch und dynamisch - das steht für Blau. Die perfekte Wahl für eine Diplomaten-Karossen oder ein Dienstfahrzeug. Denn Blau wirkt etwas weniger erhaben als Schwarz. Charakter des Fahrers bzw. Chauffeurs: Team-Player, doch leider auch phantasielos. © Hersteller
BMW Z4
Braun steht für Bourgeoisie: Die Töne gelten als undynamisch und bürgerlich. Vielleicht liegen die Brauntöne deshalb bei Fahrern der höheren Preisklasse im Trend.  © BMW
Auto Farbe Lack
Dunkles Orange, Rostbraun, Schwarzbraun und das Gold der Erde strahlen dagegen Sicherheit und Wohlgefühl aus.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Beige ist besonders in der Nacht leicht erkennbar. Die Farbe wird als leicht, sportlich und auch fromvergrößernd wahrgenommen. Der Farbpsychologen beschreibt den Fahrer jedoch als introvertiert mit einer Neigung zu Depressionen. © Hersteller
Auto Farbe Lack
Schwarz verleiht einem Wagen mehr Gewicht, Vornehmheit und Seriösität. Der Fahrer gilt als autoritär, selbstbewußt, ehrgeizgetriebener Erfolgsmensch. Die Farbe demonstriert Macht, doch verzichtet der Fahrer auch mal großzügig auf die Vorfahrt. © Hersteller
Caterham Aero Seven
Der Fahrer ist auf alle Fälle kontaktfreudig, löst sich vom Statusdenken und ist offen für Neues. © Caterham
Grün gilt als sicher, leicht und naturfroh. Es ist eine echte Sommerfarbe, denn im Winter kann hellgrün auch giftig wirken. 
Grün gilt als sicher, leicht und naturfroh. Es ist eine echte Sommerfarbe, denn im Winter kann hellgrün auch giftig wirken.  © Auto-Medienportal.Net
Auto Farbe Lack
Weiße Autos werden bei jeder Witterung gesehen, doch wirken weiße Modelle leichter. Der Fahrer gilt als unauffällig, sensibel, zurückhaltend und pflichtbewusst. Sie waschen häufig ihre Wagen und beachten die Straßenverkehrsordnung. © Hersteller
Jaguar XJR
Mehr zum Thema Farbe, Wirkung und die Charaktereigenschaft des Fahrer finden Sie im Internet unter www.farbeundleben.de © Jaguar

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.