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Umstrittener Tankrabatt: Preisvorteil kommt laut Studie beim Verbraucher an

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Die Wirkung des Tankrabatts war zu seiner Einführung stark umstritten – laut einer Studie kommt der Preisvorteil jedoch bei den Verbrauchern an.

Die mit dem Beginn des Ukraine-Kriegs explodierten Spritpreise haben den deutschen Autofahrern schwer zu schaffen gemacht. Um ihnen unter die Arme zu greifen, wurde der sogenannte Tankrabatt eingeführt – allerdings machten sich gleich am Anfang Zweifel breit, ob dieser auch wirklich am Ende an die Verbraucher weitergegeben wurde. In den sozialen Medien machten viele Autofahrer auf den Seiten der Tankstellen-Betreiber ihrem Ärger über die hohen Preise Luft. Sogar das Bundeskartellamt sah Anzeichen für Verstöße der Konzerne. Doch laut einer Studie ist der Tankrabatt bei den deutschen Autofahrern angekommen.

Eine Zapfpistole steckt in einem Tankstutzen.
Laut einer Studie kommt der Tankrabatt größtenteils bei den Verbrauchern an. (Symbolbild) © Wolfgang Maria Weber/Imago

Umstrittener Tankrabatt: Preisvorteil kommt laut Studie beim Verbraucher an

Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt das Essener „RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung“, das die Tankstellenpreise in Deutschland und Frankreich verglichen hat. Wie die Forscher berichten, lagen die deutschen Dieselpreise vor Einführung des Tankrabatts um mehr als 13 Cent je Liter höher als im Nachbarland. Im Juni drehte sich das Verhältnis jedoch um, die Preise fielen um 8 Cent unter das Niveau in Frankreich.

Studie zum Tankrabatt: Forscher vergleichen Preise mit denen im Nachbarland Frankreich

Wenn man nun die Differenz der Vorher- und Nachher-Werte in Höhe von 21 Cent betrachte, weise das laut den Experten darauf hin, dass der Tankrabatt von rund 17 Cent je Liter Diesel zumindest zu sehr großen Teilen, wenn nicht gar gänzlich an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben worden sei. Bei den Preisen für Super E10 sei die Lage ähnlich: Dort liegt die Vorher-Nachher-Differenz bei 31,5 Cent und damit knapp unter dem Preisvorteil von 35 Cent durch den Tankrabatt. E10 ist inzwischen wieder auf dem Niveau vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs angekommen – Diesel bleibt jedoch teuer.

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Studie zum Tankrabatt: RWI sieht die Maßnahme kritisch

Dennoch erklären die Forscher, dass sich ein abschließendes und präziseres Urteil erst nach dem Auslaufen der Vergünstigungen Ende August fällen lasse. Generell sehen die RWI-Experten den Tankrabatt kritisch: „Trotz der Weitergabe an die Autofahrer ist der Tankrabatt weder unter Verteilungs- noch unter ökologischen Aspekten sinnvoll. Denn mit dem Tankrabatt wird eher den Wohlhabenden geholfen als den armen Haushalten“, sagt der Leiter des Kompetenzbereichs „Umwelt und Ressourcen“ am RWI, Manuel Frondel. „Diese besitzen häufig gar kein Auto. Zudem ist der Tankrabatt ökologisch kontraproduktiv: Er hält nicht dazu an, weniger Benzin und Diesel zu verbrauchen. Genau das wäre aus ökologischen Gründen aber notwendig.“

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