Tankstellen: Aufwärtstrend bei E10

Berlin - Nach den wochenlangen Absatzschwierigkeiten des umstrittenen neuen Biosprit E 10 an Tankstellen in Deutschland scheint sich die Lage an den Zapfsäulen langsam zu verbessern.

“Wir haben den Eindruck, dass es langsam besser wird“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Freier Tankstellen (bft), Axel Graf Bülow, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

Die größten Spritschlucker der Straße

Hier sind die größten Spritfresser: Der sparsamste, der Pickup F-250 von Hersteller Ford, verbraucht im Schnitt etwa 16,2 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Der Bentley Flying Spur kam im Jahr 2006 auf den Markt. Er verbraucht 17,4 Liter auf 100 Kilometer bei 560 PS. © dpa
Die Limousine 57S von Hersteller Maybach ist mit 612 PS sehr leistungsstark. Allerdings verbraucht das Auto auch 18,1 Liter/100 km. © dpa
Auch Mercedes ist bei den Benzinverbrauchern vertreten. Der ML 63 verbraucht wie der Maybach etwa 18,1 Liter/100 km. © dpa
540 PS stark ist der Ferrari 612 Scaglietti, mit Spitzengeschwindigkeit von 320 km/h - aber er schluckt auch knapp 19 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Der Bentley Azure war 1998 das teuerste Cabrio der Welt. Das heutige Modell verbraucht 19,6 Liter Super Plus im Schnitt. Im Stadtverkehr schluckt er ordentlich: Über 26 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Der Supersportwagen Veyron von Bugatti rast mit über 400 km/h nur so über die Straßen - im Schnitt verbraucht er 21,4 Liter auf 100 Kilometer. © dpa
Als Stadtfahrzeug ist der Bugatti allerdings nicht wirklich geeignet. Da erhöht sich der Verbrauch nämlich auf satte 30 Liter/100 km. © dpa
Murciélago, auf Spanisch Fledermaus, ist der Name dieses Lamborghini. Es war der Name eines erfolgreichen Kampfstiers in Spanien. © dpa
Aber er trinkt wohl mehr, als der Stier. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 331 km/h verbraucht der Murciélago im Schnitt 22,4 Liter - der Topschlucker. © dpa

DAT-Übersicht zur E10-Verträglichkeit

www.dat.de/e10 ADAC-Übersicht zurn E10-Verträglichkeit www.adac.de/e10

Im bft sind 570 Mitglieder mit rund 1800 Tankstellen organisiert. Mit den beim “Benzingipfel“ vereinbarten besseren Informations- und Werbemaßnahmen hoffe man, dass es rasch eine Trendwende gibt, da die sogenannte E10-Winterware bis April verkauft werden muss, sagte Bülow. Der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes, Klaus Picard, sagte der dpa: “Wir müssen weitermachen und so schnell wie möglich die Verbraucherakzeptanz gewinnen“.

Lesen Sie auch:

Bio im Sprit: Was ist E10? Was Sie wissen müssen

Autofahrer meiden Bio-Sprit E10

Jetzt wird auch noch das Superbenzin knapp

Sprechen sich die Ölmultis doch ab?

Bisher hat das Superbenzin mit zehn Prozent Ethanol aus Getreide und Zuckerrüben einen Anteil am Superbenzin-Verkauf von 40 Prozent. Da die Mineralölbranche von einem 90-Prozent-Anteil ausgegangen war, muss sie nun rasch sehen, wie mit einer besseren Information der Verbraucher der Absatz gesteigert wird, da die Raffinerien ihre Tanks leer bekommen müssen. 93 Prozent der Autos vertragen den Sprit. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) betont, dass es sich bei E10 nicht um “Staatsbenzin“ handele, das von der Regierung verordnet worden sei. Vielmehr habe die Politik nur die Möglichkeit zur Einführung geschaffen. Die Benzinbranche will mit der Beimischung die Biokraftstoffquote von 6,25 Prozent erfüllen.

E10 wurde bisher an rund 7000 der bundesweit 15 000 Tankstellen eingeführt. Mit mehr Biosprit will die Regierung das Klima schützen und Deutschland unabhängiger vom Öl machen. Die Einführung geht auf die Biosprit-Richtlinie der EU von 2009 zurück - die EU schreibt vor, dass bis 2020 zehn Prozent der im Verkehr verbrauchten Energie erneuerbar sein muss. Wie das Ziel erreicht wird, ist Sache der Regierungen, viele setzen dabei wie Deutschland auch auf E10.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.