Mit Tempolimit gegen den Stauwahnsinn?

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Immer mehr Staus auf deutschen Autobahnen - hilft ein Tempolimit?

München - Auf den deutschen Autobahnen ist immer mehr Geduld gefragt. Nach der aktuellen ADAC-Bilanz ist der Stillstand auf dem Vormarsch. Doch was tun? Könnte ein Tempolimit das Stauproblem lösen?

2011 hat es mehr Staus auf deutschen Autobahnen gegeben. Zusammengerechnet waren es 450 000 Kilometer, ermittelte der ADAC. Mancher Stillstand auf den Fernstraßen ließe sich vermeiden.

ADAC Stau-Bilanz 2011

Autofahrer standen 450. 000 Kilometer im Stau

Laut der ADAC Bilanz hat es 189.000 Staus gegeben.

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450.000 Kilometer Stau auf deutschen Autobahnen

Häufige Ursache für oft kilometerlange Staus auf Autobahnen sind Unfälle, aber auch dichtes Verkehrsaufkommen, etwa wenn in großen Bundesländern gleichzeitig Schulferien beginnen. Verbesserungsfähig sei vielfach das Baustellenmanagement, sagte ADAC-Präsident Peter Meyer der Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstag).

Schon bei den Ausschreibungen solle daher festgelegt werden, dass zum Beispiel an staukritischen Stellen auch sonntags oder nachts gearbeitet wird - mit entsprechenden Zuschlägen. „Das darf nicht auf dem Rücken der Straßenbauarbeiter passieren.“

ADAC-Präsident Meyer forderte von der Bundesregierung, bei Ausbau und Unterhalt von Straßen den Blick wieder stärker nach Westen zu richten. „Die Politik hat sich in der Vergangenheit vor allem auf den Aufbau Ost konzentriert. Jetzt müssen wir prüfen, welche Autobahnen im Westen dringend ausgebaut werden müssen.“

Bundesminister Peter Ramsauer (CSU) hat bereits angekündigt, dass in der Planung der Verkehrsinvestitionen bis 2015 für die alten Länder 83 statt 74 Prozent der Mittel vorgesehen sind. Es komme nicht auf die Himmelsrichtung, sondern den tatsächlichen Bedarf an.

ADAC gegen Tempolimit

Der ADAC bekräftigte sein Nein zu einem Tempolimit auf Autobahnen. Auf den wenigen Abschnitten, wo es solche Einschränkungen nicht gebe, solle es so bleiben, sagte Meyer der Zeitung. „Warum soll ich nicht 180 oder 200 fahren, wenn die Bahn frei ist?“

dpa

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