Verkehr

Vorbild Spanien: Deutsche Umwelthilfe will Tempo-30-Limit innerorts noch 2021

Radfahrer sind in der Frankfurter Innenstadt auf einem Fahrradstreifen unterwegs.
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Radfahrer sind in der Frankfurter Innenstadt auf einem Fahrradstreifen unterwegs.

Klima, Lärm, Sicherheit: Die Deutsche Umwelthilfe fordert aus vielen Gründen, ein Tempo-30-Limit auf deutschen Straßen einzuführen.

Berlin - Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat ihre Forderung nach einem Tempolimit von 30 km/h innerorts erneuert. Die Begrenzung reduziere die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten, erklärte die DUH am Mittwoch. Spanien, das vergangene Woche mit sofortiger Wirkung ein solches Limit beschlossen hatte, hätte den Weg vorgemacht.

„Unsere Forderung nach Tempo 30 innerorts ist konsequent und sollte noch 2021 in Deutschland umgesetzt werden“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Das Tempolimit reduziere nicht nur die Schwere der Verkehrsunfälle, sondern senke auch die Lärmbelastung, verbessere die Luftqualität und erhöhe die Lebensqualität in den Orten und Städten. Resch appellierte an die Grünen: „Wir erwarten eine klare Positionierung: Kein Koalitionsvertrag ohne Tempo 30 in unseren Städten!“

Deutsche Umwelthilfe fordert Tempo 30 in Deutschland

Bis 2020 sollte die Zahl der Unfalltoten gemäß der „Vision Zero“ der Bundesregierung um 40 Prozent reduziert werden, seit 2010 sank sie jedoch nur um 25 Prozent. Im neuen Verkehrssicherheitsprogamm des Kabinetts für die Jahre 2021 bis 2030 ist laut DUH keine Verschärfung des Tempolimits innerorts vorgesehen.

In 200 französischen Städten, in denen seit dem vergangenen Jahr innerorts Tempo 30 gilt, verringerte sich die Zahl der tödlichen Unfälle nach Angaben der DUH um 70 Prozent. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO sprach sich für ein solches Limit in allen Städten weltweit aus.

Auch vor Tempo 30: Spanien konnte Zahl der Verkehrstoten reduzieren

Dass in Spanien nun innerorts nur noch 30 gefahren werden darf, ist allerdings nicht ganz neu. Bereits seit 2018 gilt eine solche Regelung in Madrid - auch wenn das bis heute noch nicht jeder mitbekommen hat, wie ein Reporter vor Ort herausfand*. Denn in Madrid gilt die Regelung nicht flächendeckend: Auf allen Straßen mit zwei oder mehr Spuren pro Fahrtrichtung darf weiterhin 50 gefahren werden, wie fr.de* berichtet.

Spanien gilt als eines der verkehrssichersten Länder Europas und verzeichnete 2019 weniger als 1800 Verkehrstote, während es 2006 noch mehr als doppelt so viele waren. In Deutschland hingegen starben 2020 2724 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 322 Todesopfer oder 10,6 Prozent weniger als im Jahr 2019 (3046 Todesopfer). Damit erreichte die Zahl der Verkehrstoten den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren. (ial mit AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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