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Twitter-Bots sollen über ein Jahrzehnt lang Tesla gepusht haben - „Niemand profitiert mehr“

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Von: Julian Baumann

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Elon Musk greift nach einem Smartphone, auf dem das Twitter-Logo zu sehen ist.
Laut einer Studie sollen Twitter-Bots den E-Autobauer Tesla gespusht haben. CEO Elon Musk steht im Begriff, den Kurznachrichtendienst zu kaufen. © IMAGO / Political-Moments

Laut einer Studie von US-Forschern sollen Twitter-Bots über ein Jahrzehnt lang den E-Autobauer Tesla gepusht haben. Auch der Börsenwert dürfte profitiert haben.

Stuttgart/Austin - Laut einer Studie aus den USA sollen Twitter-Bots über ein Jahrzehnt lang den E-Autobauer Tesla gepusht haben. Brisanz bekommt diese Enthüllung auch dadurch, dass Tesla-Boss Elon Musk aktuell im Begriff ist, den Kurznachrichtendienst zu kaufen und nicht-menschliche Konten entfernen zu lassen. Das US-Unternehmen Tesla ist inzwischen der börsenstärkste Autohersteller der Welt und gibt laut Meinung vieler Experten bei den E-Autos den Ton an.

Dieser Umstand könnte Forschern zufolge auch der Armada an automatisch gesteuerten Twitter-Bots geschuldet sein, die die Kernaussage des E-Auto-Herstellers über viele Jahre immer wieder auf dem Kurznachrichtendienst verbreitet haben. Die Studie lag dem Manager Magazin vorab vor.

Tesla hat laut US-Studie mehr von Twitter-Bots profitiert, als jedes andere Unternehmen

Soziale Medien wie Facebook, Instagram oder auch der Kurznachrichtendienst Twitter sind schon lange keine reinen Plattformen für Privatpersonen mehr, sondern werden auch von internationalen Unternehmen für Marketingzwecke verwendet. Gorden Wagener, Chefdesigner der Marken des Autokonzerns Mercedes-Benz, nutzte in der Vergangenheit beispielsweise Instagram, um neue Modelle von Mercedes-AMG anzuteasern. Auch Elon Musk, der mit rund 94 Millionen Followern den reichweitenstärksten Twitter-Account betreibt, nutzt die Plattform oftmals, um Informationen über Tesla zu verbreiten.

Der US-Professor David A. Kirsch von der University of Maryland hat gemeinsam mit einem Kollegen am Beispiel von Tesla analysiert, wie automatisch gesteuerte Fanbots auf Twitter den Börsenwert eines Unternehmens befeuern können. Laut den Studienergebnissen habe weltweit kein anderes Unternehmen mehr von solchen Twitter-Bots profitiert wie Tesla. „Das Besondere an Tesla ist etwas, das ich ‚pure play‘ nenne“, erklärte Kirsch dem Manager Magazin. Demnach seien die Bots gezielt darauf programmiert worden, den E-Autobauer zu stärken.

Bot-Accounts sollen in hoher Frequenz positive Tweets zu Tesla verbreitet haben

Für die Studie, die erst Mitte Juni bei einem E-Auto-Kongress in Oslo offiziell vorgestellt werden soll, werteten die beiden Forscher der University of Maryland mehr als vier Millionen Tweets mit den Schlagworten #TSLA und $TSLA aus, die zwischen dem Tesla-Börsengang im Jahr 2010 und Ende 2020 auf Twitter veröffentlicht wurden. In diesem Zeitraum stieg der Börsenwert des US-Unternehmens auf rund 670 Milliarden US-Dollar und überstieg somit die Börsenwerte der deutschen Traditionskonzerne Mercedes-Benz, BMW und VW zusammengerechnet.

Die Studienergebnisse zeigen, dass fast ein Viertel der Top-Tweets in diesem Zeitraum von nicht-menschlichen Accounts stammt. „Niemand hat von der Existenz von Twitter mehr profitiert als Elon Musk“, so Kirsch gegenüber dem Manager Magazin. „Nicht einmal Donald Trump, und der ist so immerhin US-Präsident geworden.“ Um die Bots von menschlichen Twitter-Nutzern zu unterscheiden, analysierten die Forscher die Tweets anhand von Merkmalen wie Sprache, Timing und Frequenz.

Nach eigenen Angaben identifizierten sie dadurch Accounts, die immer wieder in hoher Frequenz positive Meldungen zu Tesla wie beispielsweise „Teslas Lieferverzögerungen waren bedeutungslos“, „Tesla ist ein Elektroautobauer, dessen Produkte helfen, die Welt zu retten“ oder auch „Tesla ist führend beim autonomen Fahren“ verbreiteten. Der Bekanntmachung der Marke Tesla dienen auch sogenannte Showrooms des E-Autoherstellers in großen Städten weltweit. In Stuttgart ist der Tesla-Showroom aber dauerhaft geschlossen, da sich die Kundenwünsche geändert haben.

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