Motorrad-Fahrbericht

Das heiße Eisen in der Mittelklasse: Triumph Tiger 900 GT Pro

Die Triumph Tiger 900 GT Pro legt sich auf einer Bergstraße in die Kurve.
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Die Triumph Tiger 900 GT Pro legt sich auf einer Bergstraße in die Kurve.

Das neue Modell fühlt sich auf kleinen Straßen und unbequemen Wegen besonders wohl, erreicht aber auch ohne Probleme seine Höchstgeschwindigkeit.

  • 95 PS treiben die 216 Kilogramm der Triumph Tiger 900 GT Pro an.
  • Die 900er-Serie gibt es ab einem Kaufpreis von 11.050 Euro.
  • Großer Bildschirm, Automatikgetriebe und vieles mehr sorgen für höchsten Fahrgenuss.

Reiseenduros wurden einige Jahre lang immer größer, schwerer und teurer. Nach wie vor gibt’s diese Dickschiffe, aber einige Hersteller haben auch erkannt, dass sich Motorräder eine Etage darunter ebenfalls gut verkaufen lassen. Ein Vertreter in der Mittelklasse ist die Triumph Tiger 900, die für 2020 komplett überarbeitet wurde. Wir waren mit der GT Pro unterwegs, die gegenüber dem Schwestermodell Rally Pro die eindeutig zivilere Version ist.

Triumph Tiger 900 GT Pro: Bildschirm und Bedienschalter

Endurotypisch sind die aufrechte Sitzposition, der breite Lenker sowie die Sitzhöhe von 81 Zentimetern, die auch noch auf 83 Zentimeter erweiterbar ist. Hat man die Triumph Tiger 900 GT Pro erklommen, hat man gleich alles gut im Griff. Das Cockpit wird dominiert von einem sieben Zoll großen Bildschirm, der mehrere Bedienoberflächen und eine verwirrende Vielfalt an Einstellmöglichkeiten offeriert. Links und rechts am Lenker sind die (etwas kleinen und fummeligen) Bedienschalter platziert.

Das große Display eröffnet eine Fülle an Einstellmöglichkeiten.

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Das kann der Motor der Triumph Tiger 900 GT Pro

Der Dreizylinder mit nunmehr 888 Kubikzentimetern Hubraum hat den Sound, den man von einem solchen Motorrad erwartet: etwas rau, etwas aggressiv, aber stets sonor. Mit den 216 Kilogramm der Tiger 900er hat der 95 PS starke Motor nie Probleme, sondern zieht solide los – man fährt ja schließlich keinen Supersportler. Nur bei höherem Tempo auf der Autobahn wirkt das Aggregat etwas durchzugsschwach, erreicht aber letztlich ohne Mühe die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h. Das Windschild hält dabei den stärksten Gegendruck ab, bei Regen wird man allerdings nass.

Die Triumph Tiger 900 GT Pro mag kleine Straßen

Das Wohlfühl-Terrain der Engländerin sind definitiv die kleineren Straßen. Möglichst eng gebaut sollten diese sein, gerne mit perforiertem Asphalt und keineswegs fürs bequeme Fahren gemacht – dann ist die Tiger 900 GT Pro in ihrem Element. Das Fahrwerk, die in der von uns gefahrenen Version serienmäßige Schaltautomatik sowie die Bremsen erfüllen auch gehobene Ansprüche, funktionieren tadellos und sorgen dafür, dass man sich voll und ganz dem Fahrgenuss hingeben kann.

Die Triumph Tiger 900 GT Pro ist zwar straßentauglich. Doch eine Enduro ist einfach auf rauem Untergrund zuhause.

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So viel verbraucht die Tiger 900 GT Pro

20 Liter Tankinhalt machen bei einem von uns ermittelten Verbrauch von 5,6 Litern auf 100 Kilometer lange Etappen möglich, ab und an muss man aber trotzdem stoppen. Dann ist beim Abstellen feine Fußarbeit nötig, denn Hauptständer und Seitenständer liegen ziemlich eng beieinander. Etwas fummelig ist überdies die Bedienung der Schalter für die Heizgriffe. Bei unserem Testexemplar, der Triumph Tiger 900 GT Pro, ist obendrein eine Sitzheizung Serie, die für den Soziussitz separat geregelt werden kann.

Der Preis: kein Schnäppchen

Die neue Triumph Tiger 900 steht ab 11.050 Euro und in fünf verschiedenen Ausführungen – vom Basismodell 900 bis zur 900 Rallye Pro – beim Händler. Die von uns gefahrene 900 GT Pro kostet ab 14.350 Euro. Damit ist die neue Tiger kein Schnäppchen, aber ein heißes Eisen in der Mittelklasse. (Volker Pfau)

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